Archiv des Monats März, 2007
31. März, 2007 @ 00:37
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Erfurt. (ddp/tlz) Die Landesregierung hat ihr Ziel, bei Theatern und Orchestern zehn Millionen Euro bis 2009 einzusparen, jetzt auch offiziell aufgegeben. Im Landtag sprach Kultusminister Jens Goebel das offen aus, was ohnehin schon alle wussten: Die Zielmarke ist nicht mehr zu halten. Die neue Sprachregelung lautet: Die Zuwendungen des Freistaates werden ab 2009 “schrittweise von 60 Millionen Euro auf etwa 50 Millionen Euro” gesenkt. Ursprünglich war die komplette Kürzung ab 2009 avisiert worden.
Der Minister wiederholte die Zusicherung der Regierung, die Kulturquote des Haushalts bei 1,3 Prozent zu halten. Da jedoch das Etatvolumen insgesamt sinke, gingen auch die Beträge der einzelnen Posten zurück. Theater und Orchester seien bislang zu Gunsten anderer Kultureinrichtungen von Kürzungen verschont geblieben. 2005 habe der Anteil von Theatern und Orchestern an den gesamten Kulturausgaben 53 Prozent erreicht, 15 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor.
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30. März, 2007 @ 08:59
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So viel Provinz war selten. Die Thüringer Landesregierung beharrt trotz mannigfaltiger Verwunderung und Empörung darauf, den Freistaat und die Welt im Bauhaus-Jahr 2009 mit einer Landesausstellung “Natur im Städtebau” zu beglücken.
ERFURT. Der Ministerpräsident musste sich gestern im Landtag gelegentlich der Rotation seiner Staatssekretäre auch zur thematischen Rotation der Landesausstellung 2009 äußern. Dabei entschied er sich, wie schon tags zuvor sein Regierungssprecher, für ein klares Dementi des Offensichtlichen. Nein, sagte Dieter Althaus, nie habe es konkrete Pläne für eine Landesausstellung zum Bauhaus, das vor 90 Jahren in Weimar gegründet wurde, gegeben; und ja, natürlich wisse das jeder, weil er ja zum Beispiel mit der Stiftung Weimarer Klassik “ganz intensiv” in Kontakt stehe.
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30. März, 2007 @ 08:58
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Erfurt/Weimar. (tlz) Für die geplante “Holding Staatstheater Thüringen” soll das Wochenende die Vorentscheidung bringen: Montag wollen die Oberbürgermeister Stefan Wolf aus Weimar und Andreas Bausewein (beide SPD) aus Erfurt dem Kultusminister Jens Goebel (CDU) mitteilen, ob die Fraktionschefs ihrer Stadträte das Kompromisspapier gutheißen und weitere Verhandlungen befürworten (TLZ berichtete).
Während Bausewein in Erfurt erst heute morgen mit den Spitzen seines Stadtparlaments zusammentrifft, absolvierte Wolf in Weimar bereits gestern Abend diesen Gang. Ergebnis: Man bat sich Bedenkzeit aus. Dennoch ist Wolf optimistisch: “Ich würde den Stadträten empfehlen, das anzunehmen”, sagte er der TLZ. Während Bausewein noch ungleich verhaltener agiert: “Die Begeisterung in Erfurt hält sich in Grenzen.”
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30. März, 2007 @ 08:57
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Erfurt/Weimar. (tlz/wohi) Belegte Brötchen statt diätetischer Trennkost: Das Theater-Spitzengespräch zwischen Kultusminister Jens Goebel (CDU) und den Oberbürgermeistern Erfurts und Weimars, Andreas Bausewein und Stefan Wolf (beide SPD), war gestern offenbar nur eine Zwischenmahlzeit im Verhandlungs-Marathon zur geplanten Theater-Holding. Immerhin zeichnet sich schon die Idee eines Menüs ab. Von einer Expertengruppe beider Bühnen wurden mehrere Varianten serviert, wie die Häuser in Thüringens Mitte künftig zusammen zu führen wären. Goebel, Wolf und Bausewein verständigten à la carte auf einen gemeinsamen Gang.
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29. März, 2007 @ 12:10
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Erfurt/Weimar. (tlz) Die Oppositionsparteien im Thüringer Landtag, SPD und PDS, haben Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) in aller Schärfe aufgefordert, seine als skandalös empfundene Absage an eine Landesausstellung “Bauhaus 2009″ zu überdenken. Althaus hatte überraschend einer kleinen Landesgartenschau den Vorzug gegeben, während im Kultusministerium und in der CDU-Fraktion noch über einen “Blackout” des Regierungschefs gerätselt wurde: Man wähnte ein Missverständnis. Davon geht auch Kultur-Staatssekretär Walter Bauer-Wabnegg aus, wie er im TLZ-Interview sagte.
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29. März, 2007 @ 12:08
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In Erfurt ist jetzt das Regierungschaos komplett. In ein und derselben Sitzung wird das Kultusministerium ausweislich des Protokolls, das der TLZ vorliegt, beauftragt, im Vorfeld der Haushaltsverhandlungen zu einer möglichen Landesausstellung - und zwar zum Thema Bauhaus 2009 - zu berichten. Am 17. April soll dies erfolgen. Gleichzeitig wird eine kleine Landesgartenausstellung vom Staatskanzleichef persönlich zur Landesausstellung umbenannt. Am Folgetag gibt der Ministerpräsident bekannt, es werde jetzt eine Landesausstellung zum Thema Grün in Städten veranstaltet.
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29. März, 2007 @ 08:31
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Eine gemeinsame Theater-GmbH, drei Betriebe, keine Einsparung. Das sieht ein Positionspapier vor, das die Oberbürgermeister von Erfurt und Weimar aus ihrem gestrigen Gespräch bei Kultusminister Jens Goebel mitnahmen. Damit ist klar: Die Theaterverhandlungen werden allenfalls in einer Gemeinsamkeits-Geste münden, die keinen Spareffekt hat und nur der Gesichtswahrung der Regierung dient. weiterlesen »
29. März, 2007 @ 08:30
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2009, exakt 90 Jahre, nachdem das heutige Kulturwelterbe Bauhaus in Weimar seinen Anfang nahm, widmet Thüringen seine große Landesausstellung wem? Genau: Parks und Gärten, der “Natur im Städtebau”. Sagte vorgestern der Ministerpräsident, schrieb gestern diese Zeitung und erregte damit nicht zuletzt die im Freistaat mit dem 90. Bauhaus-Jubiläum heftig Befassten. Das könne doch nicht wahr sein. Die Zeitung habe da gewiss etwas verwechselt und Dieter Althaus garantiert nur eine kleine Landesgartenschau gemeint. Und mit dem Bauhaus werde also bestimmt noch alles gut. Wird aber nicht. Zumindest nicht in Form einer (weltweit wahrgenommenen) Bauhaus-Landesschau. Denn, so beschied der Regierungssprecher gestern, das vorgestrige Wort des Ministerpräsidenten sei keineswegs ein irrtümliches. Es bleibe bei der genannten freistaatlichen Ausstellung “Natur im Städtebau”. weiterlesen »
28. März, 2007 @ 09:44
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Er hat das Steuer des Theaters Altenburg-Gera in stürmischer Zeit übernommen: Matthias Oldag ist seit 2006 Intendant im Osten Thüringens. Die Kürzungspläne der Landesregierung treffen auch sein in “Theater & Philharmonie Thüringen” umgetauftes Haus. Der Finanzierungsplan mit dem Land ist unterzeichnet. Und am 21. April, rechtzeitig zur Buga, wird das prachtvolle Geraer Jugendstiltheater nach der Sanierung wiedereröffnet.
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28. März, 2007 @ 09:44
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Das wird spannend. Ein Park in dieser Stadt, ein Begrünungsplan in jener. Thüringen, Deutschlands Grünes Herz, hat recht herzig entschieden. Und solidarisch mit den anderen Bundesländern. Könnte ja sein, die wären betrübt, wenn der Freistaat 2009 eine Landesausstellung veranstaltete, die die anderen nicht können, weil sie es nicht haben. Das Bauhaus zum Beispiel. Es reicht nicht, ließe sich Karl Kraus variieren, kein angemessenes Bauhaus-Museum zu haben, man muss auch eine Landesausstellung dazu verhindern. Im Übrigen fällt so auch weniger auf, dass es dieses Museum nicht gibt. Womöglich ist die Botschaft hinter der Nachricht, dass auch 2009 kein Grundstein für ein solches Museum gelegt werden kann. Und das muss man ja nicht an die große Glocke hängen.
Das Land Thüringen hat wieder einmal nicht begriffen, dass Weimar einer der wichtigsten deutschen Orte ist.
Henryk GOLDBERG
28. März, 2007 @ 09:43
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Im Sommer wird die dritte Thüringer Landesausstellung eröffnet, gewidmet der heiligen Elisabeth. Während hierfür die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen, verkündete Dieter Althaus gestern, dass es auch 2009 eine Schau geben wird. Nicht Bauhaus ist ihr Thema, sondern “Natur im Städtebau”.
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28. März, 2007 @ 09:42
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Eisenach. (ep) Bewegung in der Theaterdebatte: Stadträten, Ausschussmitgliedern, berufenen Bürgern, dem Landrat und dem Kultusminister arbeitete die Bürgerinitiative “Pro Musiktheater” über das Stadtratsbüro ein Papier zu, das morgen auch Gegenstand einer Beratung im Stadtentwicklungsausschuss sein soll. Inhalt ist eine Analyse des mit dem Theater Meiningen und dem Freistaat ausgehandelten Konzeptes, mit dem Oberbürgermeister Matthias Doht und Bürgermeisterin Ute Lieske am 2. März an die Öffentlichkeit gingen (TLZ berichtete). Es sieht die Zustiftung des Eisenacher Theatervermögens unter das Dach der Meininger Kulturstiftung um den Preis einer auf 24 Mann reduzierten Kapelle, die Entlassung des Sängerensembles sowie technischer und Verwaltungsmitarbeiter vor - insgesamt 80 Menschen. Dafür soll das Ballett um sechs Mitglieder aufgestockt und ebenso erhalten bleiben wie das Kinder- und Jugendtheater.
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27. März, 2007 @ 17:35
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hallo liebe initiative, hallo herr mittmann,
als alter weimarer habe ich heute die deutschlandfunk-sendung gehört und bin leider (oder gott sei dank) nicht durchgekommen.
es ist für den kulturliebhaber, aber außenstehenden “nicht-kultur-macher” ganz schwer stellung zu beziehen.
wissen wir doch alle, dass das zeitalter der neuen medien die kultur langsam auffrisst bzw. sich selbst zur neuen kultur stilisieren will. und genau da sollte angesetzt werden!
wissen wir doch um den altersdurchschnitt der besucher von theater- oder synphonie-aufführungen. reden wir doch nicht über geld sondern zuerst über soziologische gewohnheiten und entwicklungen und deren ursachen.
sind wir ehrlich, geben wir doch zu (und wenn wir uns damit ein bein abschneiden), dass goethe, schiller, shakespeare, müller, handke (und wie sie heißen, die mir mit 56 jahren gerade nicht mehr einfallen wollen)… nur noch für eine handvoll auserlesener interessant sind, die für einen thaterbesuch auf 3 flaschen wein oder 15 bier oder einen neuen handyvertrag oder die neue premiere-gebühr oder 200 km autofahrt..oder..oder.. v e r z i c h t e n…!
außer sarkastischer ironie fällt mir nix ein. also:
aus anlass des nächsten besuches des ministers, der kürzungen oder streichungen veranlasst oder begründen will, sollten 1000 lkw, beladen mit asche des vesuv zum “verschütten” bereit stehen. desweiteren müssten sich ein intendant oder vielleicht zusätzlich ein mime (natürlich in pose) bereit erklären, in die asche der vergangenheit einzugehen.
so könnten requisiten, darsteller und verantwortliche gemeinsam auf natürliche und nachgewiesenermaßen sichere art für eine irgendwann wieder interessierte nachwelt erhalten bleiben, die bemerkt hat, dass kulturelle armut die ursache aller ihrer derzeitigen übel ist.
so, wie die zeit jetzt tickt, hilft nur öffentlicher suizid der kultur: noch hat sie die bühnen dafür.
viel spaß bei der inszenierung; ich leide mit. (mir ist jetzt schon schlecht.)
traurige grüße
mit der hoffnung für unsere enkel im herzen
ihr
holger metz
27. März, 2007 @ 17:18
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Sehr geehrter Herr Mittmann,
seit geraumer Zeit schon bewundere ich Ihre umfangreichen und wohl - zumindest teilweise - erfolgreichen Initiativen in Bezug auf die “Kulturlandschaft Thüringen”. Mit großem Interesse verfolge ich Ihre laufenden Informationen, die ich als E-Mail erhalte. Anlaß dieses Schreibens ist Ihre letzte Nachricht, in der Sie über Ihr Gespräch mit dem Ministerpräsidenten berichten. Es bestätigt für mich erneut, daß die Thüringer Politiker alles, was mit (langjährig gewachsener!) Kultur zu tun hat, eher als Last denn als Chance begreifen. In einer lokalen Zeitung wurde übrigens darüber berichtet, daß dem ortsansässige Hotelier Dr. Hook eine “Audienz” beim MP (dank Ihrer Vermittlung) gewährt worden sei.
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27. März, 2007 @ 17:16
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Prof. Dr. Helen Geyer
Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena
99406 Eisenach
12. März 2007
Zeiten der Not? – Zerschlagung eines Musiktheaters:
Offener Brief an alle, die sich verantwortlich fühlen – oder es sind:
Die Geschichte lehrt es: In Zeiten der Not wurden Hofkapellen reduziert, Musiker und Sänger entlassen; man beschränkte sich auf das Allernotwendigste der Staatsrepräsentation. Kurz: man entledigte sich der Kunst – sie war und ist offensichtlich entbehrlich, auch die Ausübenden. Es ist aber auch bekannt: Nie war gerade Musik weniger entbehrlich als in Zeiten der Not. In den Gefangenenlagern wurde Theater gespielt, musiziert, in den Trümmern von Sarajewo musizierten verwaiste Musiker. In keiner Kunst wird der Mensch so sehr zum Menschen wie in der Musik, zumal wenn er sie ausübt – dies meinte jedenfalls Goethe.
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27. März, 2007 @ 17:15
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Prof. Dr. Helen Geyer
Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena
Postfach 2552
99406 Eisenach
Am Hainstein 17, 99817 Eisenach, Tel.: 03691 744 854
12. März 2007
Zeiten der Not? – Zerschlagung eines Musiktheaters:
Offener Brief an alle, die sich verantwortlich fühlen – oder es sind:
Die Geschichte lehrt es: In Zeiten der Not wurden Hofkapellen reduziert, Musiker und Sänger entlassen; man beschränkte sich auf das Allernotwendigste der Staatsrepräsentation. Kurz: man entledigte sich der Kunst – sie war und ist offensichtlich entbehrlich, auch die Ausübenden. Es ist aber auch bekannt: Nie war gerade Musik weniger entbehrlich als in Zeiten der Not. In den Gefangenenlagern wurde Theater gespielt, musiziert, in den Trümmern von Sarajewo musizierten verwaiste Musiker. In keiner Kunst wird der Mensch so sehr zum Menschen wie in der Musik, zumal wenn er sie ausübt – dies meinte jedenfalls Goethe.
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27. März, 2007 @ 12:28
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Grundsätzliche Vorbemerkungen
Die Thüringer Landesregierung hat federführend durch das Kultusministerium 2005 ein Kulturkonzept veröffentlicht, in dem „die Förderung einer lebendigen und fruchtbaren Wechselbeziehung von Traditionspflege und kultureller Innovation“ als Grundaufgabe aktueller Kulturpolitik in Thüringen definiert ist. Dabei geht es zukünftig „um die Erhaltung der innovativ nutzbaren und genutzten kulturellen Substanz“.
Hinsichtlich der Theater wird nach 2008 angestrebt, „die Theater- und Orchesterstrukturen sowie Kooperationsmodelle den veränderten finanziellen Rahmenbedingungen des Landes und der kommunalen Gebietskörperschaften anzupassen“
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27. März, 2007 @ 07:43
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Erfurt. (tlz) “Das Theater lehrte mich, den Anderen so zu akzeptieren, wie er ist, und ich begriff, dass das Gute die Menschen vereint und das Böse sie entzweit”, schreibt Scheich Sultan Bin Mohammad Al-Qasimi in seiner Grußbotschaft zum heutigen Welttheatertag 2007. Der Gouverneur des Wüstenstaats Sharjah und Mitglied des Hohen Rats der Vereinigten Arabischen Emirate hat in England studiert; insofern ist er mit abendländischer Kultur vertraut. Ob er jemals Thüringen besucht hat? - Wir wissen es nicht.
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24. März, 2007 @ 12:33
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EISENACH (smb). Die Theaterdebatte kochte am Donnerstagabend auf der Mitgliederversammlung der Eisenacher CDU im “Glockenhof” hoch. Christian Köckert verteidigte die gefundene Lösung mit der Kulturstiftung Meiningen, schloss aber Korrekturen nicht aus. Dennoch: “Hier wird womöglich die einzige Strukturveränderung in der Thüringer Theaterlandschaft überhaupt vorgenommen”, so Köckert mit Blick auf die Thüringer Gesamtsituation. weiterlesen »
23. März, 2007 @ 01:15
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Die Thüringer Landesregierung ist mit ihrer Theaterpolitik beinahe flächendeckend gescheitert. Nur in Eisenach vermochte sie ihren ursprünglichen Sparplan durchzusetzen - und deshalb sieht es dort trostloser aus als sonst irgendwo im Land aus.
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23. März, 2007 @ 01:15
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In der Debatte um die Thüringer Kulturlandschaft geraten die nicht mit einem Theater verbundenen Orchester in der Regel ins Hintertreffen. Allerdings sind auch die Theaterorchester von der Thüringer Kulturpolitik betroffen.
THÜRINGEN. Thüringen verfügt als Musikland über eine reiche Tradition. Hier stand die Wiege eines der bedeutendsten Künstler aller Gattungen und Zeiten, die von Johann Sebastian Bach. Hier wirkten Liszt und Strauss und Bülow, hier wurde der “Lohengrin” uraufgeführt. weiterlesen »
23. März, 2007 @ 01:14
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Das Erfurter Theater musste nach der Wende sein Schauspielensemble und das Ballett abbauen. Die 2003 eröffnete Neue Oper, das alte Haus war baufällig, besitzt identische Bühnenmaße mit dem Nationaltheater Weimar - eine spätere Fusion war der Grundgedanke dieses Neubaus. Heute hat das Theater 314 Beschäftigte, davon 177 künstlerische Mitarbeiter. Von der derzeitigen Gesamtzuwendung von ca. 17 Millionen Euro trägt das Land ca. 6,5 Millionen. Diese Summe wird sich ab 2009 voraussichtlich um etwa 500 000 Euro verringern, womit das Haus bis 2012 eine sichere Zukunft hat. Das Land hat Erfurt und Weimar einen gemeinsamen Etat zugewiesen. Derzeit laufen noch Verhandlungen über eine Holding, eine Verwaltungsgemeinschaft für beide Häuser, die allerdings keine nennenswerte Einsparung erbrächte und als Einstieg in eine künftige Fusion gesehen werden muss. In Erfurt wird diese Holding eher skeptisch gesehen.
23. März, 2007 @ 01:14
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Das Nationaltheater Weimar verlor nach der Wende das Ballett. Das bekannteste und im Schnitt auch beste Thüringer Theater hat heute 411 Mitarbeiter, davon 244 künstlerisch Beschäftigte. In der derzeitigen Gesamtförderung von 18,9 Millionen Euro sind 15,8 Millionen des Landes enthalten. Das Land will offiziell für Weimar und Erfurt in der Summe 2,3 Millionen Euro sparen. Bei einer proportionalen Aufteilung entsprechend der Förderung wären das für das DNT weit über die Hälfte. Gemeinsam mit den zwei Millionen Euro, die dem Haus Ende 2008 zum Tarifausgleich fehlen werden, wenn das “Weimarer Modell” ausläuft, fehlten dann zwischen drei und vier Millionen Euro. Eine solche Summe wäre nicht mehr zu kompensieren und führte zu massiven Einschnitten. Es ist nicht zu erwarten, dass sich die Landesregierung das leisten wird, unklar ist, wie weit, mit oder ohne Holding, das Land hier kompensieren wird. Dieses Haus hat beinahe eine Überlebensgarantie
23. März, 2007 @ 01:14
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Das Theater Nordhausen musste nach der Wende sein Schauspielensemble liquidieren. Von den heute 301 Beschäftigten sind 197 künstlerische Mitarbeiter. Die derzeitige Landesförderung von 4,91 Millionen Euro wird ab 2009 auf 4,2 Millionen Euro reduziert. Da die Träger ihre Zuwendungen aber etwas erhöht haben, wird das Theater mit seinen Sparten Oper und Ballett über die Laufzeit der neuen Finanzierungsverträge - 2009/2012 - existieren können. Im Falle des Balletts gibt es noch eine theoretische Unsicherheit, doch darf man hier optimistisch sein.
Ursprünglich sollte das Haus, wie andere auch, auf 1,5 Millionen Euro gekürzt werden, was sein faktisches Ende bedeutet hätte. Die Folge wäre eine kulturelle Verödung der Region Nordthüringen gewesen, so dass das Land hier einlenken musste. Nordhausen kooperiert sehr produktiv mit Rudolstadt, was beiden Orten ein komplettes Angebot sämtlicher Sparten ermöglicht.
23. März, 2007 @ 01:13
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Die 1934 gegründete Jenaer Philharmonie ist heute Thüringens größtes reines Konzertorchester. Zu dem Ensemble gehören 87 Mitglieder, davon 80 künstlerisch tätige. Der Freistaat gibt jährlich 1,53 Millionen Euro für die Philharmonie aus, hinzu kommen 2,9 Millionen Euro von den kommunalen Trägern. Laut Finanzierungsvereinbarung erhält das Orchester der Universitätsstadt ab 2009 vom Freistaat Thüringen jährlich 1, 4 Millionen Euro. Die Existenz der für ihren Spielplan mehrfach preisgekrönten Philharmonie ist gesichert. Sie gestaltet unter der Leitung von Nicholas Milton regionale Konzertreihen, feierte aber auch Erfolge auf internationalen Festivals.
Vogtland-Philharmonie Greiz-Reichenbach
Die Vogtland-Philharmonie Greiz-Reichenbach entstand 1992 als Fusion aus den Orchestern beider Städte. Dazu unterzeichneten Thüringen und Sachsen sowie die beiden Landkreise einen entsprechenden Vertrag. In ihrer ersten Spielzeit zählte die Philharmonie 128 Mitglieder, heute sind es nur noch 65. Derzeit erhält der Klangkörper jährlich 690 000 Euro vom Land Thüringen und 2,27 Millionen Euro von den anderen Trägern. 2009 stellt Thüringen 750 000 Euro für das Orchester, dessen Existenz gesichert ist, zur Verfügung. Die Philharmonie spielt in beiden Städten und weiteren vogtländischen Orten. Hinzu kommen Gastspiele im In- und Ausland.
23. März, 2007 @ 01:12
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Die Thüringen Philharmonie Gotha/Suhl ist bereits das Resultat einer Fusion, die schon eine Rettungsaktion war. Von den 82 Beschäftigten sind 76 künstlerische Mitarbeiter. Dem Orchester wird der derzeitige Landeszuschuss von 1,83 Millionen Euro auf Null gekürzt - als einziger Institution. Das bedeutet die Liquidation dieses Klangkörpers Ende 2008, denn die Träger, obgleich Gotha, anders als Suhl, sehr interessiert ist, verfügen nicht über den Spielraum, diesen Ausfall zu kompensieren. Das Schicksal der Philharmonie hängt nun ab von den Gesprächen zwischen Erfurt und Weimar. Scheitert die Holding, dann würden die Erfurter gern mit der Philharmonie kooperieren, um ihr eigenes Orchester zu verstärken. Voraussetzung dafür wäre neben einem Scheitern der Holding ein weiteres finanzielles Engagement der Träger. Für den Fall einer Kooperation mit Erfurt hatte der Ministerpräsident weitere Zuwendungen an die Philharmonie als “eine Möglichkeit” bezeichnet.
23. März, 2007 @ 01:11
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Das Theaterhaus Jena als ein juristisches Privatunternehmen ist die einzige Neugründung eines Theater nach der Wende. Von den 37 Beschäftigten sind 17 künstlerische Mitarbeiter. Die derzeitige Landesförderung von 700 000 Euro wird ab 2009 um 100 000 Euro erhöht, die Existenz des Hauses ist gesichert. Das Theaterhaus Jena bietet ausschließlich Schauspiel überwiegend experimentellen Charakters. Die Struktur der Stadt Jena als Wissenschafts- und Bildungszentrum dürfte auch nach 2012 eine Verflachung der Kultur als politisch sehr schwer durchsetzbar erscheinen lassen, zumal das einstige Jenaer Stadttheater schon in der DDR nur bespielt wurde.
23. März, 2007 @ 01:11
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Das Theater Rudolstadt verlor nach der Wende bereits sein Musiktheater. Von den heute 142 Beschäftigten sind 73 künstlerische Mitarbeiter. Die derzeitige Landesförderung von 3,1 Millionen Euro sollte ursprünglich auf 1,5 Millionen Euro reduziert werden. Eine Aussage des Ministerpräsidenten in dieser Zeitung führte dazu, dass die Träger ihren Anteil um 900 000 Euro erhöhten und Gleiches vom Land verlangten - und bekamen. So sind die Musiker bis 2012 sicher und verzichten dafür auf eine ggf. dann fällige Abfindung. Die weitere Perspektive ist unsicher. Das Haus kooperiert eng mit Nordhausen und wird von der Kommunalpolitik engagiert unterstützt.
22. März, 2007 @ 17:02
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NORDHAUSEN (ah). Im Stadtrat klirrten gestern nicht nur die Sektgläser anlässlich der Begrüßung neuer Einwohner. Das leidige Thema Theaterfinanzierung stand ebenso auf der Tagesordnung. Tiefer in die Tasche sollen ab der kommenden Spielzeit die Kulturliebhaber greifen.
Keine Gegenstimmen, aber immerhin vier Enthaltungen rief der Beschluss zur Erhöhung der Theaterpreise ab 1. August hervor. Ziel ist es die Einnahmen von 424 000 auf 475 000 Euro zu erhöhen, um auf diese Weise steigende Betriebskosten abzufangen. Die Preise klettern um etwa 17 Prozent, sollen aber wegen der Sozialverträglichkeit nicht so stark die unteren Platzgruppen, sondern deutlicher die besten Sitze belasten. Zudem wird der Rentnerbonus gestrichen. Nur die Inhaber des “Nordhausenpasses”, Senioren mit sehr geringem Einkommen, bleiben von den Regelungen ausgenommen, sollen sogar noch einen höheren Preisnachlass erhalten.
Die Vereinbarung zwischen dem Land und der Theater Nordhausen und Loh-Orchester Sondershausen GmbH lag ebenso auf dem Tisch der Ratsmitglieder. Wie viel die Stadt zusätzlich aus ihrem Haushalt locker machen kann und will, soll aber erst bei der zweiten Lesung im Mai besprochen werden. Nachdem die Thüringer Landesregierung nur noch eine Förderung von 4,2 Millionen Euro pro Jahr bis 2012 zugesagt hat, fehlen künftig 710 000 Euro für den Spielbetrieb. Abwarten, hieß die Devise, die die Oberbürgermeisterin ausgab. Erst will man sehen, wie die Verträge der anderen Theater und Orchester gestaltet werden. “Wir wollen nicht als doppelter Verlierer dastehen.”
22. März, 2007 @ 17:02
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Die SPD legte den Kultur-Skandal bloß –
Die große Deutschlandfunk-Debatte war eine Blamage
Von Hans Hoffmeister
Das war keine Sternstunde für den Deutsch¬landfunk. Er wollte am Mitt¬wochvormittag über knapp anderthalb Stunden die Thü¬ringer Kulturkrise beleuchten und hatte dazu Thüringer Po¬litiker und Theatermenschen gleich in Kompaniestärke ins DNT-Foyer geladen. Darunter eine Kulturbürgerin und einen Journalisten. Indes er¬wies sich: Viel bringt nicht immer viel, vor allem, wenn der Moderator nicht Bescheid weiß, das Knowhow seiner ei¬genen Redakteurin vor Ort verschmäht und sich dann noch als komplett unfähig er¬weist, den Sachverhalt um die regierungsamtliche Kahl¬schlagpolitik bündig darzu¬stellen und in der Debatte entsprechend nachzufassen.
Mitunter wusste der Ra¬diohörer gar nicht, wer sprach, dabei handelte es sich doch nicht um Fernsehen…
Der Moderator, der anfangs einen „Walküre”-Ausschnitt als etwas „Kulinarisches” be¬zeichnete, reihte einfach Per¬son an Person, Statement an Statement. Anfangs zitierte er aus Thüringer Zeitungen, sprach Schlagzeilen wie „Kulturkampf in Goethes Land”, TLZ-Original-Klartext war aber nicht willkommen.
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