Archiv des Monats November, 2007

2007-11-19 – TA -Thüringer Allgemeine

Kulturbürger wollen Landesregierung unter Druck setzen - Treffen fand auf der Wartburg statt

Das Bürgerbündnis “Initiative zum Erhalt Thüringer Kultur” will Kulturfreunde und Institutionen miteinander vereinen. Damit soll es der Landesregierung schwerer gemacht werden, den Rotstift erneut an den Kulturbudgets anzusetzen.
EISENACH. Die Mitstreiter um den Architekten Peter Mittmann aus Weimar haben starke Zweifel, ob die Landesregierung unter Dieter Althaus (CDU) begriffen hat, welchen Wert die reiche Thüringer Kulturlandschaft besitzt. Jüngstes Beispiel seien Pläne zur geänderten Finanzierung von Musikschulen. “Die Landesregierung redet sich heraus”, kritisierte Karl-Heinz Berghäuser. Der Chefarzt der Saalfelder Klinik gehört der Initiative an. Für den 6. Juli 2008 will sie erstmals zum thüringenweiten Kulturtag aufrufen. “Das ist genau der Tag, zwei Jahre nachdem Minister Jens Goebel seine Kürzungsorgie für die Thüringer Theater und Orchester verkündet hat.” Ein bewusst gewähltes Datum, so Peter Mittmann. Wenn schon die Regierung die seit Monaten diskutierte Kulturkonferenz nicht anpacke, will das Bündnis sie im Frühjahr 2008 abhalten. Dazu fand am Wochenende in Eisenach ein Vorbereitungstreffen statt. Teilnehmer kamen u. a. vom Bibliotheksverband, vom Thüringer Museumsverband, vom Verband bildender Künstler, der Literarischen Gesellschaft, dem Landesmusikrat und anderen.
Von Sven-Uwe VÖLKER

2007-11-18 Thüringische Landeszeitung

Mit den Waffen des Kulturlandes

Eisenach. (tlz) Am Schauplatz des Sängerkrieges, auf der Wartburg, sagten am Sonnabend Mitglieder der Kulturinitiative Thüringen und anderer kultureller Verbände und Einrichtungen weiteren kulturellen Streichplänen der Thüringer Landesregierung den Kampf an - mit friedlichen Mitteln, versteht sich. Die aus der Bürgerinitiative Erhalt Thüringer Kultur um den Weimarer Architekten Peter Mittmann hervorgegangene Gruppe plant in Zusammenarbeit mit 22 großen Kulturverbänden am 6. Juli 2008 einen thüringenweiten Kulturtag. Exakt an jenem Datum, zwei Jahre vorher, hatte Kultusminister Jens Goebel (CDU) seine Streichpläne verkündete, in dessen Folge unter anderem das Eisenacher Landestheater sein Musiktheater und insgesamt 80 Stellen verlor.
Beim Kulturtag gehe es darum, die Vielfalt der Kultur, deren Bedeutung weit über das Land hinaus reiche, zu demonstrieren, um sie den Bürgern einmal in voller Schönheit ins Bewusstsein zu rücken, sagte Peter Mittmann. Er ist sicher: Wenn die Menschen erst einmal erfassten, um welchen Schatz es sich handele, könne man über sie auch die eher fiskalisch agierende Politik erreichen.
Nächstes Jahr im Frühjahr soll außerdem auf der Wartburg eine Kulturkonferenz einberufen werden. Dort wollen Kulturverbände und -vereine Wahlprüfsteine auswerten, wie sie den Parteien im Land vor der letzten Wahl vorgelegt wurden, informierte Karl-Heinz Berghäuser von der Kulturinitiative. Von der Prüfung will man die neuen Forderungen an die Landespolitik ableiten und nicht locker lassen - und sollte es bis zur nächsten Wahl dauern. Noch vor der Verabschiedung des Landesetats im Dezember will die Initiative bei der Landesregierung wegen der Umverteilung von Mitteln für Musik- und Kunstschulen intervenieren. Das Budget dafür ist zwar nicht kleiner geworden, muss jedoch, weil es den Kommunnen nun über den kommunalen Finanzausgleich zu geführt wird, viel stärker geteilt werden, was sich für die Schulen existenzbedrohend auswirkt. Die Initiative fordert deshalb eine Rückkehr zur direkten Förderung.
Kritik übte Peter Mittmann am Verhalten von Ministerpräsident Dieter Althaus und Kultusminister Goebel, die Kulturdiskussion immer wieder abzuwürgen. Nachdem zunächst bei einem Gespräch im März 2007 die Kulturkonferenz angeregt worden sei, habe die Regierung sie jedoch nicht weiter verfolgt. Nicht einmal ein Schreiben mit einer Nachfrage sei beantwortet worden. Deshalb habe man sich nun entschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Zu den Eisenacher Mitgestaltern der Konferenz zählt Hotelier Hans-Joachim Hoock.
Claudia Wegner aus Weimar, bei der künftig die Fäden der Kulturinitiative Thüringen zusammenlaufen, ermunterte Kulturschaffende im Freistaat, sich anzuschließen. Wer die friedliche Wende geschafft habe, der dürfe nicht ein paar Jahre später tatenlos mit ansehen, wie die Kultur im Freistaat abgewickelt werde. Es gelte, Farbe zu bekennen, sagte sie in Eisenach.Sorgen sich um den Erhalt der Kulturlandschaft in Thüringen: Karl-Heinz Berghäuser (links), Claudia Wegner und Peter Mittmann. Foto: Specht
18.11.2007 Von Rita Specht

Vorbereitendes Treffen auf der Wartburg

2007-11-19-TLZ

Vorbereitung des Ersten Kulturkongresses in Thüringen

Wartburg-Treffen

Die Initiative Erhalt Thüringer Kultur bereitet den ersten Thüringer
Kulturkongress vor, der im Frühjahr 2008 auf der Wartburg
stattfinden soll. Ein vorbereitendes Treffen fand am
Sonnabend, 17. November 2007 auf der Wartburg statt. An diesen
Vorbereitungen beteiligt sich ein enger Kreis von Vorständen Thüringer Kulturspitzenverbände und Institutionen.

Wartburg

Am 2. März diesen Jahres hatte die Initiative ein Gespräch mit
Ministerpräsident Althaus und Minister Prof. Goebel, in welchem sie
den Gedanken einer Kulturkonferenz vortrug, um die Probleme zu
erörtern und den sich ständig verstärkenden Abbau der
Kulturinvestitionen aufzuhalten. Die Initiative bekam eine generelle
Zusage, aber bis heute hat sich nichts getan. Sie musste nunmehr
wiederum die Initiative ergreifen und möchte an das „Kulturkonzept
des Freistaates Thüringen“ – 2005 – anknüpfen. Das Kulturkonzept anerkennt umfassend Thüringen als Kulturland. Kulturinstitutionen jedoch, wie Bibliotheken, Museen, Denkmalpflege, Bildungseinrichtungen, Theater und Orchester, Künstler, Kunst- und Musikschulen usw. sind alle von den Streichungen der Thüringer Landesregierung und der Städte und Gemeinden seit Jahren betroffen.

Neues Bauhaus-Museum / 130 Millionen Euro für Weimar, 17.11.2007, TLZ/dpa

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KLASSIKERSTADT / 130 Millionen Euro für Weimar
Neues Bauhaus-Museum

Die Klassik Stiftung Weimar kann in den kommenden zehn Jahren mehr als 130 Millionen Euro investieren: in das Schloss, aber auch in ein neues Bauhaus-Museum.
Geldsegen für die Klassik-Stiftung Weimar: Nach der Zusage des Bundes von 45 Millionen Euro hat die Thüringer Landesregierung nochmals die gleiche Summe zugesagt. Hinzu kommen die jährlichen Mittel des Bundes und Landes von 4,4 Millionen Euro. Das macht in zehn Jahren zusammen rund 130 Millionen für Investitionen. Das Geld soll unter anderem für die Sanierung des Stadtschlosses, die Restaurierung von Handschriften sowie den Bau eines Bauhaus-Museums verwendet werden. Bis zum kommenden Frühjahr muss die Stiftung einen Masterplan entwickeln. An erster Stelle steht der Neubau eines Depots, mit dem Ende 2008 begonnen werden soll. Auf 4500 Quadratmetern sollen dort die Schätze der Klassikstiftung aufbewahrt werden. “Erst dann können wir das Schloss zur neuen Mitte Weimars entwickeln”, sagt Stiftungspräsident Hellmut Seemann. “Künftig soll das Schloss nicht verschlossen sein.” Priorität genieße auch die dringend notwendige Sanierung des Goethe- und Schillerarchivs sowie die Wiederbeschaffung von Büchern, die beim Brand der Anna- Amalia-Bibliothek verloren gegangen sind. Mit der Investitionssumme ist aber auch der Neubau eines Bauhaus-Museums gesichert. Impulse dafür könnten die Ausstellungsprojekte an vier Standorten zum 90. Geburtstag des Bauhauses 2009 geben.