Archiv des Monats Dezember, 2007

Befreiungsschläge, 29.12.2007, TA

Die Thüringer Kulturpolitik war eine der unkontrollierten Befreiungs-schläge. Dennoch, oder eben darum, ist die Bilanz nicht wirklich schlecht - für die Kultur.
ERFURT. Thüringen wird sich, mit aller Zurückhaltung gesprochen, in der Rückschau für den Brand der Anna Amalia Bibliothek zu bedanken haben. Und das nicht nur, weil das Feuer die Wahrnehmung dieses Altars der Geistesgeschichte hochgradig sensibilisierte. Die Wiedereröffnung erzeugte, auch durch die Teilnahme von Bundespräsident Horst Köhler, eine deutschlandweite Aufmerksamkeit nicht nur für die Bibliothek, vielmehr konzentrierte sie einen gesamtdeutschen Medienblick auf den kulturpolitischen Kampfplatz Weimar, auf dem und um den eine Bataille zu schlagen war. Diese mediale Eröffnung war die atmosphärische Introduktion für die 45 Millionen Euro, die der Bund für die Klassik Stiftung ausschüttete. Und die schließliche Erhebung des Nationaltheaters zum Staatstheater verdankt sich auch dem Umstand, dass dieses Haus auf dem geschichtlichen Grund dieser Stadt nicht zu beschädigen ist, ohne dass dies eine deutschlandweite Publizität erzeugt, an der Thüringer Politik nicht gelegen sein kann. Und das ist die eigentliche kulturpolitische Nachricht dieses Jahres, die einen kulturpolitischen Paradigmenwechsel gleichkommt. Das Land Thüringen akzeptiert, gegen die herrschende Kultur des kleinteiligen Denkens, die herausragende Bedeutung der Kulturstadt Weimar. Thüringen scheint bereit, der Stadt den ihr gebührenden privilegierten Status einzuräumen.
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Umstrittene Sparpläne - Neue Verträge unterzeichnet, 17.12.2007, Freie Presse

Thüringer Theater und Orchester wehren sich gegen Kürzungen der Landesregierung

Erfurt (ddp-lth). Rund 4,2 Millionen Euro erhalten das Theater Nordhausen und das Loh-Orchester Sondershausen ab 2009 vom Land. Als einer der ersten unterzeichnete der Nordthüringer Theaterverbund in diesem Jahr nach lautstarken Protesten und zähen Verhandlungen mit Kultusminister Jens Goebel (CDU) einen entsprechenden Vertrag. «Es ist nur der Spatz in der Hand, noch nicht die Taube auf dem Dach», kommentierte Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) die Vereinbarung.
Denn die Zuschüsse sinken gegenüber dem Ende 2008 auslaufenden Vertrag um 15 Prozent. Allerdings wollte Goebel dem Theaterverbund ursprünglich nur noch 1,5 Millionen Euro zubilligen. Und weil auch die beiden Kommunen ihre Zuwendungen aufstockten, kann dort mit insgesamt knapp neun Millionen Euro weiterhin nicht nur Theater konsumiert, sondern auch produziert werden.
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Umstrittene Sparpläne Thüringer Theater und Orchester überleben Kürzungspläne, 17.12.2007, Theaterkanal,

ddp-Korrespondentin Uschi Lenk
Erfurt (ddp-lth). Rund 4,2 Millionen Euro erhalten das Theater Nordhausen und das Loh-Orchester Sondershausen ab 2009 vom Land. Als einer der ersten unterzeichnete der Nordthüringer Theaterverbund in diesem Jahr nach lautstarken Protesten und zähen Verhandlungen mit Kultusminister Jens Goebel (CDU) einen entsprechenden Vertrag. «Es ist nur der Spatz in der Hand, noch nicht die Taube auf dem Dach», kommentierte Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) die Vereinbarung.
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Staatstheater: OB dankt allen Kulturbürgern für ihren Einsatz, 14.12.2007, TLZ

Erfurt. (tlz) Das Deutsche Nationaltheater und die Staatskapelle Weimar werden am 1. Januar 2008 zum Thüringer Staatstheater. Der Vertrag zwischen Land, Stadt und Theater wurde am Freitag in Erfurt unterzeichnet. “Dies ist ein großer Tag für Weimar”, sagte OB Oberbürgermeister Stefan Wolf (TLZ), “allen Weimarer Kulturbürgern ist an dieser Stelle nochmals für ihren jahrelangen Kampf um ihr Theater zu danken. Sie haben eine große Arbeit geleistet.” Mit der langfristigen strukturellen und finanziellen Absicherung des DNT ende eines der erfolgreichsten Jahre für die Absicherung der Weimarer Kulturlandschaft seit der Wende, betonte Wolf. Neben dem DNT betreffe dies die Sanierung des Schlosses genauso wie die Errichtung eines künftigen Bauhausmuseums Weimar, die nun angegangen werden könne. Der Vertragsunterzeichnung war eine eineinhalb Jahre lange Spardiskussion vorangegangen. Dabei hatte das Ministerium die Fusion des DNT mit der Erfurter Oper favorisiert. Kultur

“Ein guter Tag für die Kultur in Thüringen”, 14.12.2007, TLZ

Augenscheinlich helle Freude: Finanzministerin Birgit Diezel, flankiert von Weimars OB Stefan Wolf (re.) und DNT-Intendant Stephan Märki, würdigt das hehre Vertragswerk. Foto: tlz/Michaelis

Erfurt/Weimar. (tlz) Es war einmal …, heißt es im Weihnachtsmärchen, und im Foyer des Landtags zu Erfurt prangt Knecht Ruprecht gravitätisch auf seinem Schlitten, einen Hirsch vorgespannt, während ein paar Türen weiter die Kollegen Finanz- und Kultusminister, Birgit Diezel und Jens Goebel, vermeintlich Geschenke verteilen: Gestern ist für allezeit der Staatstheater-Vertrag für das DNT Weimar unterzeichnet worden.
Kling, Glöckchen? Nein, nicht mal das, und Festtagslaune sieht anders aus. Diezel schaut drein, als wähne sie sich in einer falschen Vorstellung, und spricht, das nunmehr Weimarische Staatsorchester wohl meinend, von einer Landeskapelle, welche bekanntlich noch rudimentär in Eisenach vorfindbar ist. Kultur ist ihr Metier eben nicht, zumal mit freiwilligen Leistungen, gar so einer schönen Bescherung, darf sie sich qua Amt gar nicht auskennen.
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Das Staatstheater ist besiegelt, 14.12.2007, TLZ

Der Vertrag ist geschlossen. Das Deutsche Nationaltheater und die Staatskapelle als Staatstheater verfasst. Gestern wurden die von Stadtrat und Landtag bestätigten Dokumente unterzeichnet.
WEIMAR (rd/paw). “Dies ist ein großer Tag für Weimar.” Mit diesen Worten unterstrich Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) gestern den Wert des Vertrages über das Staatstheater für die Stadt. Im Hause des Thüringer Landtages hatten das Stadtoberhaupt, Thüringens Finanzministerin Birgit Dietzel, Kultusminister Jens Goebel, Generalintendant Stephan Märki und Geschäftsführer Thomas Schmidt sowie ein Notar ihre Unterschriften unter die Verträge gesetzt. “Mit der Unterzeichnung der Verträge für ein Thüringer Staatstheater sind die Eigenständigkeit und der Bestand des Deutschen Nationaltheaters Weimar als Drei-Sparten-Theater langfristig gesichert. Allen Weimarer Kulturbürgern ist an dieser Stelle nochmals für ihren jahrelangen Kampf um ihr Theater zu danken. Sie haben große Arbeit geleistet”, so der Oberbürgermeister.
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Schweizer bei Laune, 14.12.2007, TA

Thüringens Schweizer sind guten Mutes: Stephan Märki hat ein Staatstheater in Weimar und Guy Montavon hat Lust auf Erfurt.

ERFURT. Die Landesregierung hat gestern den Gesellschaftervertrag für das Deutsche Nationaltheater unterzeichnet und für 197 000 Euro die Mehrheit der GmbH übernommen. Was für Stephan Märki ein Grund zur Freude ist, sei für Guy Montavon, wie dieser uns wissen ließ, kein Grund für das Gegenteil. Die gestrige Mitteilung dieser Zeitung, dass der Erfurter Intendant sich unter den letzten drei Kandidaten für die Opernintendanz in Köln befunden habe, sagte Montavon: “Das ist richtig, aber ich habe mich nicht beworben, ich wurde gefragt, wie übrigens auch in Genf. In Köln entwerfen sie ihre Oper neu und damit habe ich hier eine gewisse Erfahrung. Ich werte das als Anerkennung unserer Arbeit hier in Erfurt.” Und hier, sagt Montavon, “fühle ich mich sehr wohl. Ich werde meinen Vertrag in Erfurt in jedem Falle erfüllen und ich habe wirklich Lust dazu”. Die Intendanz in Köln war ab 2009 ausgeschrieben, Montavon ist in Erfurt bis 2012 unter Vertrag. Gegebenenfalls, sagt er, wäre für Köln die Interimsintendanz eines Kollegen denkbar gewesen.

Und nein, die Umwandlung des DNT Weimar in ein Staatstheater, die ab 1. Januar 2008 wirksam wird, sei gleich gar kein Grund, in Erfurt aufzuhören, vielmehr bringe der vorläufige Abschluss dieses Prozesses mehr Ruhe in die kulturpolitische Debatte.
Dies ist in jedem Falle richtig: Alle Spekulationen über eine Fusion sind für absehbare Zeit erledigt.
Henryk GOLDBERG

Sponsor fürs Orchester, 14.12.2007, TLZ

Gotha. (tlz/bau) Die Kreissparkasse Gotha wird im kommenden Jahr die Öffentlichkeitsarbeit der Thüringen-Philharmonie Gotha-Suhl fördern. Die Kosten für Plakate, Programmhefte und andere Werbemedien finanziert die Sparkasse.
Das gaben gestern Abend deren Vorstandsvorsitzender Manfred Vitt, Intendant Hermann Breuer und der Vorstand der Freunde und Förderer der Thüringen-Philharmonie bekannt. “Jeder Euro ist wichtig”, sagte Bärbel Schreyer, Vorsitzende des Orchester-Trägervereins. Alles, was die Thüringen-Philharmonie jetzt erwirtschafte, helfe die Einschnitte ab 2009 erträglicher zu gestalten. Denn: Trotz höherer Zuschüsse aus Stadt und Kreis Gotha verliert das Orchester durch den Suhler Ausstieg und die niedrigeren Landeszuschüsse ab 2009 eine Million Euro im Jahr. Entlassungen sind unweigerlich die Folge. Schreyer über die Gothaer Vorweihnachtszeit: “Wir haben heute drei Stunden mit dem Betriebsrat gesessen.” Nicht jedes Engagement lasse sich in Geld beziffern, betonte Vitt, dass die Philharmonie im Prinzip seit der Wende von der Sparkasse unterstützt werde.

Sei es durch Sponsorenleistungen bei Veranstaltungen oder durch die Finanzierung eines Steinway-Flügels Anfang der 1990er Jahre. Übrigens ein echtes Rendite-Objekt: Da Steinway-Konzertflügel begehrt und wertstabil sind, repräsentiert der einst für 120 000 Mark gekaufte Flügel heute einen Wert von 100 000 Euro. Vitt sprach gestern von weiteren Überlegungen, dass Orchester künftig zu unterstützen. Das aktuelle Engagement bewege sich im fünfstelligen Bereich. Die konkrete Summe sei Vertragsgeheimnis zwischen Sparkasse und Orchester.
Schreyer appellierte an die Wirtschaft, die während der vergangenen Monate in Aussicht gestellten Sponsoren-Leistungen nach der inzwischen gemeisterten Rettung des Orchesters in die Tat umzusetzen. Die Kreissparkasse sei mit dem jetzt unterzeichneten Sponsorenvertrag für das Jahr 2008 der Vorreiter in der Region

Kompass für die Kultur, 12.12.2007, TA

Kultur soll als Staatsziel im Grundgesetz verankert werden. Das ist eine von 465 Empfehlungen des gestern vorgestellten Schlussberichts der Enquete-Kommission “Kultur in Deutschland”.
BERLIN. Als ein “Leitfaden für die nächsten Jahre” soll der Bericht verstanden werden, so Kommissionsvorsitzende Gitta Connemann (CDU). Es handele sich um einen Kulturkompass, der Orientierung liefern solle. Mit 510 Doppelseiten sei dies die umfassendste Untersuchung des kulturellen Lebens in Deutschland seit 30 Jahren.
Fehlen kann bei der Vorstellung eines solchen Opus nicht die Kritik am Rückgang der Kulturausgaben. Zwischen 2001 und 2005 sanken diese in Bund, Ländern und Gemeinden von 8,4 Milliarden Euro auf 7,8 Milliarden Euro. Ein Grund sei, so Connemann, dass Ausgaben für kommunale Kultureinrichtungen zu den freiwilligen Leistungen zählten. Sie nannte dies eine “absolut falsche Priorität”, die es Haushältern leicht mache, die Kulturmittel zu kürzen. Connemann wies auf das Land Sachsen hin. Im Kulturraumgesetz heißt es dort: “Im Freistaat Sachsen ist die Kulturpflege eine Pflichtaufgabe der Gemeinden und Landkreise.”
Um die Kulturhoheit der Länder nicht zu verletzen, sollen Institutionen der kulturellen Bildung per Staatsvertrag besser vor Mittelkürzungen geschützt werden. Alle Fraktionen des Bundestages sprechen sich dafür aus, Kultur als Staatsziel im Grundgesetz zu verankern. Zudem müssten die vielfältigen ministeriellen Kompetenzen des Bundes stärker “an einer Stelle gebündelt” werden. Dies sei gerade auf europäischer Ebene von Bedeutung. Die Kommission befürchtet “in der Koordinierungspflicht der Länder und des Bundes eine Benachteiligung gegenüber anderen EU-Mitgliedstaaten”. weiterlesen »

Landesregierung ebnet Weg für Staatstheater in Weimar, 12.12.2007, ddp

Das Deutsche Nationaltheater in Weimar wird im kommenden Jahr ein Staatstheater. Das Kabinett beschloss am Dienstag in Erfurt, 79 Prozent der Geschäftsanteile von der Betriebsgesellschaft des Theaters zu erwerben, wie das Kultusministerium mitteilte. Die Stadt Weimar soll die restlichen 21 Prozent behalten.
Erfurt (ddp-lth). Das Deutsche Nationaltheater in Weimar wird im kommenden Jahr ein Staatstheater. Das Kabinett beschloss am Dienstag in Erfurt, 79 Prozent der Geschäftsanteile von der Betriebsgesellschaft des Theaters zu erwerben, wie das Kultusministerium mitteilte. Die Stadt Weimar soll die restlichen 21 Prozent behalten.
Der entsprechende Vertrag soll am Freitag unterzeichnet werden. Bereits im Juni hatten sich die Stadt Weimar und das Land Thüringen über die Grundzüge eines Staatstheaters geeinigt. Die Landesregierung beschloss zudem, seine Förderung für das Theater von derzeit rund 15,8 Millionen auf 16,6 Millionen Euro aufzustocken.
ddp/erd/mwa

Deutsches Nationaltheater Weimar wird Staatstheater, 11.12.2007, MDR Figaro

Das Deutsche Nationaltheater in Weimar wird zum Jahreswechsel in ein Staatstheater umgewandelt. Ab dem 1. Januar 2008 wird das Land dann direkte Verantwortung für das Theaterangebot übernehmen, gab Kultusminister Jens Goebel am Donnerstag in Erfurt bekannt. Bisher war das Theater allein in städtischer Verantwortung, wurde aber vorwiegend vom Land finanziert. Mit dem Wechsel sieht Weimar Eigenständigkeit und Zukunft des Theaters gesichert, dem Goethe etwa 20 Jahre als Direktor vorstand.
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Enquetekommission Kultur fordert Bibliotheksgesetz - Deutscher Bibliotheksverband begrüßt Empfehlungen, 11.12.2007, PM Deutscher Bibliotheksverband e.V.

Der Deutsche Bibliotheksverband freut sich sehr über die heute vorgestellten Handlungsempfehlungen der Enquetekommission ‘Kultur in Deutschland’ zur Entwicklung der Bibliotheken in Deutschland. Ausgesprochen sinnvoll und wirksam ist nach Ansicht des Deutschen Bibliotheksverbandes die Empfehlung an die Bundesländer, Aufgaben und Finanzierung der Bibliotheken in Bibliotheksgesetzen zu regeln, und damit Bibliotheken zur Pflichtaufgabe zu machen.
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Weimar: Nationaltheater wird Staatstheater, 11.12.2007, dpa

Alles für die Planungssicherheit: Das Deutsche Nationaltheater in Weimar wird ein Staatstheater. Dem Haus, dem auch Goethe 20 Jahre vorstand, stehen damit einige Veränderungen bevor.
Das Deutsche Nationaltheater Weimar wird zum Jahreswechsel in ein Staatstheater umgewandelt. “Das Land wird - beginnend mit dem 1. Januar 2008 - selbst direkte Verantwortung für das Theaterangebot übernehmen”, sagte Kultusminister Jens Goebel (CDU). Das Traditionshaus, dem Goethe etwa 20 Jahre als Direktor vorstand, war bisher allein in städtischer Verantwortung, wurde aber vorwiegend vom Land finanziert. Die Klassikerstadt sieht in dem Wechsel Zukunft und Eigenständigkeit des Theaters gesichert. Das Land Thüringen hatte ursprünglich ein Staatstheater-Modell mit der nahen Oper Erfurt favorisiert. Dies scheiterte am Widerstand beider Städte, die beide nicht ein Orchester und Musiktheater aufgeben wollten.
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Mit dem Rücken zur Wand, 11.12.2007, TA

Wenn der Stadtrat Weimar heute dem Staatstheatervertrag zustimmt, dann ist dies eine Niederlage für das Land. Die Theaterpolitik ist weitgehend gescheitert- zum Wohle der Theater. Wo es wenig Widerstand gegen diese Politik gab, in Eisenach, war der Verluste am größten. Und wo es den stärksten Widerstand gab, in Weimar, der Gewinn.
WEIMAR. Am Freitag wird das Land den Vertrag zum Staatstheater unterschreiben: Und noch nie hat eine Unterschrift einen solchen Paradigmenwechsel der Thüringer Kulturpolitik besiegelt. Mit diesem Vertrag wird das Land, von den Umständen gezwungen, widerwillig über seinen Schatten springen.
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Stephan Märki: Theater als Gewalt-Prävention, 7.12.2007, TLZ

Das Theater muss auch seinen angestammten Ort verlassen: In Weimar wurden die Skater zum öffentlichen Diskurs auf die DNT-Bühne geholt. Foto: Peter Michaelis

Es ist manchmal eine große Versuchung, teilweise auch künstlerische Vorraussetzung, sich in der eigenen Welt des Theaters gegen die Welt von draußen abzuschirmen, denn das Theater sollte ein Laboratorium sein, ein Proberaum, wo man symbolisch etwas durchdeklinieren kann, bevor es Realität wird.
Doch haben wir erlebt, wie schnell das Theater selbst in den Kontakt von realen Gewaltsphären kommen kann, wenn es, noch mit Maske, seinen symbolischen Möglichkeitsraum verlässt. Das haben die Vorkommnisse von Halberstadt gezeigt, wo Mitglieder eines Nordharzer Theaterensembles von Rechtsextremisten überfallen und verprügelt wurden. Nun könnte man sagen, dass dort nicht das Theater in seiner freiheitlichen Geisteshaltung angegriffen worden ist. Zumal es sich nach Aussage der Schläger ja um eine Verwechslung handelte. Verwechslung? Macht es einen Unterschied ob ein realer Punk oder ein als Punk verkleideter Schauspieler von einem Mob verprügelt wird?

Wie aber einer Gewalt ohne Gewalt begegnen, die meist von sozial verursachter Angst und Perspektivlosigkeit ausgeht, von verlorenen Seelen, denen jeder zivilgesellschaftliche Anknüpfungspunkt fehlt, die mit Sicherheit auch nie ein Theater von Innen gesehen haben? Was also kann, was sollte ein Theater leisten, um gesellschaftlich relevant zu sein, jenseits seines vermeintlich angestammten Platzes kultureller, humanistischer und gesellschaftlicher Repräsentation?
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DNT Weimar wird 2008 Staatstheater, 5.12.2008, TLZ/TA

Was alle Beteiligten längst wissen, bekamen sie gestern vom zuständigen Minister in Erfurt noch einmal schriftlich bestätigt: Das Deutsche Nationaltheater Weimar wird am 1. Januar 2008 Staatstheater.
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Engagement wird gewürdigt, 5.12.2007, TLZ

Erfurt. (tlz) Der Menantes Förderkreis und der Verein Stelzenfestspiele bei Reuth werden heute in Erfurt mit dem Thüringer Kulturpreis (12 800 Euro) geehrt. Damit würdigt der Freistaat das Engagement der Mitglieder beider Initiativen. Der Förderkreis der Evangelischen Kirchgemeinde Wandersleben habe das ehemalige Stallgebäude, das sich im denkmalgeschützten Ensemble des Pfarrhofs befindet, zur Menantes-Literaturgedenkstätte ausgebaut und zu einem kulturellen Zentrum der Region entwickelt, heißt es in der Begründung des Kultusministers. Der Verein Stelzenfestspiele organisiert seit 1993 jährlich das gleichnamige Musikfestival und wird dabei von den 180 Einwohnern des Ortes Stelzen unterstützt.

Hilferuf an Horst Köhler, 5.12.2007, TLZ

Kromsdorf. (tlz/Gö) Der Verein der Freunde und Förderer der Grundschule Kromsdorf/Denstedt e.V. hat sich jetzt an Bundespräsident Horst Köhler gewandt und um Unterstützung beim Kampf für die Erhaltung der Kreisbibliothek gebeten. Wie Annette Roeder-Klimmek und Petra Krüger namens des Vereins betonen, habe Köhlers Rede anlässlich der Wiedereröffnung der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar dafür den Impuls gegeben: “Ihr Eintreten für den Erhalt der Bibliotheken in Deutschland hat uns Mut gemacht, vielleicht mit ihrer Hilfe doch noch das Unmögliche zu schaffen: nämlich das Weiterbestehen der Bibliothek im Schloss Kromsdorf.”
Bekanntlich hat der Kreis den Mietvertrag für die Remise, in der die Kreisbibliothek seit 14 Jahren ihr Domizil hat, zum 31. Dezember 2008 gekündigt. Statt in einer angemieteten Immobilie soll der Medienbestand, der durch die Fahrbibliothek auch im gesamten Kreis verteilt wird, künftig zusammen mit dem der Apoldaer Stadtbücherei in einem Depot in der Kreisstadt untergebracht werden. Der Kreis will damit nicht nur die Miet- und Betriebskosten einsparen, sondern auch die Stelle einer Bibliotheksmitarbeiterin. “Das ist für uns und die meisten Bürger unserer Dörfer schwer zu verstehen”, betonen die Vereinsmitglieder. Mit der Bibliothek verlören die Dörfer am Rande von Weimar nämlich eine wichtige Stätte der Kommunikation und Bildung. Zudem würde Schloss Kromsdorf ein Teil seines Angesichts und ein Stück Identifikationsmöglichkeit genommen. Gleichwohl gibt der Verein, der bereits mehr als 600 Unterschriften für den Erhalt der Kreisbibliothek gesammelt hat, die Hoffnung nicht auf, dass doch noch eine Lösung zugunsten der Bibliothek gefunden werden kann - vielleicht mit der Unterstützung Horst Köhlers.

Althaus bekennt sich zum Bauhaus Jahr, 2007, TLZ

Althaus bekennt sich zu Bauhaus 2009

Mit der TLZ sprach Dieter Althaus über das Bauhaus-Jahr 2009 und sichert die Unterstützung für die große Ausstellung „Bauhaus klassich” zu.

- Herr Dieter Althaus, bitte vollenden Sie folgenden Halbsatz: „Bauhaus ist für mich…”

Dieter Althaus: … sowohl Tradition als im Besonderen Zukunft.

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“Anmahnmal” für Bauhaus-Museum, 3.12.2007, TLZ

Weimar. (tlz) Das neue Bauhaus-Museum darf nicht auf die lange Bank geschoben werden: Davor hat jetzt der Verein der Freunde und Förderer der Kunstsammlungen zu Weimar gewarnt.
Mit Sorge habe man die Äußerungen des Kultusministers Jens Goebel vernommen, wonach bis zum 100. Jahrestag der Gründung des Bauhauses 2019 dieses Museum errichtet sein könne. Bis dahin könnten die jetzt bereitstehenden Bundesmittel in Höhe von 45 Millionen Euro für die Klassikstiftung nur noch die Hälfte wert oder in andere Löcher geflossen sein, befürchtete der Verein auf seiner jüngsten Jahreshauptversammlung. Nicht nur der Verein, sondern auch der Bund erwarteten einen Ruck, der durch die Stiftung gehen solle. Deshalb will der Verein bis April 2009 das Projekt “Anmahnmal Bauhaus-Museum” realisieren. Die Laser-Installation soll vom DNT über das Goethe-Schiller-Denkmal durch den Eingang des Kulissenhauses (Provisorium des Bauhaus-Museums) bis zur Herderkirche strahlen, um von dort über einen Spiegel zum Westbalkon des Schlosses umgeleitet zu werden, da beabsichtigt sei, das Schloss als Mitte des Weimarer Kosmos zu prononcieren.

Fusion ist kein Thema, 4.12.2007, TLZ

Eisenach/Meiningen. (tlz) “Eine Fusion von Meininger Hofkapelle und Eisenacher Landeskapelle steht nicht zur Debatte”, wird der kommende Eisenacher und weiterhin Meininger Intendant Ansgar Haag nicht müde zu betonen. Denn nur in der Kombination der beiden eigenständigen, wenn auch in Eisenach erheblich abgespeckten Klangkörper sei das Ziel der von der Politik vorgegebenen, verstärkten Zusammenarbeit zu erreichen. “Nur wenn beide Orchester da sind, kann ich an einem Abend Musiktheater in Eisenach und Meiningen anbieten”, so Haag. Wobei nur Meiningen künftig tatsächlich noch ein Musiktheater hat. Ob er bei seinen Überlegungen auf die Mitarbeit von Eisenachs Chefdirigent Tetsuro Ban bauen kann, weiß Haag noch nicht. Er würde ihn gerne halten, “Tetsuro Ban ist in Eisenach sehr beliebt und garantiert Qualität”. Man wolle einen Weg finden, den Wünschen des Dirigenten nachzukommen, allerdings macht Haag auch keinen Hehl daraus, dass Ban, den Vorgaben des Konzeptes folgend, Gehaltseinbußen hinnehmen werde müssen.
Eine noch nicht vollständige Version des Spielplanes 2008/09 hat Haag nun schon einmal vorgelegt (TLZ berichtete). Und er tut dies aus zwei Gründen. Er will alle Vorurteile in Eisenach abbauen, deshalb hat er auch ein paar Bonbons parat.

Und er zielt natürlich darauf ab, das Weihnachtsgeschäft nicht zu verpassen. Vielleicht legt ja doch der eine oder andere jemandem ein Theater-Abo unter den Weihnachtsbaum.
Was die Bonbons betrifft, so werden einige Produktionen explizit ihre Premiere in der Wartburgstadt haben und erst zu einem späteren Zeitpunkt in Meiningen erstmals gezeigt. Zum anderen werden Junges Theater und das Tanztheater personell aufgestockt.
Während er damit zwar dem Willen von Ballettchef Tomasz Kajdanski folgt, bedeutet der Konzeptwechsel beim Jungen Theater einen Aderlass. Die bisherige Chefin Anja Horst hat bereits die Konsequenz gezogen und ihren Weggang aus Eisenach verkündet. Für Haag kein Problem: “Das kommt bei einem Intendantenwechsel häufiger vor.”

Von Peter Rossbach