Archiv des Monats Oktober, 2007

Kreis gibt mehr Geld: Orchester gerettet, 18.10.2007, TA

GOTHA (vd). Mit einer knappen Zwei-Drittel-Mehrheit beschloss der Kreistag gestern Abend, ab 2009 für vier Jahre die Thüringen-Philharmonie mit jährlich 998 400 Euro zu unterstützen. Damit ist die Existenz des Orchesters gesichert, es wird aber Entlassungen geben müssen. Nachdem der Gothaer Stadtrat vergangene Woche mit seinem Beschluss, das Orchester ab 2009 mit jährlich einer halben Million Euro zu unterstützen, vorgelegt hatte, rang sich gestern in einer Sondersitzung auch der Gothaer Kreistag durch, seinen Anteil aufzustocken - um 30 Prozent auf jährlich 998 400 Euro. Plus Zuschuss des Landes kann die Philharmonie überleben, allerdings mit etwa zehn Musikern weniger als bislang. Trotz des bitteren Beigeschmacks überwog gestern Abend die Freude beim Trägerverein und beim Intendanten Hermann Breuer. “Wir danken allen, die uns in diesem nicht einfachen Jahr unterstützt haben, so Breuer.Der Landkreis Gotha ist gar nicht so arm, um dieses Orchester sterben zu lassen, sagte Manfred Eckardt (SPD). Sein Fraktionskollege Werner Pidde forderte für die Musiker ein Ende der Hängepartie. Reinhard Ponick (BI) sagte, Kultur dürfe nicht nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten entschieden werden. Gerhard Päselt (CDU) sieht nicht zwangsläufig eine Erhöhung der Kreisumlage mit einer Erhöhung des Orchesterzuschusses einhergehen. Man befinde sich an einer Scheidemarke in der kulturellen Entwicklung, so Joachim Schröder (Linke). Bevor der Kreistag auf seiner Sondersitzung beschloss, die Mittel für die Thüringen-Philharmonie zu erhöhen, formulierten die Fraktionen noch einmal ihre Positionen - in Teilen ein politischer Schlagabtausch, der das Ansehen eher beschädigte.Zehn Abgeordnete der CDU-Fraktion stimmten am Ende gegen eine Erhöhung. “Wir werden als Vernichter der Philharmonie hingestellt, dabei hat der Kultusminister die ganze Debatte ausgelöst, und von Suhl spricht jetzt niemand mehr”, so Jürgen Beese. “Ich sage offen, dass ich gegen eine Erhöhung des Kreisanteils bin, andere denken es nur, sprechen es aber nicht offen aus.”Gegen eine Erhöhung des Kreisanteils zur Finanzierung des Thüringen-Philharmonie haben gestimmt: Michael Allin, Jürgen Beese, Jürgen Karstedt, Klaus Kaufmann, Jörg Kellner, Wolfgang Ortlepp, Christel Rämisch, Klaus Reißig, Rosel Steinbrück, Wolfgang Steinbrück.

Erleuchtung in Gotha, 18.10.2007, TA

Eine Woche nach der Stadt Gotha hat sich gestern auch der Landkreis klar zur Thüringen Philharmonie bekannt. Mit 29 zu zehn Stimmen beschlossen die Kreistagsabgeordneten, den Zuschuss für das Orchester ab 2009 um 30 Prozent auf 998 400 Euro zu erhöhen.
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Logo fürs Bauhaus- Jahr 2009, 18.18.2007, ImPuls-Region

Am 18. Oktober 2006 wurde in Weimar von der Arbeitgruppe “Bauhaus 2009″ der ImPuls- Region unter Leitung von Hellmut Seemann, Präsident der Klassik Stiftung Weimar, das gemeinsam entwickelte Logo für das Bauhaus- Jahr 2009 vorgestellt.

Einer der ersten Schritte der Arbeitsgruppe war die bundesweite Ausschreibung für ein Logo zum Themenjahr. Das Logo wird alle Aspekte des Themenjahres in einer dem Bauhaus adäquaten gestalterischen Form zusammenführen und transportieren. Die Wort- Bild- Marke “Bauhaus 2009″ soll den Anforderungen der Tourismusbranche entsprechen, aber auch für die beteiligten kulturellen Institutionen im Schriftverkehr und bei der Vorbereitung hochkarätiger Ausstellungen verwendbar sein.

Die ImPuls- Region wird für das Jahr 2009 Veranstaltungen zu den Themen “Bauhaus”, “90 Jahre Bauhaus” und die “Wirkung des Bauhauses auf die Gegenwart” initiieren. Dabei werden anspruchsvolle Projekte, aber auch solche der Breitenkultur unter zahlreichen regionalen wie auch überregionalen Partnern abgesprochen.

Ausstellungsplanung:

Weimar: Ausstellung “Das Bauhaus - ‘klassisch’”, an 13 Orten
Jena und Weimarer Land: Monographische Ausstellungen zu Kandinsky, Schlemmer, Moholy- Nagy und Feininger
Erfurt: Das Angermuseum erinnert an seine berühmte Moderne- Sammlung und große Sammlertradition in Erfurt; in der Kunsthalle Erfurt arbeitet eine Ausstellung die Reaktion umfangreich auf und beleuchtet damit die politische Dimension des Thema Bauhaus

Siegfrieds Kinderspiel, 8.10.2007, TLZ

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Die szenisch-interpretatorische Evidenz im Dienst eines vitalen Humanismus überstrahlt alles. Die Kulturstadt feiert zu Recht ihren “Ring”. Und ist freudig gespannt auf den letzten Streich, die “Götterdämmerung”.
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Weimar. (tlz) Es gerät, wer Richard Wagners “Ring”-Zyklus schmiedet, spätestens mit “Siegfried”, der dritten Etappe, in einen durch die beiden vorausgegangenen Teile festgelegten Mechanismus der Interpretation, der - so unausweichlich wie Hammer auf Amboss - das gesamte Regiekonzept auf die Nagelprobe seiner Sinnstiftungskraft und Schlüssigkeit stellt. Sofern es nun knarzt und kracht im Getriebe der hermeneutischen Logik oder - schlimmer noch - ein gähnender Leerlauf entsteht, so hat, wer für die Inszenierung Verantwortung trägt, grundsätzlich versagt.

Falls nicht, nicht. War als das wahrhaftig Spektakuläre an dem wagemutigen Weimarer “Ring”-Projekt bisher anzusehen, mit welch einem geringen äußeren Aufwand die emanzipatorische Entzauberung des vermeintlich deutschesten unter den romantischen Opern-Mythen betrieben wurde, so beruht die eigentliche Sensation der jetzigen “Siegfried”-Premiere darin, wie geräuschlos und glatt dieses intellektuelle Räderwerk ineinandergreift, wie alles, was gegen den Strich der Konvention gebürstet schien, abermals als zutiefst plausibel und richtig gelten muss.
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Das Fanal: “Rosenkavalier” in Eisenach, 8.10.2007, TA

Noch nie in seiner Geschichte hat sich das Eisenacher Theater an den “Rosenkavalier”, die große Oper von Richard Strauss, gewagt. Ihre erste Inszenierung wird die letzte des selbstständigen Hauses sein. Die standing ovations des Premierenpublikums galten nicht nur einer feinen künstlerischen Leistung; sie drückten die Sympathie für das Ensemble und die einmütige Ablehnung seiner Zerschlagung aus.
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Staatstheater: Verhandlungen sind ins Stocken geraten, 5.10.2007, TLZ

Weimar. (tlz) Die Verhandlungen über ein Staatstheater Weimar sind in einem entscheidenden Punkt festgefahren: Wieviele Aufführungen und zu welchem Preis bestreiten die Weimarer in Erfurt? Im DNT wird das als illusorisch eingestuft, was offenbar Erfurt erwartet, nämlich 30 kostenlose Gastspiele. Unbill droht dem Theater von einer weiteren Seite, denn OB Stefan Wolf (SPD) hat mit Generalintendant Stephan Märki ein Loyalitäts-problem, nachdem er Julia Miehe als neue Stadtkulturdirektorin favorisierte. Ausgerechnet die im Unfrieden ausscheidende Orchesterdirektorin der Staatskapelle nehme gegenüber der Theaterleitung eine Vorgesetztenrolle ein. Wer Nachfolger von Felix Leibrock wird, will das Rathaus nächste Woche verkünden.

Zwei “Fäuste” in der Tasche, 4.10.2007, TLZ

Erfurt/Weimar. (tlz) In der Debatte um Kooperationen zwischen der Erfurter Oper und dem Nationaltheater Weimar bemüht sich Kultusminister Jens Goebel (CDU), die Wogen zu glätten. Es gebe keine Bedingung, dass die Weimarer 30 Gastspiele pro Jahr in der Landeshauptstadt absolvieren müssten, um Staatstheater werden zu dürfen, sagte Goebel gestern. Vielmehr: “Es geht darum, im Bereich Schauspiel eine vernünftige Kooperation zu finden”, beschwichtigte er.

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Goebel schloss nicht aus, dass solche Kooperationen aus einem Sonder-Fonds seines Ministeriums honoriert würden. Ad acta gelegt hat er nur das Thema Fusion Erfurt-Weimar: “Für mich ist es erledigt.” Doch bevor man über einen Stückeaustausch rede, seien landesseitig erstmal die Grundlagen zu klären. “Wir haben noch keine Finanzierungsvereinbarung mit Erfurt und noch keinen Gesellschaftervertrag mit Weimar”, so Goebel. Von einem Konnex mit Gastierverpflichtungen, wie ihn Weimars CDU ins Spiel brachte, hält der Minister offenkundig nichts. Vielleicht nehmen das sogar seine Beamten zur Kenntnis. Denn es kann wohl nicht angehen, wie Märki schwant, “dass wir am Ende den Titel ,Staatstheater´ haben und in der Praxis eine Landesbühne sind.”
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Kulturpflicht muss in die Verfassung, 3.10.2007, TLZ

Engagiert für frei zugänglichen Bücherschatz der Bibliotheken: Professor Paul Raabe und Frank Simon-Ritz m Gespräch mit TLZ-Kulturredakteur Wolfgang Hirsch.

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Beide Bibliothekare sehen es deshalb als überfällig an, dass die Kultur als Pflichtaufgabe im Grundgesetz festgeschrieben wird. Dies ist auch deshalb besonders wichtig, weil, wie Simon-Ritz erklärte, das Land Thüringen seine Zuwendungen für Büchereien im Haushaltsentwurf 2008/09 einsparen will. Bisher stellte der Freistaat 1,3 Prozent seines Etats für die Kultur bereit, wovon 0,6 Prozent für Bibliotheken vorgesehen waren.
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Mafia-Drama auf zwölfmal vier Saiten, 3.10.2008, TA

Die zwölf Thüringer Cellisten passen gegen Ende des 12. Monats jetzt auch auf jeden Gabentisch: Ihre erste CD ist erschienen. Nur live sind sie noch besser, zuletzt in der Neuen Oper Erfurt.

ERFURT. Das Konzert zur CD-Präsentation stand unter keinem guten Stern. Einer der Zwölf musste mit lädiertem Finger pausieren, und auch wenn der Ensemblegründer und Geraer Solocellist Lukas Dreyer Bachs Air mit Verve übernahm: Michael Hochreither von der Thüringen Philharmonie ist nicht ohne weiteres ersetzbar.
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