Archiv des Monats September, 2007

Zwölf Streicher und ihr erster Streich, 30.09.2007, TA

Seinen allerersten Streich spielte das Dutzend Streicher Anfang Juli live in Gera. Drei Monate nach dem Gründungskonzert haben die zwölf Thüringer Cellisten gerade ihre erste CD veröffentlicht und präsentieren sie morgen in Erfurt. Auf dem Programm: Cellokompositionen und -arrangements von Bach bis Eisler, von Januar bis Dezember. Garantiert: ein Konzert, das man nicht so bald vergisst.

ERFURT. Wenn die Kulturkürzungs-Versuche der Landesregierung überhaupt Gutes nach sich gezogen haben, dann ist es die Entstehung dieses Ensembles. Lukas Dreyer, Solocellist des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera, reagierte mit der Gründung der zwölf Thüringer Cellisten auf die monatelangen Spardebatten und die Lähmung, die sie mit sich brachten. Er und seine Kollegen aus neun Orchestern und von der Musikhochschule Weimar treten den Beweis an, wie viel Kreativität in Thüringens Orchestern steckt und dass Musiker - im Unterschied zu manchen Landes- und Kommunalpolitikern - nur zu gern über den Tellerrand blicken. Orchestergrenzen spielen keine Rolle, musikalische Zeitsprünge sind den zwölf Cellisten selbstverständlich, und wenn ihnen Raum und Zeit zu eng werden - Thüringen war für Orchestermusiker monatelang ein klaustrophobischer Ort -, dann heben sie auch mal mit dem Star Trek ab.
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Bayreuth: Nike Wagner will gemeinsam mit Cousine kandidieren, 29.09.2007, TLZ/dpa

Nike Wagner schlägt eine gemeinsame Kandidatur mit ihrer Cousine Eva Wagner-Pasquier vor.

München (dpa) - Im Tauziehen um die Nachfolge von Wolfgang Wagner als Leiter der Bayreuther Festspiele hat Nike Wagner eine gemeinsame Kandidatur mit ihrer Cousine Eva Wagner-Pasquier vorgeschlagen.
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Ausweg für Philharmonie gesucht, 26.09.2007, TA

Nach der Entscheidung des Stadtrats Suhl, sich ab 2009 komplett aus der Finanzierung der Thüringen-Philharmonie zurückzuziehen, trafen sich Vertreter der Stadt und des Landkreises Gotha sowie des Trägervereins gestern zu einem Krisengespräch.
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Museen fordern mehr Geld, 24.09.2007, TA

Mehr als die bisherigen 1,3 Prozent aus dem Landeshaushalt für die Kultur forderte gestern in Creuzburg Thüringens Museumsverband.

CREUZBURG. Wartburg-Hauptmann Günter Schuchardt, gestern als Verbandschef wiedergewählt, betonte im Gespräch mit dieser Zeitung: “Mit den im Thüringer Doppelhaushalt für 2008 und 2009 veranschlagten rund 6,6, Millionen Euro können wir nicht zufrieden sein, weil die Personal-, Sach- und Energiekosten steigen. Daher mischen wir uns in die Lesung des Haushalts ebenso ein wie in den unsere Einrichtungen tragenden Kommunen”, Da die institutionelle und projektgebundene Förderung für Museen von 8,3 (2004) auf 6,6 Millionen Euro (2007) reduziert wurde, blicken die Vertreter der 185 Häuser auf ihrer Jahresmitgliederversammlung skeptisch in die Zukunft. Auch die aus dem Kunstministerium von 500 000 auf 575 000 Euro für 2008 und 2009 anwachsenden Investitionen sind unzureichend. Ganz offensichtlich bewirkten die von Kultus-Staatssekretär Walter Bauer-Wabnegg gestern anerkannten “hohen Besucherzahlen” und der “Ansturm auf die Museen im 800. Geburtsjahr der heiligen Elisabeth” kein Umdenken.
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Suhl bläst Philharmonie das Licht aus, 25.09.2007, TA

Suhls Stadtrat hat gestern das vermutliche Aus für die Thüringen Philharmonie Gotha-Suhl beschlossen. Ab 2009 fließt aus Suhl kein Geld mehr für das Orchester.

SUHL. “Viel Harmonie - auch weiterhin.” Mit Plakaten hatten sich gestern Knabenchor und Singakademie vor dem Suhler Rathaus postiert. Mit eingezogenem Kopf eilten sie die Treppe hinauf: die Stadträte, die sich bereits im Vorfeld für die Streichung der zugesagten Förderung in Höhe von 500 000 Euro ausgesprochen hatten. Sie mussten sich Pfiffe und Buh-Rufe gefallen lassen. Etwa 200 Menschen demonstrierten für den Erhalt der Philharmonie.
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Mehrheit des Suhler Stadtrates streicht den Orchesterzuschuss, 25.09.2007, TLZ

Suhl/Gotha. (tlz/wifi) Noch bevor gestern Abend die Thüringen Philharmonie die neue Spielzeit in Suhl eröffnete, versetzte der Suhler Stadtrat dem Orchester und Trägerverein einen empfindlichen Schlag. Mit 18 Ja- bei zwölf Gegen-Stimmen und vier Enthaltungen beschloss eine CDU-/SPD-Mehrheit sowie Freie Wähler, dass Suhl ab 2009 dem Orchester keinen Zuschuss mehr zahlt.
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Krisengespräch, 26.09.2007, TA

Nach der Entscheidung des Stadtrats Suhl, sich ab 2009 komplett aus der Finanzierung der Thüringen-Philharmonie zurückzuziehen, trafen sich Vertreter der Stadt und des Landkreises Gotha sowie des Trägervereins gestern zu einem Krisengespräch, um zu beraten, wie es weiter gehen soll.
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Die Zukunft der Museen, 23.9.2007, TA

Auf der romantischen Creuzburg, wo die heilige Elisabeth ihre Kinder gebar, geht es heute zur Jahresmitgliederversammlung um die Zukunft der Thüringer Museen. Denn das Land Thüringen will die Förderung mit 6,6 Millionen Euro festschreiben.
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Trauerspiel, 23.9.2007, TA

Der Suhler Stadtrat entscheidet morgen über das Schicksal der Thüringen Philharmonie. Nicht einmal Optimisten unter den Orchesterfreunden haben noch Hoffnung, dass die Ratsmehrheit etwas anderes beschließen wird als das Aus der Orchesterfinanzierung. Was der Kultusminister trotz heftigsten Bemühens nicht herbeiführen konnte - das Ende der Philharmonie -, das besiegelt nun wohl einer der kommunalen Träger. Und fühlt sich auch noch im Recht.
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Keine Kulturräume in Thüringen, 20.9.2007, TA

ERFURT. Der Thüringer Landtag hat gestern ein Kulturraumgesetz nach sächsischem Muster mit der Mehrheit der CDU abgelehnt. Der Gedanke des seit 1994 bestehenden Kulturraumgesetzes besteht in der Einbeziehung von umliegenden Kommunen und Landkreisen an der Finanzierung von Kultureinrichtungen, an denen ihre Bürger partizipieren. Dafür werden Kulturräume definiert, in denen die Gemeinden finanzielle Mitverantwortung für die jeweiligen Einrichtungen übernehmen.
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Weimarer Staatstheater-Nervosität, 19.09.2007, TA

Obschon die Verhandlungen zum Staatstheater recht gut laufen und kurz vor dem Abschluss stehen, hat jetzt ausgerechnet der Weimarer Stadtrat die Nerven verloren und bringt Unruhe hinein.

WEIMAR. Etwas voreilig redet man am DNT oft schon davon, dass “wir Staatstheater geworden sind”, was Schauspieler Jürg Wisbach jüngst mit dem Bonmot vom “German National States Theatre” persiflierte. Immerhin sah es aber danach aus, dass bereits zum 1. Januar 2008 aus dem Stadt- ein Staatstheater wird, was für weitere Planungen des Hauses mehr als hilfreich wäre.
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Weimar wirbt an der A 4, 19.9.2007, TLZ

Weimar-Werbung: Mit zwei neuen Schildern an der Autobahn A 4 wirbt Weimar seit kurzem für seine Unesco-Weltkulturerbe-Stätten. Foto: Peter Mittmann

Weimar. (tlz) Nach jahrelangem Einsatz stehen seit kurzer Zeit zwei Schilder an der Autobahn, auf denen Weimar mit seinem Status als Unesco-Welterbe wirbt. Die Idee hatte der Freundeskreis Weimar “99 schon vor sechs Jahren, der Antrag beim Ministerium scheiterte jedoch. Der Verein ließ sich nicht abschrecken, Anträge und Entwürfe wurden eingereicht und wieder abgelehnt, Zuständigkeiten der Behörden wechselten im Laufe der Jahre. Ein erneuter Antrag der Weimar GmbH brachte endlich den gewünschten Erfolg. Ein neuer Entwurf, die Befürwortung durch die Thüringer Tourismus GmbH und die Finanzierungszusage der Weimar GmbH ermöglichten das schnelle und unkomplizierte Aufstellen der Schilder.

Rudolstadt: Was Männer zu bieten haben, 17.9.2007, TA

Auch weil das Theater Rudolstadt in die nächste Saison mit unveränderter, deutschlandweit einzigartiger Zusammensetzung ge-hen kann - Schauspiel plus Orchester und vollem Angebot aller Theater-Formen -, gab es zum Spielzeitauftakt in den Fußgängerzonen der Städte Saalfeld und Rudolstadt je ein Dankeschön-Konzert des Orchesters.

RUDOLSTADT. Die Vormittags-Bummler mochten aufmerken: Wir haben in unserer Region ja “Thüringer Symphoniker”! Folglich sind wir kulturell ganz und gar nicht in Randlage! Das Schauspiel lud zur Rudolstädter Saisoneröffnung nach Hauptmanns “Ratten” (TA berichtete) zum Liederabend von Franz Wittenbrink “Männer” und anschließenden Nachtprogrammen rings um die große Bühne.
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Leserbrief des damaligen Fraktionsvorsitzenden der SPD und jetzigen Oberbürgermeisters von Eisenach, Matthias Doht, in „Hallo Eisenach“, 01. September 2003

Da sich Meiningen ab 2005 aus der Finanzierung des Theaters über die Kulturstiftung
zurückziehen will, sind wir als SPD-Stadtratsfraktion der Meinung, daß das Ende des Eisenacher Theaters nicht mehr weit ist.

Ohne Not hat der OB die Theaterehe im vorauseilenden Gehorsam gegenüber Minister Trautvetter und der Landes-CDU mit Saalfeld/Rudolstadt gekündigt, schaltete die Geschäftsführung gleich, löste den Chor auf, verkleinerte das Orchester und servierte Herrn Bosshart die wohl gut finanzierte Intendanz auf dem silbernen Tablett – mit der Begründung, den Theaterstandort Eisenach erhalten zu wollen.

Nun sieht es so aus, als ob die Meininger nur das Eisenacher Geld wollten, um künftig ihr Theater mit einer Eisenacher „Nebenbühne“ zu finanzieren. Wir fordern deshalb OB Gerhard Schneider auf, umfassend über alle Ergebnisse und Absprachen zu informieren. Sollte Eisenach wirklich nur noch Zahlmeister der Meininger sein, ist dies für die SPD nicht hinnehmbar und wir erwarten, dass dann der Oberbürgermeister für sein Handeln die persönlichen Konsequenzen zieht.

Zwei Orchester - ein Klang Solidaritätskonzert am 19.9.2007, PM

Solidaritätskonzert mit Würzburger Orchester

Das philharmonische Orchester Würzburg spielt zusammen mit der Thüringen Philharmonie Gotha-Suhl am Mittwoch, 19. September um 20:00 Uhr in Suhl zu einem Solidaritätskonzert.

Mit einem gemeinsamen Konzert des Philharmonischen Orchesters Würzburg und der Thüringen Philharmonie Gotha-Suhl wollen die beiden Partnerstädte Würzburg und Suhl ein Zeichen der kulturellen Solidarität setzen.

Am Mittwoch, den 19. September,
spielen beide Klangkörper um 20 Uhr im Congress Centrum Suhl berühmte und populäre Werke der Klassik. Zuerst erklingt Franz Schuberts „Unvollendete“, interpretiert von der Thüringen Philharmonie unter Dirigent Hermann Breuer. Im Anschluss daran spielen die Würzburger Musiker Vorspiel und Liebestod aus Richard Wagners Oper „Tristan und Isolde“. Die Leitung hat der Generalmusikdirektor des Mainfranken Theaters, Jin Wang. Bei der abschließenden 5. Sinfonie von Peter Tschaikowsky musizieren beide Orchester mit vereintem Klang für die Thüringer Orchesterkultur.

Ein kostenloser Bus bringt die Gothaer Konzertbesucher nach Suhl und zurück. Dafür bitten wir um eine Rückmeldung bis zum 17. September 2007 im Orchesterbüro in der Reinhardsbrunner Str. 23, Tel. (03621) 751776, E-Mail

Eintrittskarten sind ab sofort bei der Tourist-Information Suhl im Congress Centrum Suhl Tel. 03681/788-228 und an der Abendkasse erhältlich.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Hermann Breuer

Intendant

Suhl: Sanierung statt nur Überbrückung, 11.09.2007, Freies Wort

Innenministerium sagt finanziell angeschlagener Stadt Hilfe zu

„Die Liquidität ist vorerst gesichert.“ Suhls Oberbürgermeister Jens Triebel kann nach dem Krisengespräch gestern im Erfurter Innenministerium jedoch noch keine Entwarnung geben: An einer schmerzhaften Sanierung der Stadt-Finanzen führt kein Weg vorbei.
ERFURT/SUHL/GOTHA – In welcher Höhe genau das Land der einstigen Bezirksstadt unter die Arme greifen wird, sei gestern noch nicht festgelegt worden, sagte Triebel nach dem Gespräch in Erfurt. Klar sei jedoch, dass dies „im Rahmen eines rückzahlbaren Kredits“ geschehen wird. Dafür müssten alle Beteiligten eine Reihe von Aufgaben leisten.
In einer Vereinbarung sei festgelegt worden, dass „die Haushaltslage von Suhl intensiv betrachtet“ werde, sagte Martin Schütze, ein Sprecher des Ministeriums: „Die Stadt muss jetzt sicherstellen, dass ihre Haushaltsstrukturen effizient sind.“ So müsse sie beispielsweise genau hinsehen, was welche städtische Maßnahme koste oder wie die gleiche Arbeit mit weniger Aufwand zu bewältigen sei.
Was dabei noch sehr unkonkret klingt, hat in der Praxis allerdings schon deutliche Auswirkungen: „Wir haben alles gestoppt, was vermeidbare Ausgaben sind. Das gilt auch für sämtliche neuen Investitionsvorhaben“, erklärte Triebel gestern.
Der wohl deutlichste Ausgabenposten, den es trifft, dürfte die Thüringen-Philharmonie sein. Er könne seinen Stadträten nach wie vor nicht empfehlen, die bereits fix und fertige Finanzierungsvereinbarung für das Orchester anzunehmen, sagt der Oberbürgermeister.
Philharmonie wird erstes Spar-Opfer

Allerdings sei auch klar, „dass das nicht reichen wird“. Angesichts der jahrelangen Finanzprobleme der Stadt müsse ein grundlegender Sanierungskurs her. Es werde wohl noch ein paar Wochen dauern, bis klar sei, wie umfassend die strukturellen Eingriffe im Finanzhaushalt der Stadt ausfallen müssen. Von welchen Leistungen die Stadt sich dabei trennt, habe sie selbst zu entscheiden, heißt es aus Erfurt. Das Ministerium werde nicht hinein dirigieren: „Es gilt immer noch die kommunale Selbstverwaltung.“
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