Archiv zur Kategorie Presse

2008-05-31 TLZ 150 Angebote zum Kulturtag

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2008-05-30-ddp Bereits mehr als 150 Veranstaltungen beim Kulturtag Thüringens

«Wir sind überwältigt von der Resonanz» ©ddp
30.05.2008 15:05:23 - Für den ersten Kulturtag Thüringens am 6. Juli sind bereits mehr
als 150 Veranstaltungen gemeldet. «Wir sind überwältigt von der
Resonanz, die unser Aufruf in den Thüringer Kultureinrichtungen
ausgelöst hat», sagte der Sprecher der Kulturinitiative und
Koordinator des Tages, Peter Mittmann, am Freitag in Weimar.

Weimar (ddp-lth). Für den ersten Kulturtag Thüringens am 6. Juli sind bereits mehr als 150 Veranstaltungen gemeldet. «Wir sind überwältigt von der Resonanz, die unser Aufruf in den Thüringer Kultureinrichtungen ausgelöst hat», sagte der Sprecher der Kulturinitiative und Koordinator des Tages, Peter Mittmann, am Freitag in Weimar. Die Initiative hoffe nun, dass sich die Thüringer von der Begeisterung der Kulturschaffenden anstecken lassen.
Mit dem ersten Kulturtag Thüringens will die Initiative die Menschen im Freistaat animieren, «den Erlebnis- und Freizeitwert von Kultur zu entdecken und die kulturellen Einrichtungen und ihre vielfältigen Angebote in der jeweiligen Nähe wieder einmal zu nutzen».
(ddp)

TLZ vom 25. April 2008 Theaterfamilie will Stiftungssitz

Kultusministerium Thüringen und Stadtverwaltung lehnten das Ansinnen vorerst ab
Von Rita Specht
Eisenach. (ep) Wäre das Grab des Theaterhaus-Stifters Julius von Eichel-Streiber nicht 1984 durch die Stadt abgeräumt worden, könnte man heute hingehen und nachschauen, ob sich der Eisenacher Ehrenbürger womöglich in selbigem ’umgedreht hat. Grund für die Bewegung dürfte der Umgang mit seinem Erbe sein, vermutet Christine von Eichel-Streiber.

Der Familienverband derer von Eichel-Streiber bat beim Land Thüringen um Sitz und Stimme in der Kulturstiftung Meiningen-Eisenach und bestimmte die in Bonn lebende Eisenacher Theaterfreundin Christine, diese Aufgabe zu übernehmen. Der Eintritt in die Stiftung wird ihr jedoch verwehrt. In die vom Land Thüringen gegründete Meininger Kulturstiftung war nach den Mittelkürzungen für das Landestheater durch Freistaat, Stadt Eisenach und Kreis das Theater Eisenach per Zustiftungsvertrag eingebracht worden (TLZ berichtete). Zum Zustiftungsvermögen gehört auch das Theatergebäude. Dem fühlt sich der Eichel-Streibersche Familienverband, der immerhin stolze 109 Angehörige zählt, bis heute verbunden. Aber auch den Theatermitarbeitern, deren Zahl durch die Mittelkürzungen halbiert wurde. „Das Eisenacher Theater muss Ansprechpartner haben, die nicht beliebig nach politischen Konstellationen alle vier bis acht Jahre wechseln.“ Zudem bekam die Zustiftung das, was Julius von Eichel-Streiber seiner Stadt spendete – „die Immobilie“, argumentiert Christine von Eichel-Streiber. Gemeinsam mit den Familienmitgliedern Almuth und Ulrich unterzeichnete sie ein Schreiben an den einstigen Kultusminister Jens Goebel, in dem sie um Sitz in der Stiftung, „aus Gründen wohlerwogenen Proporzes“ bittet.

Zusätzlich vereinbart

Verhältnismäßigkeit bezieht sie nicht nur auf die Ausgewogenheit zwischen Eisenach und Meiningen, deren Kultureinrichtungen unterm Stiftungsdach selbstständig bleiben sollen. Verhältnismäßigkeit fordert der Familienverband des Theaterhaus-Stifters auch vor dem Hintergrund ein, dass in der Kulturstiftung Meiningen-Eisenach ein Vertreter der Herzogslinie derer von Sachsen und Meiningen Sitz und Stimme hat – Prinz Conrad von Sachsen-Meiningen. Einbezogen wurde er nach dem Ende der Restitutionsverhandlungen um ehemaliges Vermögen des Theater-Herzogs Ernst, auf dessen Wirken solche Gebäude wie das Residenzschloss, in dem heute das Meininger Museum untergebracht ist, und der Theaterbau zurückgehen. Nach Angaben des Direktors der Meininger Museen ist der Sitz des Nachfahren von Herzog Ernst in der Kulturstiftung Ergebnis einer „Zusatzvereinbarung im Rahmen der Restitutionsansprüche“.

Eine solche Zusatzvereinbarung wäre auch im Fall der Familie Eichel-Streiber möglich. Wegen des Proporzes habe man bereits die Erweiterung des Stiftungsrates beschlossen und der Stadt Eisenach und dem Wartburgkreis „Sitz und Stimme im dann erweiterten Striftungsrat gegeben“, heißt es in der Antwort aus dem Kultusministerium. Mit Bedauern teilte Eisenachs Oberbürgermeister dem Familienverband mit, dass der Zeitplan der Zustiftung abgeschlossen und die Verträge unterzeichnet, Stadt und Kreis angemessen vertreten seien und die „Interessender Stadt, zukünftig Theaterstandort zu bleiben, gewahrt werden können“. Es steht zu vermuten, dass sich der Familienverband des Eisenacher Theaterhausstifters nicht mit den Antworten von Land und Stadt zufrieden geben wird. „Zusatzvereinbarungen“, so Christine von Eichel-Streiber, „sind immer möglich“. Der Familie Sitz und Stimme zu geben, das ist für sie „letztlich eine Frage des guten Willens“.

Presse zu den Vorbereitungen des Ersten KULTURTAG THÜRINGEN

Pressespiegel zum ersten KULTURTAG THÜRINGEN am 6. Juli 2008

2008-04-23 TLZ
Die Lust auf Kultur wecken

Erfurt. (tlz) Musik im Meininger Museum, “Prinzenraub” in Altenburg, “Nabucco” unter freiem Himmel in Mühlhausen, Familiensonntag in Gotha, Goethes “Faust” in Weimar und eine Kinderkulturnacht in Eisenach - das sind nur einige von vielen Veranstaltungen, mit denen am 6. Juli 2008 der erste Thüringer Kulturtag gefeiert werden soll (TLZ berichtete). Bislang meldeten 24 Städte und Gemeinden des Freistaates ihre Teilnahme an.
Die noch kribbelbunte Thüringer Kulturlandschaft insbesondere den eigenen Bürgern vor der Haustür bewusst zu machen und vor weiterem Abbau zu schützen ist Ziel der Aktion, die von der KulturInitiative Thüringen ins Leben gerufen wurde. Ihre Mitglieder möchten damit Bewusstsein und Selbstbewusstsein der Menschen im Land wecken, denn die Thüringer seien noch “zu wenig stolz auf ihre Kultur”, so Koordinator Peter Mittmann. Am Kulturtag können sich Museen, Theater, Bibliotheken und Musikschulen beteiligen, aber auch private Initiativen. Am 31. Mai ist Teilnahmeschluss.
Mit der Aktion soll Politikern auch signalisiert werden, dass sie nicht leichtfertig mit dem einzigartigen Kulturerbe umgehen dürfen. Chance des Tages sei es, Parteien vor dem Hintergrund der Landtagswahl 2009 “zur Kulturkasse zu bitten”, äußerte sich Claus Strulick von der Deutschen Orchestervereinigung. Es müsse Schluss damit sein, Kultur als freiwillige Leistung auf die Streichliste zu setzen. Kultur dürfe nicht länger nur vom touristischen Standpunkt aus bewertet werden. “Gute Kulturpolitik ist gleichzeitig Bildungspolitik”, so André Störr, einer der Organisatoren.
Die Landesregierung verweise immer stolz auf die Kulturquote von 1,3 Prozent als eine der höchsten im Bundesschnitt, sagte Peter Mittmann. Dabei werde jedoch vergessen zu erwähnen, das sie automatisch an den sinkenden Landeshaushalt gebunden sei - eine “unerträgliche Situation . Die Initiative, die sich für den Erhalt der Theater und Orchester stark gemacht hat, fordert eine Festschreibung der Kulturquote für wenigstens fünf Jahre. Im Herbst will sie dem Kulturtag eine Kulturkonferenz folgen lassen. Zur Eröffnungsveranstaltung des 1. Kulturtages im Gothaer Schloss Friedenstein signalisierten Politiker von SPD, der Linken, den Grünen und der FDP ihre Teilnahme. Mit der CDU sei man noch im Gespräch.
Das Datum 6. Juli wurde nicht von ungefähr gewählt. An jenem Tag vor zwei Jahren verkündete Kultusminister Jens Goebel seinen Sparplan für Theater und Orchester. Deswegen kursiert nun auch der Begriff “Goebel-Day”. Damit wollten die Kulturtags-Initiatoren gestern ausdrücklich nicht werben. Zuviel der Ehre.
22.04.2008 Von Rita Specht

Thüringer Allgemeine

Thüringer Kulturtag feiert die Vielfalt

Kultur ist lebensnotwendig, aber nicht selbstverständlich. Dass sie verschwindet, wenn man nicht um sie kämpft, hat die Kultur-Kürzungspolitik der Landesregierung gezeigt. Die “Kulturinitiative Thüringen” hat den 6. Juli zum Kulturtag erklärt: ein Termin, der verdeutlichen soll, wie wichtig und vielseitig Thüringens Kultur ist.
ERFURT. Das Datum ist mit Bedacht gewählt. Am 6. Juli 2006 verkündete Kultusminister Jens Goebel seine Modellrechnung, einen Sparplan, der das Aus für mehrere Theater und Orchester hätte bedeuten können. Dass der Plan nur ansatzweise durchgesetzt werden konnte, ist für die Mitglieder der “Kulturinitiative Thüringen” kein Trost: Die nächste Modellrechnung kommt bestimmt.
Unter Federführung des Architekten Peter Mittmann ruft die Initiative nicht nur Institutionen - Theater, Orchester, Bibliotheken, Museen - zur Mitwirkung am Kulturtag auf. Auch Privatleute können mitmachen, etwa mit Hauskonzerten. Und sie sollten den ersten Juli-Sonntag nutzen, Kulturangebote in ihrer Nähe wahrzunehmen. Bislang beteiligen sich Veranstalter in 19 Städten, “das ist erst der Anfang”, ist Mittmann überzeugt. Theater stellen ihre Veranstaltungen unter das Kulturtags-Logo, das einer bunten Wiese ähnelt; auch das Folkfest Rudolstadt macht mit. Anmeldeschluss ist der 30. Mai.
Offiziell startet der Kulturtag um 11 Uhr in Gotha mit einer Podiumsdiskussion auf Schloss Friedenstein, an der Vertreter aller Parteien teilnehmen. “Wir werden sie zur Kulturkasse bitten”, kündigt Mittmann an. Was die Kultur den Politikern wert ist, das wüsste die “Kulturinitiative Thüringen” gern schon vor der Landtagswahl. Kleine Pikanterie am Rande: Alle Parteien unterstützen den Kulturtag rückhaltlos. Auch die CDU - ihrer Kultur-Kürzungspolitik zum Trotz.
Frauke ADRIANS 22.04.2008

2008-04-23 Freie Presse
Erster Kulturtag im Freistaat

Aktionstag will Thüringer Kultur erlebbar machen - 24 Städte haben Teilnahme zugesagt
Foto: ddp
Erfurt (ddp-lth). Die Kulturinitiative Thüringen hat den ersten Kulturtag des Freistaates ins Leben gerufen. Bei landesweiten Veranstaltungen sollen die Einwohner ihre Kultur am 6. Juli bei einem “Kultursonntag” erleben, sagte Koordinator Peter Mittmann am Dienstag in Erfurt. Ziel des Tages sei es, das Bewusstsein der Thüringer Bevölkerung für ihre eigene Kultur zu stärken. Neben der zentralen Eröffnungsfeier im Festsaal des Gothaer Schlosses Friedenstein würden zahlreiche kulturelle Einrichtungen ihre Türen zu unterschiedlichsten Veranstaltungen öffnen. Bislang hätten 24 Thüringer Städte ihre Teilnahme zugesagt.
Mittmann beklagte, dass die Thüringer zu wenig stolz auf ihre Kultur seien. Obwohl der Freistaat das Land mit der höchsten Kulturdichte von Museen bis zu Theatern sei, nehme die Bevölkerung das Angebot kaum wahr. Der Tag sei ein geeignetes Instrument, die Thüringer Kultur erlebbar zu machen, sagte Mittmann. Im Rahmen des Kulturtages seien auch “kulturverflechtende” Veranstaltungen geplant. So würden beispielsweise Musiker in Museen auftreten.
Bereits jetzt haben sich den Angaben zufolge zahlreiche Thüringer Kultureinrichtungen angemeldet. Unter anderem werde das Deutsche Nationaltheater Weimar mit einer “Faust”-Aufführung, das Altenburger Puppentheater oder auch das Meininger Theater mit Stundenkonzerten vertreten sein. Zudem gebe es eine Kinderkulturnacht und ein Kindermusical in Eisenach sowie eine Open-Air-Aufführung von “Nabucco” in Mühlhausen. Bis zum Anmeldeschluss am 31. Mai erwarten die Veranstalter weitere zahlreiche kulturelle Höhepunkte.
Auch Thüringens Politik begrüßt den ersten Kulturtag. “An diesem Tag kann gezeigt werden, über welchen kulturellen Reichtum Thüringen verfügt”, betonte die Kulturexpertin der Landtagsfraktion der Linken, Birgit Klaubert. FDP-Generalsekretär Patrick Kurth regte an, den Kulturtag zur jährlichen Tradition werden zu lassen. (ddp)

2008-04-23 TLZ
“Schatz vor der Haustür” heben

Erfurt/Eisenach. (ep) Immerhin: Das Signal zur ersten Thüringer Kulturnacht 2008 kam im November vergangenen Jahres von der Wartburg (TLZ berichtete). Dass sich das kulturgebeutelte Eisenach dieses Jahr nun doch nicht als Auftaktort der Aktion präsentiert, wie mal vorgesehen, liegt am umtriebigen Gothaer Bürgermeister. Knut Kreuch hat die Initiatoren des Kultur-Spektakels in einer Charmeoffensive davon überzeugt, dass das benachbarte Schloss Friedenstein auch ein guter Ort ist, von dem das Signal ausgehen soll: Finger weg von der Thüringer Kultur.
Das fordern die Mitglieder der KulturInitiative Thüringen, die gestern in Erfurt zum 1. Thüringer Kulturtag für Sonntag, 6. Juli einluden. Zu den Organisatoren um den Weimarer Hotelier und Koordinator Peter Mittmann zählt auch Burghauptmann Günter Schuchardt aus Eisenach, Vorsitzender des Museumsverbandes Thüringen. “Es geht darum, das kulturelle Selbstbewusstsein in Thüringen zu fördern, um Druck auf Politiker und Parteien zu machen, die Vielfalt der Kultur zu erhalten. Wir müssen es schaffen, insbesondere die einheimischen Bürger zu mobilisieren, wieder mal ins Museum, ins Theater, in die Bibliothek oder ins Konzert zu gehen.” Denn nur wer sich bewusst sei, was für einen Schatz er vor der Haustür habe, der sei auch bereit, etwas für dessen Erhalt zu tun. Am 6. Juli sollen Menschen deswegen ganz bewusst kulturelle Einrichtungen aufsuchen, Galerien, Ateliers und Konzertsäle oder Hausmusik im privaten Heim als Ereignisorte wahrnehmen, lud Günter Schuchardt ein.
Bislang meldeten 24 Städte und Gemeinden der KulturInitiative ihre Teilnahme. Unter dem bunten Logo des Tages, das eine (noch) blühende Kulturlandschaft stilisieren soll, läuft in Eisenach die Kinderkulturnacht und wird ein Jugendsinfonieorchester auftreten. Bis zum 31. Mai können weitere Kulturvereine aber auch Privatinitiativen ihre Aktionen unter www.erhaltet-thueringens-kultur.org bekannt geben.
Dr. Claus Strulick von der Orchestervereinigung Deutschland, der in der Auseinandersetzung um den Abbau der Landeskapelle öfter Gast in Eisenach war, orientierte auf Veranstaltungen insbesondere für Kinder und Jugendliche. Denn Kulturpolitik sei gleichzeitig Bildungspolitik, ergänzte Mitorganisator Andé Störr. Dr. Lutz Unbehaun, stellvertretender Vorsitzender des Museumsverbandes Thüringen, nannte es “unerträglich”, wie sowohl die Museen 2004 als auch Theater und Orchester 2006 von der Landesregierung vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. Damit müsse Schluss sein. Der Kulturtag biete Gelegenheit, “die Gesamtheit der Kultur im Auge zu behalten” und damit die Chance, sie vor weiterem Abbau zu schützen. KulturMuntere außerparlamentarische Kulturopposition in Thüringen: Karl-Heinz Berghäuser, Peter Mittmann, Claus Strulick, André Störr, Günter Schuchardt und Lutz Unbehaun (v.l.). Foto:ris
22.04.2008 Von Rita Specht
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TLZ 11. April 2008 zum 1. Kulturtag Thüringen

Kulturtag würdigt ominöses Jubiläum

Gotha/Erfurt. (tlz/wohi) Mit einem großen “Kulturtag Thüringen” feiern die Kulturbürger hierzulande am 6. Juli den Reichtum und die Vielfalt des Angebots an Theater und Musik, bildender Kunst, Literatur und musealen Schätzen. Wie die TLZ erfuhr, sind nun alle Künstler, Ensembles und Institutionen - egal, ob Profi oder Amateur - aufgerufen, diesen Tag zu gestalten.

Das Datum ist nicht zufällig gewählt, denn dann jährt sich zum zweiten Mal das Kahlschlag-Edikt des Kultusministers Jens Goebel (CDU), nach dem er die Theater- und Orchesterlandschaft zusammenstreichen wollte. Goebel plante, zehn Millionen Euro der Landesfördermittel zu kürzen und die Theater Erfurt und Weimar sowie die Bühnen Eisenach, Rudolstadt und Nordhausen zu fusionieren. Fünf Orchester sollten per saldo dem Rotstift zum Opfer fallen. Nun ist, zumindest bis 2012, das Schlimmste abgewendet - ein Triumph der Kulturbürger, die sich energisch zur Wehr gesetzt haben.

“Man soll ja vor dem Erfolg die Augen nicht verschließen”, meint jetzt einer der Anstifter zum Kulturtag, der von der KulturInitiative Thüringen (KI.T) als landesweites Bürgerfest koordiniert wird. Ob Konzerte in Bibliotheken, Lesungen in Schlossparks oder Theater-Aufführungen in Museen - der Kulturtag bietet die Chance zu vielfältigen Symbiosen und Vernetzungen. Vor allem die zehn Thüringer Profi-Orchester wollen sich einbringen. Die Eröffnung soll auf Schloss Friedenstein zu Gotha stattfinden.

i Wer zum Programm beitragen möchte, meldet sich bei der KulturInitiative Thüringen, Telefon 03643/4920674 oder
10.04.2008

Kultusstaatsekretär in der Süddeutschen Zeitung

Süddeutsche, 2. 4. 08
Der nackte Finger der Macht
Thüringens Kultus-Staatssekretär rechnet mit Ingo Schulze ab

Anfang November vergangenen Jahres erhielt der Schriftsteller Ingo Schulze den Thüringer Literaturpreis. Vergeben wird diese Auszeichnung von der Literarischen Gesellschaft Thüringens. Bezahlt aber wird sie nicht vom Land Thüringen, wie man bei diesem Namen hätte erwarten können, sondern von der für dieses Land zuständigen Filiale des Energiekonzerns Eon. Ingo Schulze störte sich daran: “Schon dass ich hier stehe, an diesem Pult mit der Aufschrift E.ON Thüringer Energie AG und fotografiert werde, macht mich zu einer Art Werbeträger, aber immerhin einem, dessen Wert sich mit 6000 Euro bestimmen lässt. Das heißt, mich stört, dass ich über Eon nachdenken muss, wenn ich den Thüringer Literaturpreis annehmen will.” Im Publikum saß der Geschäftsführer der Filiale Thüringen und nahm die Schwierigkeiten des Schriftstellers mit großer Gelassenheit auf. Nicht gelassen aber war Walter Bauer-Wabnegg, Staatssekretär im Kultusministerium des Landes, dem Ingo Schulzes Dankesrede erkennbar peinlich war. Sofort nach dem Ende der Feier sprang er auf den Schriftsteller zu, und dann hörte er nicht mehr auf, ihm mit ausgestrecktem, drohendem Zeigefinger im Gesicht herumzufuchteln.

Die Auseinandersetzung war damit nicht abgeschlossen. Im Januar fand in Weimar eine Podiumsdiskussion statt, auf der alle Beteiligten - und einige neue Akteure - ihre jeweiligen Standpunkte wiederholten. Und in der jüngsten, gerade erschienenen Ausgabe der Zeitschrift Palmbaum (Heft 1, 2008), dem “Literarischen Journal aus Thüringen”, lässt sich lesen, wie empört der Staatssekretär noch immer ist, wenn er an Ingo Schulze und dessen ebenso moralischen wie politischen Zwiespalt denkt. Ingo Schulze, so Walter Bauer-Wabnegg, “sähe es ganz einfach lieber, wenn in der Wirtschaft verdientes Geld erst einmal als staatliches Steuergeld sozusagen veredelt würde, bevor es höheren Zwecken wie etwa künstlerischen Preisgeldern dienen dürfte, und noch lieber wüsste er den einen oder anderen Wirtschaftszweig gleich sowieso in staatlicher Hand.” Nun ist es gewiss ungewöhnlich, dass ein hoher politischer Beamter den Staat, dem er dient, für eine überflüssige Veredelungsanstalt von Gewinnen aus der Wirtschaft hält - was hat dieser Mann für einen Begriff vom Staat? Gravierender noch ist, welchen Vorwurf er dem Schriftsteller macht: Er bezichtigt ihn des Staatsfetischismus. Und furchtbar ist auch der Ton, in dem er diesen Vorwurf vorträgt: ironisch, süffisant, herablassend, so als habe er es nicht nur mit einem ungezogenen Menschen (dem galt das Gefuchtel mit dem Zeigefinger), sondern auch mit einem uneinsichtigen, ja dummen Menschen zu tun.

Vorteile eines Feindbilds

Ingo Schulze, schreibt der Staatssekretär, habe seinen Auftritt als Ermahnungsrede missbraucht. “Und plötzlich wird alles ganz einfach: die Bösen hier, die Guten dort.” Unangebracht sei der Hinweis des Schriftstellers gewesen, die jeweiligen Eigenheiten der staatlichen Kulturförderung fielen am Ende auf die Bürger zurück, die sich gerade diese und keine anderen Volksvertreter gewählt hätten - diese beschlössen schließlich die Gesetze zum Wohl des Gemeinwesens. “Damit gar nicht erst irgendwelche Zweifel an diesem Wohl aufkommen, ordnet Schulze die Welt gleich mit, gewissermaßen als unverhohlene Wahlempfehlung. Es wäre ja auch schlimm, wenn wir am Ende noch Debatten darüber führten, was diesem Gemeinwesen am besten nützt. Da warnen wir doch lieber mal rasch vor einer galoppierenden ,Refeudalisierung der Kultur” - der Historiker möge staunen - oder entdecken in der ,allgemeinen Privatisierung und damit Ökonomisierung aller Lebensbereiche” das Grundübel schlechthin. Das zieht neuerdings immer. Denn einer komplizierten Welt setzt man am besten umso einfachere Lösungen und vor allem ein klares Feindbild entgegen. Das bindet Ängste und erzeugt Gefolgschaft.”

So verwandelt sich die populistische Kritik am Populismus, die in der Regel dem politischen Rivalen gilt, in eine Abrechnung mit einem undankbaren Schriftsteller. Ingo Schulze hatte in seiner Dankesrede nicht nur von Ökonomisierung, sondern vor allem von den Schwierigkeiten gesprochen, die ihm ein Preis bereitet, der sich als staatliche Auszeichnung geriert, aber privat finanziert ist: “Ich fragte mich, warum das Land Thüringen in seinem Kulturhaushalt nicht monatlich 250 Euro beiseite legt, um dann alle zwei Jahre einen Literaturpreis zu vergeben. Wir machen ein Geschenk, wenn es andere bezahlen.” Er suchte, was einem Schriftsteller durchaus ansteht, nach der Bedeutung von Worten. Er wollte wissen, wer ihm gegenübersteht. Er verlangte Klarheit. Aber er bekommt sie nicht.

Der ausgestreckte, drohende Zeigefinger im Gesicht eines anderen ist eine obszöne Geste, eine Intimität, die man nicht erträgt und nicht ertragen muss. Mit gutem Grund heißt es, man zeige nicht mit dem nackten Finger auf angezogene Menschen. In diesem Fall hat diese Geste den Vorteil, wenigstens ehrlich zu sein. Die hämische Herablassung im Ton des Staatssekretärs ist schlimmer. Denn sie ist die Geste einer Macht, die sich nicht befragen lassen will. Wir machen das schon, bedeutet diese Geste, untereinander, im Einverständnis des gegenseitigen Vorteils. Der Mann hat seinen Beruf verfehlt. THOMAS STEINFELD

Abschlussbericht der Enquete-Kommission: Reaktionen der Parteien

DIE GRÜNEN, DIE LINKE, CDU, FDP

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Doppelter Grund zum Feiern, 12.1.2008, TLZ

Weimar. (tlz) Wer hätte vor einem Jahr gedacht, wie entspannt man nun beisammen sitzen kann, um den 100. Jahrestag des Weimarer Theaterhauses zu feiern: Landesminister und Kulturbürger, die Kunst und die Politik. Damals ging es heiß her. Auf dem Spiel stand, wie schon 2001, die Eigenständigkeit des Deutschen Nationaltheaters.
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Weimar: Land des Lächelns, 12.1.2008, TA

Die Alphornbläser zur Introduktion des Festaktes zum 100-jährigen Bestehen des Theaters Weimar waren kein Albtraum, nur ein Schmunzeln. Es war, mag man sagen, der Tribut an Stephan Märki.

WEIMAR. Ein Festakt ist ein Festakt und kein Fest. Es gibt wohl eher wenig Leute, die Festakte wirklich interessant finden. Höchstens, dass man schaut, wer kommt ins Land des Lächelns und wer nicht. Der Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) zum Beispiel kam nicht, der hatte einen hochwichtigen Termin bei Ingenieuren und Architekten in Erfurt. Der Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) war auch nicht da, der hatte Urlaub. Dafür sah man die neue Stadtkulturdirektorin Julia Miehe, die einmal die Orchesterdirektorin war.
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Wird uns die Kultur zu teuer?, 11.1.2008, TLZ

Weimar. (tlz/fqu) Das Land zieht sich aus der Förderung von Literatur und Kunst immer mehr zurück. Die Vereine und Gesellschaften sind froh, wenn sie private Sponsoren finden. Werden die Künstler dadurch zu Werbeträgern der Industrie? Der Thüringer Literaturpreisträger Ingo Schulze spricht von einer “Tendenz zur Refeudalisierung des Kulturbetriebes” und steht dabei hinter einem Pult, an dem das Logo des Preisstifters E.ON prangt.
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Theaterkampf ist nun beendet, 9.1.2008, TLZ

Erfurt. (tlz/wohi) Unter Theaterkämpfe und Kahlschlagdebatten hat Thüringens Kultusminister Jens Goebel (CDU) einen Schlussstrich gezogen. Als letztes wurde für die Erfurter Oper eine Finanzierungsvereinbarung für 2009 bis 2012 getroffen.
Demnach erhalten die Erfurter wie bisher 6,475 Millionen Euro aus Goebels Etat; die Landeshauptstadt erhöht ihren Eigenbeitrag von derzeit 10,8 Millionen um 150 000 Euro. Allerdings ist der Landeszuschuss an die Bedingung geknüpft, dass 350 000 Euro pro Jahr an die Thüringen-Philharmonie Gotha-Suhl fließen - für die Kooperation bei Musik-Großprojekten.

Außerdem wird noch zwischen Vertretern aus Erfurt und Weimar sowie des Ministeriums verhandelt, wie eine Schauspiel-Kooperation mit dem Deutschen Nationaltheater mit Leben erfüllt werden kann. Über Leistungsumfang und Entgelt sei bisher nicht entschieden, sagte ein Sprecher Goebels auf TLZ-Anfrage. Auch die Möglichkeit eines gesonderten Kooperationsfonds sei nicht ad acta gelegt worden.

Der Theaterkampf, bei dem es nicht zuletzt um das Überleben von fünf Orchestern ging, hat 18 Monate gedauert. Ursprünglich hatte Goebel zehn Millionen Euro einsparen wollen.

Goebel streitet mit Opposition um Bibliotheken, 5.1.2008, TA

ERFURT. In der Debatte um die Finanzierung der Bibliotheken hat Thüringens Kultusminister Jens Goebel (CDU) der Opposition “symbolische Politik” vorgeworfen. Das von Linkspartei und SPD vorgeschlagene Bibliotheksgesetz sei “überflüssig” und “emotional getrieben”. Dort seien nur allgemeine Absichtserklärungen aufgeführt, die von Betroffenen nicht einklagbar seien, so der Minister. Linke und SPD wiesen die Vorwürfe Goebels zurück. Sie seien “polemisch und gehen an den Tatsachen vorbei”, sagte SPD-Kulturpolitiker Hans-Jürgen Döring. Der Entwurf der Opposition sei mit dem Bibliotheksverband erarbeitet worden. Zudem verwies er auf einen Vorschlag für solch ein Bibliotheksgesetz von einer Fach-Kommission im Bundestag. Linke-Politikerin Birgit Klaubert warf der CDU-Landesregierung vor, sich “aus der Verantwortung zu stehlen”. Das zeige der gerade erst beschlossene Landeshaushalt. Danach sind für die Finanzierung der Bibliotheken nur noch die Kommunen zuständig. 2007 förderte das Land die rund 250 Bibliotheken noch mit 350 000 Euro.

Goebel warnt bei Bibliotheken vor »symbolischer Politik«, 5.1.2008, dpa/ TA

Kultusminister Goebel gegen »symbolische Politik« bei Bibliotheken.

Erfurt (dpa/th) - Der Thüringer Kultusminister Jens Goebel (CDU) hat mit Blick auf die Lage der Bibliotheken im Freistaat vor »symbolischer Politik« gewarnt. »Der vorliegende Gesetzentwurf der Opposition ist überflüssig, weil er keine sehr große Regelungstiefe besitzt«, sagte Goebel in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur dpa. »Das ist emotional getrieben.« Das gemeinsame Papier der SPD und der Linken nimmt weitgehend Vorschläge des Bibliotheksverbandes aus dem Jahr 2006 auf. Die CDU-Fraktion hat für das Frühjahr einen eigenen Gesetzentwurf angekündigt. Im Vorjahr unterstützte das Land die rund 250 Bibliotheken mit 350 000 Euro.

Bibliotheken als Streitobjekte, 5.1.2008, dpa/ TLZ

Thüringens Kultusminister Jens Goebel (CDU) hat mit Blick auf die Lage der Bibliotheken im Freistaat vor “symbolischer Politik gewarnt. “Der vorliegende Gesetzentwurf der Opposition ist überflüssig, weil er keine sehr große Regelungstiefe besitzt , sagte Goebel. Die CDU-Fraktion hat für das Frühjahr einen eigenen Gesetzentwurf angekündigt.
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Befreiungsschläge, 29.12.2007, TA

Die Thüringer Kulturpolitik war eine der unkontrollierten Befreiungs-schläge. Dennoch, oder eben darum, ist die Bilanz nicht wirklich schlecht - für die Kultur.
ERFURT. Thüringen wird sich, mit aller Zurückhaltung gesprochen, in der Rückschau für den Brand der Anna Amalia Bibliothek zu bedanken haben. Und das nicht nur, weil das Feuer die Wahrnehmung dieses Altars der Geistesgeschichte hochgradig sensibilisierte. Die Wiedereröffnung erzeugte, auch durch die Teilnahme von Bundespräsident Horst Köhler, eine deutschlandweite Aufmerksamkeit nicht nur für die Bibliothek, vielmehr konzentrierte sie einen gesamtdeutschen Medienblick auf den kulturpolitischen Kampfplatz Weimar, auf dem und um den eine Bataille zu schlagen war. Diese mediale Eröffnung war die atmosphärische Introduktion für die 45 Millionen Euro, die der Bund für die Klassik Stiftung ausschüttete. Und die schließliche Erhebung des Nationaltheaters zum Staatstheater verdankt sich auch dem Umstand, dass dieses Haus auf dem geschichtlichen Grund dieser Stadt nicht zu beschädigen ist, ohne dass dies eine deutschlandweite Publizität erzeugt, an der Thüringer Politik nicht gelegen sein kann. Und das ist die eigentliche kulturpolitische Nachricht dieses Jahres, die einen kulturpolitischen Paradigmenwechsel gleichkommt. Das Land Thüringen akzeptiert, gegen die herrschende Kultur des kleinteiligen Denkens, die herausragende Bedeutung der Kulturstadt Weimar. Thüringen scheint bereit, der Stadt den ihr gebührenden privilegierten Status einzuräumen.
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Umstrittene Sparpläne - Neue Verträge unterzeichnet, 17.12.2007, Freie Presse

Thüringer Theater und Orchester wehren sich gegen Kürzungen der Landesregierung

Erfurt (ddp-lth). Rund 4,2 Millionen Euro erhalten das Theater Nordhausen und das Loh-Orchester Sondershausen ab 2009 vom Land. Als einer der ersten unterzeichnete der Nordthüringer Theaterverbund in diesem Jahr nach lautstarken Protesten und zähen Verhandlungen mit Kultusminister Jens Goebel (CDU) einen entsprechenden Vertrag. «Es ist nur der Spatz in der Hand, noch nicht die Taube auf dem Dach», kommentierte Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) die Vereinbarung.
Denn die Zuschüsse sinken gegenüber dem Ende 2008 auslaufenden Vertrag um 15 Prozent. Allerdings wollte Goebel dem Theaterverbund ursprünglich nur noch 1,5 Millionen Euro zubilligen. Und weil auch die beiden Kommunen ihre Zuwendungen aufstockten, kann dort mit insgesamt knapp neun Millionen Euro weiterhin nicht nur Theater konsumiert, sondern auch produziert werden.
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Umstrittene Sparpläne Thüringer Theater und Orchester überleben Kürzungspläne, 17.12.2007, Theaterkanal,

ddp-Korrespondentin Uschi Lenk
Erfurt (ddp-lth). Rund 4,2 Millionen Euro erhalten das Theater Nordhausen und das Loh-Orchester Sondershausen ab 2009 vom Land. Als einer der ersten unterzeichnete der Nordthüringer Theaterverbund in diesem Jahr nach lautstarken Protesten und zähen Verhandlungen mit Kultusminister Jens Goebel (CDU) einen entsprechenden Vertrag. «Es ist nur der Spatz in der Hand, noch nicht die Taube auf dem Dach», kommentierte Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) die Vereinbarung.
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Staatstheater: OB dankt allen Kulturbürgern für ihren Einsatz, 14.12.2007, TLZ

Erfurt. (tlz) Das Deutsche Nationaltheater und die Staatskapelle Weimar werden am 1. Januar 2008 zum Thüringer Staatstheater. Der Vertrag zwischen Land, Stadt und Theater wurde am Freitag in Erfurt unterzeichnet. “Dies ist ein großer Tag für Weimar”, sagte OB Oberbürgermeister Stefan Wolf (TLZ), “allen Weimarer Kulturbürgern ist an dieser Stelle nochmals für ihren jahrelangen Kampf um ihr Theater zu danken. Sie haben eine große Arbeit geleistet.” Mit der langfristigen strukturellen und finanziellen Absicherung des DNT ende eines der erfolgreichsten Jahre für die Absicherung der Weimarer Kulturlandschaft seit der Wende, betonte Wolf. Neben dem DNT betreffe dies die Sanierung des Schlosses genauso wie die Errichtung eines künftigen Bauhausmuseums Weimar, die nun angegangen werden könne. Der Vertragsunterzeichnung war eine eineinhalb Jahre lange Spardiskussion vorangegangen. Dabei hatte das Ministerium die Fusion des DNT mit der Erfurter Oper favorisiert. Kultur

“Ein guter Tag für die Kultur in Thüringen”, 14.12.2007, TLZ

Augenscheinlich helle Freude: Finanzministerin Birgit Diezel, flankiert von Weimars OB Stefan Wolf (re.) und DNT-Intendant Stephan Märki, würdigt das hehre Vertragswerk. Foto: tlz/Michaelis

Erfurt/Weimar. (tlz) Es war einmal …, heißt es im Weihnachtsmärchen, und im Foyer des Landtags zu Erfurt prangt Knecht Ruprecht gravitätisch auf seinem Schlitten, einen Hirsch vorgespannt, während ein paar Türen weiter die Kollegen Finanz- und Kultusminister, Birgit Diezel und Jens Goebel, vermeintlich Geschenke verteilen: Gestern ist für allezeit der Staatstheater-Vertrag für das DNT Weimar unterzeichnet worden.
Kling, Glöckchen? Nein, nicht mal das, und Festtagslaune sieht anders aus. Diezel schaut drein, als wähne sie sich in einer falschen Vorstellung, und spricht, das nunmehr Weimarische Staatsorchester wohl meinend, von einer Landeskapelle, welche bekanntlich noch rudimentär in Eisenach vorfindbar ist. Kultur ist ihr Metier eben nicht, zumal mit freiwilligen Leistungen, gar so einer schönen Bescherung, darf sie sich qua Amt gar nicht auskennen.
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Das Staatstheater ist besiegelt, 14.12.2007, TLZ

Der Vertrag ist geschlossen. Das Deutsche Nationaltheater und die Staatskapelle als Staatstheater verfasst. Gestern wurden die von Stadtrat und Landtag bestätigten Dokumente unterzeichnet.
WEIMAR (rd/paw). “Dies ist ein großer Tag für Weimar.” Mit diesen Worten unterstrich Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) gestern den Wert des Vertrages über das Staatstheater für die Stadt. Im Hause des Thüringer Landtages hatten das Stadtoberhaupt, Thüringens Finanzministerin Birgit Dietzel, Kultusminister Jens Goebel, Generalintendant Stephan Märki und Geschäftsführer Thomas Schmidt sowie ein Notar ihre Unterschriften unter die Verträge gesetzt. “Mit der Unterzeichnung der Verträge für ein Thüringer Staatstheater sind die Eigenständigkeit und der Bestand des Deutschen Nationaltheaters Weimar als Drei-Sparten-Theater langfristig gesichert. Allen Weimarer Kulturbürgern ist an dieser Stelle nochmals für ihren jahrelangen Kampf um ihr Theater zu danken. Sie haben große Arbeit geleistet”, so der Oberbürgermeister.
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Schweizer bei Laune, 14.12.2007, TA

Thüringens Schweizer sind guten Mutes: Stephan Märki hat ein Staatstheater in Weimar und Guy Montavon hat Lust auf Erfurt.

ERFURT. Die Landesregierung hat gestern den Gesellschaftervertrag für das Deutsche Nationaltheater unterzeichnet und für 197 000 Euro die Mehrheit der GmbH übernommen. Was für Stephan Märki ein Grund zur Freude ist, sei für Guy Montavon, wie dieser uns wissen ließ, kein Grund für das Gegenteil. Die gestrige Mitteilung dieser Zeitung, dass der Erfurter Intendant sich unter den letzten drei Kandidaten für die Opernintendanz in Köln befunden habe, sagte Montavon: “Das ist richtig, aber ich habe mich nicht beworben, ich wurde gefragt, wie übrigens auch in Genf. In Köln entwerfen sie ihre Oper neu und damit habe ich hier eine gewisse Erfahrung. Ich werte das als Anerkennung unserer Arbeit hier in Erfurt.” Und hier, sagt Montavon, “fühle ich mich sehr wohl. Ich werde meinen Vertrag in Erfurt in jedem Falle erfüllen und ich habe wirklich Lust dazu”. Die Intendanz in Köln war ab 2009 ausgeschrieben, Montavon ist in Erfurt bis 2012 unter Vertrag. Gegebenenfalls, sagt er, wäre für Köln die Interimsintendanz eines Kollegen denkbar gewesen.

Und nein, die Umwandlung des DNT Weimar in ein Staatstheater, die ab 1. Januar 2008 wirksam wird, sei gleich gar kein Grund, in Erfurt aufzuhören, vielmehr bringe der vorläufige Abschluss dieses Prozesses mehr Ruhe in die kulturpolitische Debatte.
Dies ist in jedem Falle richtig: Alle Spekulationen über eine Fusion sind für absehbare Zeit erledigt.
Henryk GOLDBERG

Kompass für die Kultur, 12.12.2007, TA

Kultur soll als Staatsziel im Grundgesetz verankert werden. Das ist eine von 465 Empfehlungen des gestern vorgestellten Schlussberichts der Enquete-Kommission “Kultur in Deutschland”.
BERLIN. Als ein “Leitfaden für die nächsten Jahre” soll der Bericht verstanden werden, so Kommissionsvorsitzende Gitta Connemann (CDU). Es handele sich um einen Kulturkompass, der Orientierung liefern solle. Mit 510 Doppelseiten sei dies die umfassendste Untersuchung des kulturellen Lebens in Deutschland seit 30 Jahren.
Fehlen kann bei der Vorstellung eines solchen Opus nicht die Kritik am Rückgang der Kulturausgaben. Zwischen 2001 und 2005 sanken diese in Bund, Ländern und Gemeinden von 8,4 Milliarden Euro auf 7,8 Milliarden Euro. Ein Grund sei, so Connemann, dass Ausgaben für kommunale Kultureinrichtungen zu den freiwilligen Leistungen zählten. Sie nannte dies eine “absolut falsche Priorität”, die es Haushältern leicht mache, die Kulturmittel zu kürzen. Connemann wies auf das Land Sachsen hin. Im Kulturraumgesetz heißt es dort: “Im Freistaat Sachsen ist die Kulturpflege eine Pflichtaufgabe der Gemeinden und Landkreise.”
Um die Kulturhoheit der Länder nicht zu verletzen, sollen Institutionen der kulturellen Bildung per Staatsvertrag besser vor Mittelkürzungen geschützt werden. Alle Fraktionen des Bundestages sprechen sich dafür aus, Kultur als Staatsziel im Grundgesetz zu verankern. Zudem müssten die vielfältigen ministeriellen Kompetenzen des Bundes stärker “an einer Stelle gebündelt” werden. Dies sei gerade auf europäischer Ebene von Bedeutung. Die Kommission befürchtet “in der Koordinierungspflicht der Länder und des Bundes eine Benachteiligung gegenüber anderen EU-Mitgliedstaaten”. weiterlesen »

Landesregierung ebnet Weg für Staatstheater in Weimar, 12.12.2007, ddp

Das Deutsche Nationaltheater in Weimar wird im kommenden Jahr ein Staatstheater. Das Kabinett beschloss am Dienstag in Erfurt, 79 Prozent der Geschäftsanteile von der Betriebsgesellschaft des Theaters zu erwerben, wie das Kultusministerium mitteilte. Die Stadt Weimar soll die restlichen 21 Prozent behalten.
Erfurt (ddp-lth). Das Deutsche Nationaltheater in Weimar wird im kommenden Jahr ein Staatstheater. Das Kabinett beschloss am Dienstag in Erfurt, 79 Prozent der Geschäftsanteile von der Betriebsgesellschaft des Theaters zu erwerben, wie das Kultusministerium mitteilte. Die Stadt Weimar soll die restlichen 21 Prozent behalten.
Der entsprechende Vertrag soll am Freitag unterzeichnet werden. Bereits im Juni hatten sich die Stadt Weimar und das Land Thüringen über die Grundzüge eines Staatstheaters geeinigt. Die Landesregierung beschloss zudem, seine Förderung für das Theater von derzeit rund 15,8 Millionen auf 16,6 Millionen Euro aufzustocken.
ddp/erd/mwa

Deutsches Nationaltheater Weimar wird Staatstheater, 11.12.2007, MDR Figaro

Das Deutsche Nationaltheater in Weimar wird zum Jahreswechsel in ein Staatstheater umgewandelt. Ab dem 1. Januar 2008 wird das Land dann direkte Verantwortung für das Theaterangebot übernehmen, gab Kultusminister Jens Goebel am Donnerstag in Erfurt bekannt. Bisher war das Theater allein in städtischer Verantwortung, wurde aber vorwiegend vom Land finanziert. Mit dem Wechsel sieht Weimar Eigenständigkeit und Zukunft des Theaters gesichert, dem Goethe etwa 20 Jahre als Direktor vorstand.
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Enquetekommission Kultur fordert Bibliotheksgesetz - Deutscher Bibliotheksverband begrüßt Empfehlungen, 11.12.2007, PM Deutscher Bibliotheksverband e.V.

Der Deutsche Bibliotheksverband freut sich sehr über die heute vorgestellten Handlungsempfehlungen der Enquetekommission ‘Kultur in Deutschland’ zur Entwicklung der Bibliotheken in Deutschland. Ausgesprochen sinnvoll und wirksam ist nach Ansicht des Deutschen Bibliotheksverbandes die Empfehlung an die Bundesländer, Aufgaben und Finanzierung der Bibliotheken in Bibliotheksgesetzen zu regeln, und damit Bibliotheken zur Pflichtaufgabe zu machen.
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Weimar: Nationaltheater wird Staatstheater, 11.12.2007, dpa

Alles für die Planungssicherheit: Das Deutsche Nationaltheater in Weimar wird ein Staatstheater. Dem Haus, dem auch Goethe 20 Jahre vorstand, stehen damit einige Veränderungen bevor.
Das Deutsche Nationaltheater Weimar wird zum Jahreswechsel in ein Staatstheater umgewandelt. “Das Land wird - beginnend mit dem 1. Januar 2008 - selbst direkte Verantwortung für das Theaterangebot übernehmen”, sagte Kultusminister Jens Goebel (CDU). Das Traditionshaus, dem Goethe etwa 20 Jahre als Direktor vorstand, war bisher allein in städtischer Verantwortung, wurde aber vorwiegend vom Land finanziert. Die Klassikerstadt sieht in dem Wechsel Zukunft und Eigenständigkeit des Theaters gesichert. Das Land Thüringen hatte ursprünglich ein Staatstheater-Modell mit der nahen Oper Erfurt favorisiert. Dies scheiterte am Widerstand beider Städte, die beide nicht ein Orchester und Musiktheater aufgeben wollten.
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DNT Weimar wird 2008 Staatstheater, 5.12.2008, TLZ/TA

Was alle Beteiligten längst wissen, bekamen sie gestern vom zuständigen Minister in Erfurt noch einmal schriftlich bestätigt: Das Deutsche Nationaltheater Weimar wird am 1. Januar 2008 Staatstheater.
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Engagement wird gewürdigt, 5.12.2007, TLZ

Erfurt. (tlz) Der Menantes Förderkreis und der Verein Stelzenfestspiele bei Reuth werden heute in Erfurt mit dem Thüringer Kulturpreis (12 800 Euro) geehrt. Damit würdigt der Freistaat das Engagement der Mitglieder beider Initiativen. Der Förderkreis der Evangelischen Kirchgemeinde Wandersleben habe das ehemalige Stallgebäude, das sich im denkmalgeschützten Ensemble des Pfarrhofs befindet, zur Menantes-Literaturgedenkstätte ausgebaut und zu einem kulturellen Zentrum der Region entwickelt, heißt es in der Begründung des Kultusministers. Der Verein Stelzenfestspiele organisiert seit 1993 jährlich das gleichnamige Musikfestival und wird dabei von den 180 Einwohnern des Ortes Stelzen unterstützt.

Hilferuf an Horst Köhler, 5.12.2007, TLZ

Kromsdorf. (tlz/Gö) Der Verein der Freunde und Förderer der Grundschule Kromsdorf/Denstedt e.V. hat sich jetzt an Bundespräsident Horst Köhler gewandt und um Unterstützung beim Kampf für die Erhaltung der Kreisbibliothek gebeten. Wie Annette Roeder-Klimmek und Petra Krüger namens des Vereins betonen, habe Köhlers Rede anlässlich der Wiedereröffnung der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar dafür den Impuls gegeben: “Ihr Eintreten für den Erhalt der Bibliotheken in Deutschland hat uns Mut gemacht, vielleicht mit ihrer Hilfe doch noch das Unmögliche zu schaffen: nämlich das Weiterbestehen der Bibliothek im Schloss Kromsdorf.”
Bekanntlich hat der Kreis den Mietvertrag für die Remise, in der die Kreisbibliothek seit 14 Jahren ihr Domizil hat, zum 31. Dezember 2008 gekündigt. Statt in einer angemieteten Immobilie soll der Medienbestand, der durch die Fahrbibliothek auch im gesamten Kreis verteilt wird, künftig zusammen mit dem der Apoldaer Stadtbücherei in einem Depot in der Kreisstadt untergebracht werden. Der Kreis will damit nicht nur die Miet- und Betriebskosten einsparen, sondern auch die Stelle einer Bibliotheksmitarbeiterin. “Das ist für uns und die meisten Bürger unserer Dörfer schwer zu verstehen”, betonen die Vereinsmitglieder. Mit der Bibliothek verlören die Dörfer am Rande von Weimar nämlich eine wichtige Stätte der Kommunikation und Bildung. Zudem würde Schloss Kromsdorf ein Teil seines Angesichts und ein Stück Identifikationsmöglichkeit genommen. Gleichwohl gibt der Verein, der bereits mehr als 600 Unterschriften für den Erhalt der Kreisbibliothek gesammelt hat, die Hoffnung nicht auf, dass doch noch eine Lösung zugunsten der Bibliothek gefunden werden kann - vielleicht mit der Unterstützung Horst Köhlers.

Althaus bekennt sich zum Bauhaus Jahr, 2007, TLZ

Althaus bekennt sich zu Bauhaus 2009

Mit der TLZ sprach Dieter Althaus über das Bauhaus-Jahr 2009 und sichert die Unterstützung für die große Ausstellung „Bauhaus klassich” zu.

- Herr Dieter Althaus, bitte vollenden Sie folgenden Halbsatz: „Bauhaus ist für mich…”

Dieter Althaus: … sowohl Tradition als im Besonderen Zukunft.

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