Erhalt des Theaters Rudolstadt und des Orchesters Saalfeld-Rudolstadt in seiner bisherigen Form
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren Fraktionsvorsitzende,
als Initiator der Thüringer Kulturinitiative möchte ich mich heute an Sie wenden mit der dringenden Bitte, alle möglichen Anstren-gungen zu unternehmen, um das Theater Rudolstadt und das Orchester Saalfeld-Rudolstadt in der jetzigen Form zu erhalten und weiterzuentwickeln.
In unserem Kampf gegen die Kürzungen der Thüringer Kultur konnten wir zusammen mit vielen Einzelinitiativen und Persön-lichkeiten sowie Organisationen bisher viele Thüringer dafür ge-winnen, sich für den Erhalt ihrer vielfältigen Kultur als ein Allein-stellungsmerkmal Thüringens zu engagieren. Dieses Engagement hat dazu geführt, dass die Landesregierung von ihren ursprüngli-chen Kürzungsplänen ein gutes Stück abrücken musste. Gerade der Mut der Bürgermeister von Saalfeld und Rudolstadt sowie der Landrätin vermochten hier einen Kompromiss mit dem Land her-auszuarbeiten, der es immerhin ermöglichte, bis zum Jahr 2012 – also in der bisher auch üblichen Zeitspanne – eine gewisse Si-cherheit zu erreichen.
Eine Voraussetzung dafür ist, nun auch die Mittel für die Aufsto-ckung des Beitrages bereitzustellen. Dies kann selbstverständlich nur als eine Zwischenlösung angesehen werden.
In Deutschland ist die Kultur seit jeher von Staats wegen gefördert
und organisiert worden. Strukturen für eine private Förderung in
größerem Stil fehlen weitgehend, sollten jedoch da, wo sie möglich
sind, zumindest als eine Ergänzung zur öffentlichen Förderung angestrebt und aufgebaut werden. Hierfür ergeben sich im Raum Saalfeld-Rudolstadt durch die Initiative der Unter-nehmen für den Erhalt des Theaters Saalfeld-Rudolstadt gute Ausgangsbedingungen, um langfristig eine Unterstützung auf den Weg zu bringen.
Unsere Initiative hat darüber hinaus bewirkt, dass das Kultusministerium bereit ist, die wirt-schaftlichen Auswirkungen der Kultur in einer Studie zu untersuchen. Hierfür liegen derzeit keine zuverlässigen Daten vor, so dass es nur gerechtfertigt ist, die Kürzungen im Kultur-etat komplett zu stornieren und erst einmal die Ergebnisse der Studie abzuwarten.
Eine Neu- oder Umstrukturierung im Kulturbereich unter Einbeziehung aller Kulturträger, das heißt, auch der Museen, bildenden Künste usw. erfordert meiner Meinung nach eine thüringenweite Kulturkonferenz, die eine bessere interne Abstimmung mit Wirtschaft und Kultur sowie auch insbesondere der Touristikbranche und auch eine entsprechende Ab-stimmung der Kulturschaffenden untereinander ermöglicht. Diesem Vorschlag stand der Ministerpräsident bei unserem Gespräch positiv gegenüber.
Unser Ziel ist es, dass mittelfristig bei den politisch Verantwortlichen die Bereitschaft gege-ben ist, Thüringen als Kulturland zu fördern und statt zu kürzen, in Kultur weiter zusätzlich zu investieren.
Die Einzigartigkeit der Thüringer Kulturlandschaft als etwas Erhaltenswertes auch für die restlichen Bundesländer darzustellen, ist hierzu ein notwendiger Schritt.
Wir hoffen darauf, dass diese Initiativen möglichst noch in diesem Jahr greifen und viel-leicht auch noch vor der Haushaltsdebatte im Herbst diese Argumente Auswirkungen auf die letztendliche Ausgestaltung der Kulturförderung in Thüringen haben wird.
Es wäre schade, wenn ein so mutiger erster Schritt wie in Rudolstadt und Saalfeld zum Erhalt der Kultur in der Region nicht auch zum Erfolg führen würde, zumal schon das Um-feld bis Bayreuth und Bamberg genügend Platz für einen attraktiven Kulturschwerpunkt bildet.
Nicht zuletzt fürchte ich auch eine Schwächung unserer Initiative, die durch die Initiative der Unternehmen im Landkreis Saalfeld und Rudolstadt sehr gestärkt wurde.
Mit den besten Wünschen und für ein gutes Gelingen
Peter Mittmann
INITIATIVE ERHALT THÜRINGER KULTUR
DS: Stadträte: Herrn D. Büchner, Herrn F. Dobermann, Herrn G. Franz, Herrn K.-H. Geiß-ler, Frau H. Grosse, Herrn J. Heinecke, Herrn K.-B. Holzhey, Herrn Dr. med. St. Kania, Herrn M. Kowalleck, Herrn H. Kulawik, Herrn G. Lamprecht, Herrn A. Langen, Herrn F. Lippmann, Herrn B. Lochner, Frau H. Musiol, Herrn Dr. med. E. Müller, Frau S. Österrei-cher, Herrn J. Pfeiffer, Herrn K. Rabsilber, Herrn E. Roschka, Frau R. Rösch, Herrn M. Schildbach, Herrn N. Schneider, Herrn M. Schüner, Herrn R. Thomas, Herrn Dr. med. J. Tscharnke, Frau B. Weihrauch, Herrn W. Wolfram, Herrn N. Wosniak, Herrn R. Wurzbach