2008-05-31 TLZ 150 Angebote zum Kulturtag
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«Wir sind überwältigt von der Resonanz» ©ddp
30.05.2008 15:05:23 - Für den ersten Kulturtag Thüringens am 6. Juli sind bereits mehr
als 150 Veranstaltungen gemeldet. «Wir sind überwältigt von der
Resonanz, die unser Aufruf in den Thüringer Kultureinrichtungen
ausgelöst hat», sagte der Sprecher der Kulturinitiative und
Koordinator des Tages, Peter Mittmann, am Freitag in Weimar.
Weimar (ddp-lth). Für den ersten Kulturtag Thüringens am 6. Juli sind bereits mehr als 150 Veranstaltungen gemeldet. «Wir sind überwältigt von der Resonanz, die unser Aufruf in den Thüringer Kultureinrichtungen ausgelöst hat», sagte der Sprecher der Kulturinitiative und Koordinator des Tages, Peter Mittmann, am Freitag in Weimar. Die Initiative hoffe nun, dass sich die Thüringer von der Begeisterung der Kulturschaffenden anstecken lassen.
Mit dem ersten Kulturtag Thüringens will die Initiative die Menschen im Freistaat animieren, «den Erlebnis- und Freizeitwert von Kultur zu entdecken und die kulturellen Einrichtungen und ihre vielfältigen Angebote in der jeweiligen Nähe wieder einmal zu nutzen».
(ddp)
Kultusministerium Thüringen und Stadtverwaltung lehnten das Ansinnen vorerst ab
Von Rita Specht
Eisenach. (ep) Wäre das Grab des Theaterhaus-Stifters Julius von Eichel-Streiber nicht 1984 durch die Stadt abgeräumt worden, könnte man heute hingehen und nachschauen, ob sich der Eisenacher Ehrenbürger womöglich in selbigem ’umgedreht hat. Grund für die Bewegung dürfte der Umgang mit seinem Erbe sein, vermutet Christine von Eichel-Streiber.
Der Familienverband derer von Eichel-Streiber bat beim Land Thüringen um Sitz und Stimme in der Kulturstiftung Meiningen-Eisenach und bestimmte die in Bonn lebende Eisenacher Theaterfreundin Christine, diese Aufgabe zu übernehmen. Der Eintritt in die Stiftung wird ihr jedoch verwehrt. In die vom Land Thüringen gegründete Meininger Kulturstiftung war nach den Mittelkürzungen für das Landestheater durch Freistaat, Stadt Eisenach und Kreis das Theater Eisenach per Zustiftungsvertrag eingebracht worden (TLZ berichtete). Zum Zustiftungsvermögen gehört auch das Theatergebäude. Dem fühlt sich der Eichel-Streibersche Familienverband, der immerhin stolze 109 Angehörige zählt, bis heute verbunden. Aber auch den Theatermitarbeitern, deren Zahl durch die Mittelkürzungen halbiert wurde. „Das Eisenacher Theater muss Ansprechpartner haben, die nicht beliebig nach politischen Konstellationen alle vier bis acht Jahre wechseln.“ Zudem bekam die Zustiftung das, was Julius von Eichel-Streiber seiner Stadt spendete – „die Immobilie“, argumentiert Christine von Eichel-Streiber. Gemeinsam mit den Familienmitgliedern Almuth und Ulrich unterzeichnete sie ein Schreiben an den einstigen Kultusminister Jens Goebel, in dem sie um Sitz in der Stiftung, „aus Gründen wohlerwogenen Proporzes“ bittet.
Zusätzlich vereinbart
Verhältnismäßigkeit bezieht sie nicht nur auf die Ausgewogenheit zwischen Eisenach und Meiningen, deren Kultureinrichtungen unterm Stiftungsdach selbstständig bleiben sollen. Verhältnismäßigkeit fordert der Familienverband des Theaterhaus-Stifters auch vor dem Hintergrund ein, dass in der Kulturstiftung Meiningen-Eisenach ein Vertreter der Herzogslinie derer von Sachsen und Meiningen Sitz und Stimme hat – Prinz Conrad von Sachsen-Meiningen. Einbezogen wurde er nach dem Ende der Restitutionsverhandlungen um ehemaliges Vermögen des Theater-Herzogs Ernst, auf dessen Wirken solche Gebäude wie das Residenzschloss, in dem heute das Meininger Museum untergebracht ist, und der Theaterbau zurückgehen. Nach Angaben des Direktors der Meininger Museen ist der Sitz des Nachfahren von Herzog Ernst in der Kulturstiftung Ergebnis einer „Zusatzvereinbarung im Rahmen der Restitutionsansprüche“.
Eine solche Zusatzvereinbarung wäre auch im Fall der Familie Eichel-Streiber möglich. Wegen des Proporzes habe man bereits die Erweiterung des Stiftungsrates beschlossen und der Stadt Eisenach und dem Wartburgkreis „Sitz und Stimme im dann erweiterten Striftungsrat gegeben“, heißt es in der Antwort aus dem Kultusministerium. Mit Bedauern teilte Eisenachs Oberbürgermeister dem Familienverband mit, dass der Zeitplan der Zustiftung abgeschlossen und die Verträge unterzeichnet, Stadt und Kreis angemessen vertreten seien und die „Interessender Stadt, zukünftig Theaterstandort zu bleiben, gewahrt werden können“. Es steht zu vermuten, dass sich der Familienverband des Eisenacher Theaterhausstifters nicht mit den Antworten von Land und Stadt zufrieden geben wird. „Zusatzvereinbarungen“, so Christine von Eichel-Streiber, „sind immer möglich“. Der Familie Sitz und Stimme zu geben, das ist für sie „letztlich eine Frage des guten Willens“.
Pressespiegel zum ersten KULTURTAG THÜRINGEN am 6. Juli 2008
2008-04-23 TLZ
Die Lust auf Kultur wecken
Erfurt. (tlz) Musik im Meininger Museum, “Prinzenraub” in Altenburg, “Nabucco” unter freiem Himmel in Mühlhausen, Familiensonntag in Gotha, Goethes “Faust” in Weimar und eine Kinderkulturnacht in Eisenach - das sind nur einige von vielen Veranstaltungen, mit denen am 6. Juli 2008 der erste Thüringer Kulturtag gefeiert werden soll (TLZ berichtete). Bislang meldeten 24 Städte und Gemeinden des Freistaates ihre Teilnahme an.
Die noch kribbelbunte Thüringer Kulturlandschaft insbesondere den eigenen Bürgern vor der Haustür bewusst zu machen und vor weiterem Abbau zu schützen ist Ziel der Aktion, die von der KulturInitiative Thüringen ins Leben gerufen wurde. Ihre Mitglieder möchten damit Bewusstsein und Selbstbewusstsein der Menschen im Land wecken, denn die Thüringer seien noch “zu wenig stolz auf ihre Kultur”, so Koordinator Peter Mittmann. Am Kulturtag können sich Museen, Theater, Bibliotheken und Musikschulen beteiligen, aber auch private Initiativen. Am 31. Mai ist Teilnahmeschluss.
Mit der Aktion soll Politikern auch signalisiert werden, dass sie nicht leichtfertig mit dem einzigartigen Kulturerbe umgehen dürfen. Chance des Tages sei es, Parteien vor dem Hintergrund der Landtagswahl 2009 “zur Kulturkasse zu bitten”, äußerte sich Claus Strulick von der Deutschen Orchestervereinigung. Es müsse Schluss damit sein, Kultur als freiwillige Leistung auf die Streichliste zu setzen. Kultur dürfe nicht länger nur vom touristischen Standpunkt aus bewertet werden. “Gute Kulturpolitik ist gleichzeitig Bildungspolitik”, so André Störr, einer der Organisatoren.
Die Landesregierung verweise immer stolz auf die Kulturquote von 1,3 Prozent als eine der höchsten im Bundesschnitt, sagte Peter Mittmann. Dabei werde jedoch vergessen zu erwähnen, das sie automatisch an den sinkenden Landeshaushalt gebunden sei - eine “unerträgliche Situation . Die Initiative, die sich für den Erhalt der Theater und Orchester stark gemacht hat, fordert eine Festschreibung der Kulturquote für wenigstens fünf Jahre. Im Herbst will sie dem Kulturtag eine Kulturkonferenz folgen lassen. Zur Eröffnungsveranstaltung des 1. Kulturtages im Gothaer Schloss Friedenstein signalisierten Politiker von SPD, der Linken, den Grünen und der FDP ihre Teilnahme. Mit der CDU sei man noch im Gespräch.
Das Datum 6. Juli wurde nicht von ungefähr gewählt. An jenem Tag vor zwei Jahren verkündete Kultusminister Jens Goebel seinen Sparplan für Theater und Orchester. Deswegen kursiert nun auch der Begriff “Goebel-Day”. Damit wollten die Kulturtags-Initiatoren gestern ausdrücklich nicht werben. Zuviel der Ehre.
22.04.2008 Von Rita Specht
Thüringer Allgemeine
Thüringer Kulturtag feiert die Vielfalt
Kultur ist lebensnotwendig, aber nicht selbstverständlich. Dass sie verschwindet, wenn man nicht um sie kämpft, hat die Kultur-Kürzungspolitik der Landesregierung gezeigt. Die “Kulturinitiative Thüringen” hat den 6. Juli zum Kulturtag erklärt: ein Termin, der verdeutlichen soll, wie wichtig und vielseitig Thüringens Kultur ist.
ERFURT. Das Datum ist mit Bedacht gewählt. Am 6. Juli 2006 verkündete Kultusminister Jens Goebel seine Modellrechnung, einen Sparplan, der das Aus für mehrere Theater und Orchester hätte bedeuten können. Dass der Plan nur ansatzweise durchgesetzt werden konnte, ist für die Mitglieder der “Kulturinitiative Thüringen” kein Trost: Die nächste Modellrechnung kommt bestimmt.
Unter Federführung des Architekten Peter Mittmann ruft die Initiative nicht nur Institutionen - Theater, Orchester, Bibliotheken, Museen - zur Mitwirkung am Kulturtag auf. Auch Privatleute können mitmachen, etwa mit Hauskonzerten. Und sie sollten den ersten Juli-Sonntag nutzen, Kulturangebote in ihrer Nähe wahrzunehmen. Bislang beteiligen sich Veranstalter in 19 Städten, “das ist erst der Anfang”, ist Mittmann überzeugt. Theater stellen ihre Veranstaltungen unter das Kulturtags-Logo, das einer bunten Wiese ähnelt; auch das Folkfest Rudolstadt macht mit. Anmeldeschluss ist der 30. Mai.
Offiziell startet der Kulturtag um 11 Uhr in Gotha mit einer Podiumsdiskussion auf Schloss Friedenstein, an der Vertreter aller Parteien teilnehmen. “Wir werden sie zur Kulturkasse bitten”, kündigt Mittmann an. Was die Kultur den Politikern wert ist, das wüsste die “Kulturinitiative Thüringen” gern schon vor der Landtagswahl. Kleine Pikanterie am Rande: Alle Parteien unterstützen den Kulturtag rückhaltlos. Auch die CDU - ihrer Kultur-Kürzungspolitik zum Trotz.
Frauke ADRIANS 22.04.2008
2008-04-23 Freie Presse
Erster Kulturtag im Freistaat
Aktionstag will Thüringer Kultur erlebbar machen - 24 Städte haben Teilnahme zugesagt
Foto: ddp
Erfurt (ddp-lth). Die Kulturinitiative Thüringen hat den ersten Kulturtag des Freistaates ins Leben gerufen. Bei landesweiten Veranstaltungen sollen die Einwohner ihre Kultur am 6. Juli bei einem “Kultursonntag” erleben, sagte Koordinator Peter Mittmann am Dienstag in Erfurt. Ziel des Tages sei es, das Bewusstsein der Thüringer Bevölkerung für ihre eigene Kultur zu stärken. Neben der zentralen Eröffnungsfeier im Festsaal des Gothaer Schlosses Friedenstein würden zahlreiche kulturelle Einrichtungen ihre Türen zu unterschiedlichsten Veranstaltungen öffnen. Bislang hätten 24 Thüringer Städte ihre Teilnahme zugesagt.
Mittmann beklagte, dass die Thüringer zu wenig stolz auf ihre Kultur seien. Obwohl der Freistaat das Land mit der höchsten Kulturdichte von Museen bis zu Theatern sei, nehme die Bevölkerung das Angebot kaum wahr. Der Tag sei ein geeignetes Instrument, die Thüringer Kultur erlebbar zu machen, sagte Mittmann. Im Rahmen des Kulturtages seien auch “kulturverflechtende” Veranstaltungen geplant. So würden beispielsweise Musiker in Museen auftreten.
Bereits jetzt haben sich den Angaben zufolge zahlreiche Thüringer Kultureinrichtungen angemeldet. Unter anderem werde das Deutsche Nationaltheater Weimar mit einer “Faust”-Aufführung, das Altenburger Puppentheater oder auch das Meininger Theater mit Stundenkonzerten vertreten sein. Zudem gebe es eine Kinderkulturnacht und ein Kindermusical in Eisenach sowie eine Open-Air-Aufführung von “Nabucco” in Mühlhausen. Bis zum Anmeldeschluss am 31. Mai erwarten die Veranstalter weitere zahlreiche kulturelle Höhepunkte.
Auch Thüringens Politik begrüßt den ersten Kulturtag. “An diesem Tag kann gezeigt werden, über welchen kulturellen Reichtum Thüringen verfügt”, betonte die Kulturexpertin der Landtagsfraktion der Linken, Birgit Klaubert. FDP-Generalsekretär Patrick Kurth regte an, den Kulturtag zur jährlichen Tradition werden zu lassen. (ddp)
2008-04-23 TLZ
“Schatz vor der Haustür” heben
Erfurt/Eisenach. (ep) Immerhin: Das Signal zur ersten Thüringer Kulturnacht 2008 kam im November vergangenen Jahres von der Wartburg (TLZ berichtete). Dass sich das kulturgebeutelte Eisenach dieses Jahr nun doch nicht als Auftaktort der Aktion präsentiert, wie mal vorgesehen, liegt am umtriebigen Gothaer Bürgermeister. Knut Kreuch hat die Initiatoren des Kultur-Spektakels in einer Charmeoffensive davon überzeugt, dass das benachbarte Schloss Friedenstein auch ein guter Ort ist, von dem das Signal ausgehen soll: Finger weg von der Thüringer Kultur.
Das fordern die Mitglieder der KulturInitiative Thüringen, die gestern in Erfurt zum 1. Thüringer Kulturtag für Sonntag, 6. Juli einluden. Zu den Organisatoren um den Weimarer Hotelier und Koordinator Peter Mittmann zählt auch Burghauptmann Günter Schuchardt aus Eisenach, Vorsitzender des Museumsverbandes Thüringen. “Es geht darum, das kulturelle Selbstbewusstsein in Thüringen zu fördern, um Druck auf Politiker und Parteien zu machen, die Vielfalt der Kultur zu erhalten. Wir müssen es schaffen, insbesondere die einheimischen Bürger zu mobilisieren, wieder mal ins Museum, ins Theater, in die Bibliothek oder ins Konzert zu gehen.” Denn nur wer sich bewusst sei, was für einen Schatz er vor der Haustür habe, der sei auch bereit, etwas für dessen Erhalt zu tun. Am 6. Juli sollen Menschen deswegen ganz bewusst kulturelle Einrichtungen aufsuchen, Galerien, Ateliers und Konzertsäle oder Hausmusik im privaten Heim als Ereignisorte wahrnehmen, lud Günter Schuchardt ein.
Bislang meldeten 24 Städte und Gemeinden der KulturInitiative ihre Teilnahme. Unter dem bunten Logo des Tages, das eine (noch) blühende Kulturlandschaft stilisieren soll, läuft in Eisenach die Kinderkulturnacht und wird ein Jugendsinfonieorchester auftreten. Bis zum 31. Mai können weitere Kulturvereine aber auch Privatinitiativen ihre Aktionen unter www.erhaltet-thueringens-kultur.org bekannt geben.
Dr. Claus Strulick von der Orchestervereinigung Deutschland, der in der Auseinandersetzung um den Abbau der Landeskapelle öfter Gast in Eisenach war, orientierte auf Veranstaltungen insbesondere für Kinder und Jugendliche. Denn Kulturpolitik sei gleichzeitig Bildungspolitik, ergänzte Mitorganisator Andé Störr. Dr. Lutz Unbehaun, stellvertretender Vorsitzender des Museumsverbandes Thüringen, nannte es “unerträglich”, wie sowohl die Museen 2004 als auch Theater und Orchester 2006 von der Landesregierung vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. Damit müsse Schluss sein. Der Kulturtag biete Gelegenheit, “die Gesamtheit der Kultur im Auge zu behalten” und damit die Chance, sie vor weiterem Abbau zu schützen. KulturMuntere außerparlamentarische Kulturopposition in Thüringen: Karl-Heinz Berghäuser, Peter Mittmann, Claus Strulick, André Störr, Günter Schuchardt und Lutz Unbehaun (v.l.). Foto:ris
22.04.2008 Von Rita Specht
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Kulturtag würdigt ominöses Jubiläum
Gotha/Erfurt. (tlz/wohi) Mit einem großen “Kulturtag Thüringen” feiern die Kulturbürger hierzulande am 6. Juli den Reichtum und die Vielfalt des Angebots an Theater und Musik, bildender Kunst, Literatur und musealen Schätzen. Wie die TLZ erfuhr, sind nun alle Künstler, Ensembles und Institutionen - egal, ob Profi oder Amateur - aufgerufen, diesen Tag zu gestalten.
Das Datum ist nicht zufällig gewählt, denn dann jährt sich zum zweiten Mal das Kahlschlag-Edikt des Kultusministers Jens Goebel (CDU), nach dem er die Theater- und Orchesterlandschaft zusammenstreichen wollte. Goebel plante, zehn Millionen Euro der Landesfördermittel zu kürzen und die Theater Erfurt und Weimar sowie die Bühnen Eisenach, Rudolstadt und Nordhausen zu fusionieren. Fünf Orchester sollten per saldo dem Rotstift zum Opfer fallen. Nun ist, zumindest bis 2012, das Schlimmste abgewendet - ein Triumph der Kulturbürger, die sich energisch zur Wehr gesetzt haben.
“Man soll ja vor dem Erfolg die Augen nicht verschließen”, meint jetzt einer der Anstifter zum Kulturtag, der von der KulturInitiative Thüringen (KI.T) als landesweites Bürgerfest koordiniert wird. Ob Konzerte in Bibliotheken, Lesungen in Schlossparks oder Theater-Aufführungen in Museen - der Kulturtag bietet die Chance zu vielfältigen Symbiosen und Vernetzungen. Vor allem die zehn Thüringer Profi-Orchester wollen sich einbringen. Die Eröffnung soll auf Schloss Friedenstein zu Gotha stattfinden.
i Wer zum Programm beitragen möchte, meldet sich bei der KulturInitiative Thüringen, Telefon 03643/4920674 oder
10.04.2008
Weimar. (tlz) Wer hätte vor einem Jahr gedacht, wie entspannt man nun beisammen sitzen kann, um den 100. Jahrestag des Weimarer Theaterhauses zu feiern: Landesminister und Kulturbürger, die Kunst und die Politik. Damals ging es heiß her. Auf dem Spiel stand, wie schon 2001, die Eigenständigkeit des Deutschen Nationaltheaters.
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Die Alphornbläser zur Introduktion des Festaktes zum 100-jährigen Bestehen des Theaters Weimar waren kein Albtraum, nur ein Schmunzeln. Es war, mag man sagen, der Tribut an Stephan Märki.
WEIMAR. Ein Festakt ist ein Festakt und kein Fest. Es gibt wohl eher wenig Leute, die Festakte wirklich interessant finden. Höchstens, dass man schaut, wer kommt ins Land des Lächelns und wer nicht. Der Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) zum Beispiel kam nicht, der hatte einen hochwichtigen Termin bei Ingenieuren und Architekten in Erfurt. Der Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) war auch nicht da, der hatte Urlaub. Dafür sah man die neue Stadtkulturdirektorin Julia Miehe, die einmal die Orchesterdirektorin war.
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Weimar. (tlz/fqu) Das Land zieht sich aus der Förderung von Literatur und Kunst immer mehr zurück. Die Vereine und Gesellschaften sind froh, wenn sie private Sponsoren finden. Werden die Künstler dadurch zu Werbeträgern der Industrie? Der Thüringer Literaturpreisträger Ingo Schulze spricht von einer “Tendenz zur Refeudalisierung des Kulturbetriebes” und steht dabei hinter einem Pult, an dem das Logo des Preisstifters E.ON prangt.
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Erfurt. (tlz/wohi) Unter Theaterkämpfe und Kahlschlagdebatten hat Thüringens Kultusminister Jens Goebel (CDU) einen Schlussstrich gezogen. Als letztes wurde für die Erfurter Oper eine Finanzierungsvereinbarung für 2009 bis 2012 getroffen.
Demnach erhalten die Erfurter wie bisher 6,475 Millionen Euro aus Goebels Etat; die Landeshauptstadt erhöht ihren Eigenbeitrag von derzeit 10,8 Millionen um 150 000 Euro. Allerdings ist der Landeszuschuss an die Bedingung geknüpft, dass 350 000 Euro pro Jahr an die Thüringen-Philharmonie Gotha-Suhl fließen - für die Kooperation bei Musik-Großprojekten.
Außerdem wird noch zwischen Vertretern aus Erfurt und Weimar sowie des Ministeriums verhandelt, wie eine Schauspiel-Kooperation mit dem Deutschen Nationaltheater mit Leben erfüllt werden kann. Über Leistungsumfang und Entgelt sei bisher nicht entschieden, sagte ein Sprecher Goebels auf TLZ-Anfrage. Auch die Möglichkeit eines gesonderten Kooperationsfonds sei nicht ad acta gelegt worden.
Der Theaterkampf, bei dem es nicht zuletzt um das Überleben von fünf Orchestern ging, hat 18 Monate gedauert. Ursprünglich hatte Goebel zehn Millionen Euro einsparen wollen.
ERFURT. In der Debatte um die Finanzierung der Bibliotheken hat Thüringens Kultusminister Jens Goebel (CDU) der Opposition “symbolische Politik” vorgeworfen. Das von Linkspartei und SPD vorgeschlagene Bibliotheksgesetz sei “überflüssig” und “emotional getrieben”. Dort seien nur allgemeine Absichtserklärungen aufgeführt, die von Betroffenen nicht einklagbar seien, so der Minister. Linke und SPD wiesen die Vorwürfe Goebels zurück. Sie seien “polemisch und gehen an den Tatsachen vorbei”, sagte SPD-Kulturpolitiker Hans-Jürgen Döring. Der Entwurf der Opposition sei mit dem Bibliotheksverband erarbeitet worden. Zudem verwies er auf einen Vorschlag für solch ein Bibliotheksgesetz von einer Fach-Kommission im Bundestag. Linke-Politikerin Birgit Klaubert warf der CDU-Landesregierung vor, sich “aus der Verantwortung zu stehlen”. Das zeige der gerade erst beschlossene Landeshaushalt. Danach sind für die Finanzierung der Bibliotheken nur noch die Kommunen zuständig. 2007 förderte das Land die rund 250 Bibliotheken noch mit 350 000 Euro.
Kultusminister Goebel gegen »symbolische Politik« bei Bibliotheken.
Erfurt (dpa/th) - Der Thüringer Kultusminister Jens Goebel (CDU) hat mit Blick auf die Lage der Bibliotheken im Freistaat vor »symbolischer Politik« gewarnt. »Der vorliegende Gesetzentwurf der Opposition ist überflüssig, weil er keine sehr große Regelungstiefe besitzt«, sagte Goebel in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur dpa. »Das ist emotional getrieben.« Das gemeinsame Papier der SPD und der Linken nimmt weitgehend Vorschläge des Bibliotheksverbandes aus dem Jahr 2006 auf. Die CDU-Fraktion hat für das Frühjahr einen eigenen Gesetzentwurf angekündigt. Im Vorjahr unterstützte das Land die rund 250 Bibliotheken mit 350 000 Euro.
Thüringens Kultusminister Jens Goebel (CDU) hat mit Blick auf die Lage der Bibliotheken im Freistaat vor “symbolischer Politik gewarnt. “Der vorliegende Gesetzentwurf der Opposition ist überflüssig, weil er keine sehr große Regelungstiefe besitzt , sagte Goebel. Die CDU-Fraktion hat für das Frühjahr einen eigenen Gesetzentwurf angekündigt.
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Die Thüringer Kulturpolitik war eine der unkontrollierten Befreiungs-schläge. Dennoch, oder eben darum, ist die Bilanz nicht wirklich schlecht - für die Kultur.
ERFURT. Thüringen wird sich, mit aller Zurückhaltung gesprochen, in der Rückschau für den Brand der Anna Amalia Bibliothek zu bedanken haben. Und das nicht nur, weil das Feuer die Wahrnehmung dieses Altars der Geistesgeschichte hochgradig sensibilisierte. Die Wiedereröffnung erzeugte, auch durch die Teilnahme von Bundespräsident Horst Köhler, eine deutschlandweite Aufmerksamkeit nicht nur für die Bibliothek, vielmehr konzentrierte sie einen gesamtdeutschen Medienblick auf den kulturpolitischen Kampfplatz Weimar, auf dem und um den eine Bataille zu schlagen war. Diese mediale Eröffnung war die atmosphärische Introduktion für die 45 Millionen Euro, die der Bund für die Klassik Stiftung ausschüttete. Und die schließliche Erhebung des Nationaltheaters zum Staatstheater verdankt sich auch dem Umstand, dass dieses Haus auf dem geschichtlichen Grund dieser Stadt nicht zu beschädigen ist, ohne dass dies eine deutschlandweite Publizität erzeugt, an der Thüringer Politik nicht gelegen sein kann. Und das ist die eigentliche kulturpolitische Nachricht dieses Jahres, die einen kulturpolitischen Paradigmenwechsel gleichkommt. Das Land Thüringen akzeptiert, gegen die herrschende Kultur des kleinteiligen Denkens, die herausragende Bedeutung der Kulturstadt Weimar. Thüringen scheint bereit, der Stadt den ihr gebührenden privilegierten Status einzuräumen.
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Thüringer Theater und Orchester wehren sich gegen Kürzungen der Landesregierung
Erfurt (ddp-lth). Rund 4,2 Millionen Euro erhalten das Theater Nordhausen und das Loh-Orchester Sondershausen ab 2009 vom Land. Als einer der ersten unterzeichnete der Nordthüringer Theaterverbund in diesem Jahr nach lautstarken Protesten und zähen Verhandlungen mit Kultusminister Jens Goebel (CDU) einen entsprechenden Vertrag. «Es ist nur der Spatz in der Hand, noch nicht die Taube auf dem Dach», kommentierte Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) die Vereinbarung.
Denn die Zuschüsse sinken gegenüber dem Ende 2008 auslaufenden Vertrag um 15 Prozent. Allerdings wollte Goebel dem Theaterverbund ursprünglich nur noch 1,5 Millionen Euro zubilligen. Und weil auch die beiden Kommunen ihre Zuwendungen aufstockten, kann dort mit insgesamt knapp neun Millionen Euro weiterhin nicht nur Theater konsumiert, sondern auch produziert werden.
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ddp-Korrespondentin Uschi Lenk
Erfurt (ddp-lth). Rund 4,2 Millionen Euro erhalten das Theater Nordhausen und das Loh-Orchester Sondershausen ab 2009 vom Land. Als einer der ersten unterzeichnete der Nordthüringer Theaterverbund in diesem Jahr nach lautstarken Protesten und zähen Verhandlungen mit Kultusminister Jens Goebel (CDU) einen entsprechenden Vertrag. «Es ist nur der Spatz in der Hand, noch nicht die Taube auf dem Dach», kommentierte Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) die Vereinbarung.
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Erfurt. (tlz) Das Deutsche Nationaltheater und die Staatskapelle Weimar werden am 1. Januar 2008 zum Thüringer Staatstheater. Der Vertrag zwischen Land, Stadt und Theater wurde am Freitag in Erfurt unterzeichnet. “Dies ist ein großer Tag für Weimar”, sagte OB Oberbürgermeister Stefan Wolf (TLZ), “allen Weimarer Kulturbürgern ist an dieser Stelle nochmals für ihren jahrelangen Kampf um ihr Theater zu danken. Sie haben eine große Arbeit geleistet.” Mit der langfristigen strukturellen und finanziellen Absicherung des DNT ende eines der erfolgreichsten Jahre für die Absicherung der Weimarer Kulturlandschaft seit der Wende, betonte Wolf. Neben dem DNT betreffe dies die Sanierung des Schlosses genauso wie die Errichtung eines künftigen Bauhausmuseums Weimar, die nun angegangen werden könne. Der Vertragsunterzeichnung war eine eineinhalb Jahre lange Spardiskussion vorangegangen. Dabei hatte das Ministerium die Fusion des DNT mit der Erfurter Oper favorisiert. Kultur
Augenscheinlich helle Freude: Finanzministerin Birgit Diezel, flankiert von Weimars OB Stefan Wolf (re.) und DNT-Intendant Stephan Märki, würdigt das hehre Vertragswerk. Foto: tlz/Michaelis
Erfurt/Weimar. (tlz) Es war einmal …, heißt es im Weihnachtsmärchen, und im Foyer des Landtags zu Erfurt prangt Knecht Ruprecht gravitätisch auf seinem Schlitten, einen Hirsch vorgespannt, während ein paar Türen weiter die Kollegen Finanz- und Kultusminister, Birgit Diezel und Jens Goebel, vermeintlich Geschenke verteilen: Gestern ist für allezeit der Staatstheater-Vertrag für das DNT Weimar unterzeichnet worden.
Kling, Glöckchen? Nein, nicht mal das, und Festtagslaune sieht anders aus. Diezel schaut drein, als wähne sie sich in einer falschen Vorstellung, und spricht, das nunmehr Weimarische Staatsorchester wohl meinend, von einer Landeskapelle, welche bekanntlich noch rudimentär in Eisenach vorfindbar ist. Kultur ist ihr Metier eben nicht, zumal mit freiwilligen Leistungen, gar so einer schönen Bescherung, darf sie sich qua Amt gar nicht auskennen.
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Der Vertrag ist geschlossen. Das Deutsche Nationaltheater und die Staatskapelle als Staatstheater verfasst. Gestern wurden die von Stadtrat und Landtag bestätigten Dokumente unterzeichnet.
WEIMAR (rd/paw). “Dies ist ein großer Tag für Weimar.” Mit diesen Worten unterstrich Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) gestern den Wert des Vertrages über das Staatstheater für die Stadt. Im Hause des Thüringer Landtages hatten das Stadtoberhaupt, Thüringens Finanzministerin Birgit Dietzel, Kultusminister Jens Goebel, Generalintendant Stephan Märki und Geschäftsführer Thomas Schmidt sowie ein Notar ihre Unterschriften unter die Verträge gesetzt. “Mit der Unterzeichnung der Verträge für ein Thüringer Staatstheater sind die Eigenständigkeit und der Bestand des Deutschen Nationaltheaters Weimar als Drei-Sparten-Theater langfristig gesichert. Allen Weimarer Kulturbürgern ist an dieser Stelle nochmals für ihren jahrelangen Kampf um ihr Theater zu danken. Sie haben große Arbeit geleistet”, so der Oberbürgermeister.
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Thüringens Schweizer sind guten Mutes: Stephan Märki hat ein Staatstheater in Weimar und Guy Montavon hat Lust auf Erfurt.
ERFURT. Die Landesregierung hat gestern den Gesellschaftervertrag für das Deutsche Nationaltheater unterzeichnet und für 197 000 Euro die Mehrheit der GmbH übernommen. Was für Stephan Märki ein Grund zur Freude ist, sei für Guy Montavon, wie dieser uns wissen ließ, kein Grund für das Gegenteil. Die gestrige Mitteilung dieser Zeitung, dass der Erfurter Intendant sich unter den letzten drei Kandidaten für die Opernintendanz in Köln befunden habe, sagte Montavon: “Das ist richtig, aber ich habe mich nicht beworben, ich wurde gefragt, wie übrigens auch in Genf. In Köln entwerfen sie ihre Oper neu und damit habe ich hier eine gewisse Erfahrung. Ich werte das als Anerkennung unserer Arbeit hier in Erfurt.” Und hier, sagt Montavon, “fühle ich mich sehr wohl. Ich werde meinen Vertrag in Erfurt in jedem Falle erfüllen und ich habe wirklich Lust dazu”. Die Intendanz in Köln war ab 2009 ausgeschrieben, Montavon ist in Erfurt bis 2012 unter Vertrag. Gegebenenfalls, sagt er, wäre für Köln die Interimsintendanz eines Kollegen denkbar gewesen.
Und nein, die Umwandlung des DNT Weimar in ein Staatstheater, die ab 1. Januar 2008 wirksam wird, sei gleich gar kein Grund, in Erfurt aufzuhören, vielmehr bringe der vorläufige Abschluss dieses Prozesses mehr Ruhe in die kulturpolitische Debatte.
Dies ist in jedem Falle richtig: Alle Spekulationen über eine Fusion sind für absehbare Zeit erledigt.
Henryk GOLDBERG
Das Deutsche Nationaltheater in Weimar wird im kommenden Jahr ein Staatstheater. Das Kabinett beschloss am Dienstag in Erfurt, 79 Prozent der Geschäftsanteile von der Betriebsgesellschaft des Theaters zu erwerben, wie das Kultusministerium mitteilte. Die Stadt Weimar soll die restlichen 21 Prozent behalten.
Erfurt (ddp-lth). Das Deutsche Nationaltheater in Weimar wird im kommenden Jahr ein Staatstheater. Das Kabinett beschloss am Dienstag in Erfurt, 79 Prozent der Geschäftsanteile von der Betriebsgesellschaft des Theaters zu erwerben, wie das Kultusministerium mitteilte. Die Stadt Weimar soll die restlichen 21 Prozent behalten.
Der entsprechende Vertrag soll am Freitag unterzeichnet werden. Bereits im Juni hatten sich die Stadt Weimar und das Land Thüringen über die Grundzüge eines Staatstheaters geeinigt. Die Landesregierung beschloss zudem, seine Förderung für das Theater von derzeit rund 15,8 Millionen auf 16,6 Millionen Euro aufzustocken.
ddp/erd/mwa
Das Deutsche Nationaltheater in Weimar wird zum Jahreswechsel in ein Staatstheater umgewandelt. Ab dem 1. Januar 2008 wird das Land dann direkte Verantwortung für das Theaterangebot übernehmen, gab Kultusminister Jens Goebel am Donnerstag in Erfurt bekannt. Bisher war das Theater allein in städtischer Verantwortung, wurde aber vorwiegend vom Land finanziert. Mit dem Wechsel sieht Weimar Eigenständigkeit und Zukunft des Theaters gesichert, dem Goethe etwa 20 Jahre als Direktor vorstand.
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Der Deutsche Bibliotheksverband freut sich sehr über die heute vorgestellten Handlungsempfehlungen der Enquetekommission ‘Kultur in Deutschland’ zur Entwicklung der Bibliotheken in Deutschland. Ausgesprochen sinnvoll und wirksam ist nach Ansicht des Deutschen Bibliotheksverbandes die Empfehlung an die Bundesländer, Aufgaben und Finanzierung der Bibliotheken in Bibliotheksgesetzen zu regeln, und damit Bibliotheken zur Pflichtaufgabe zu machen.
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Alles für die Planungssicherheit: Das Deutsche Nationaltheater in Weimar wird ein Staatstheater. Dem Haus, dem auch Goethe 20 Jahre vorstand, stehen damit einige Veränderungen bevor.
Das Deutsche Nationaltheater Weimar wird zum Jahreswechsel in ein Staatstheater umgewandelt. “Das Land wird - beginnend mit dem 1. Januar 2008 - selbst direkte Verantwortung für das Theaterangebot übernehmen”, sagte Kultusminister Jens Goebel (CDU). Das Traditionshaus, dem Goethe etwa 20 Jahre als Direktor vorstand, war bisher allein in städtischer Verantwortung, wurde aber vorwiegend vom Land finanziert. Die Klassikerstadt sieht in dem Wechsel Zukunft und Eigenständigkeit des Theaters gesichert. Das Land Thüringen hatte ursprünglich ein Staatstheater-Modell mit der nahen Oper Erfurt favorisiert. Dies scheiterte am Widerstand beider Städte, die beide nicht ein Orchester und Musiktheater aufgeben wollten.
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Was alle Beteiligten längst wissen, bekamen sie gestern vom zuständigen Minister in Erfurt noch einmal schriftlich bestätigt: Das Deutsche Nationaltheater Weimar wird am 1. Januar 2008 Staatstheater.
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Erfurt. (tlz) Der Menantes Förderkreis und der Verein Stelzenfestspiele bei Reuth werden heute in Erfurt mit dem Thüringer Kulturpreis (12 800 Euro) geehrt. Damit würdigt der Freistaat das Engagement der Mitglieder beider Initiativen. Der Förderkreis der Evangelischen Kirchgemeinde Wandersleben habe das ehemalige Stallgebäude, das sich im denkmalgeschützten Ensemble des Pfarrhofs befindet, zur Menantes-Literaturgedenkstätte ausgebaut und zu einem kulturellen Zentrum der Region entwickelt, heißt es in der Begründung des Kultusministers. Der Verein Stelzenfestspiele organisiert seit 1993 jährlich das gleichnamige Musikfestival und wird dabei von den 180 Einwohnern des Ortes Stelzen unterstützt.
Kromsdorf. (tlz/Gö) Der Verein der Freunde und Förderer der Grundschule Kromsdorf/Denstedt e.V. hat sich jetzt an Bundespräsident Horst Köhler gewandt und um Unterstützung beim Kampf für die Erhaltung der Kreisbibliothek gebeten. Wie Annette Roeder-Klimmek und Petra Krüger namens des Vereins betonen, habe Köhlers Rede anlässlich der Wiedereröffnung der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar dafür den Impuls gegeben: “Ihr Eintreten für den Erhalt der Bibliotheken in Deutschland hat uns Mut gemacht, vielleicht mit ihrer Hilfe doch noch das Unmögliche zu schaffen: nämlich das Weiterbestehen der Bibliothek im Schloss Kromsdorf.”
Bekanntlich hat der Kreis den Mietvertrag für die Remise, in der die Kreisbibliothek seit 14 Jahren ihr Domizil hat, zum 31. Dezember 2008 gekündigt. Statt in einer angemieteten Immobilie soll der Medienbestand, der durch die Fahrbibliothek auch im gesamten Kreis verteilt wird, künftig zusammen mit dem der Apoldaer Stadtbücherei in einem Depot in der Kreisstadt untergebracht werden. Der Kreis will damit nicht nur die Miet- und Betriebskosten einsparen, sondern auch die Stelle einer Bibliotheksmitarbeiterin. “Das ist für uns und die meisten Bürger unserer Dörfer schwer zu verstehen”, betonen die Vereinsmitglieder. Mit der Bibliothek verlören die Dörfer am Rande von Weimar nämlich eine wichtige Stätte der Kommunikation und Bildung. Zudem würde Schloss Kromsdorf ein Teil seines Angesichts und ein Stück Identifikationsmöglichkeit genommen. Gleichwohl gibt der Verein, der bereits mehr als 600 Unterschriften für den Erhalt der Kreisbibliothek gesammelt hat, die Hoffnung nicht auf, dass doch noch eine Lösung zugunsten der Bibliothek gefunden werden kann - vielleicht mit der Unterstützung Horst Köhlers.
Althaus bekennt sich zu Bauhaus 2009
Mit der TLZ sprach Dieter Althaus über das Bauhaus-Jahr 2009 und sichert die Unterstützung für die große Ausstellung „Bauhaus klassich” zu.
- Herr Dieter Althaus, bitte vollenden Sie folgenden Halbsatz: „Bauhaus ist für mich…”
Dieter Althaus: … sowohl Tradition als im Besonderen Zukunft.
Weimar. (tlz) Das neue Bauhaus-Museum darf nicht auf die lange Bank geschoben werden: Davor hat jetzt der Verein der Freunde und Förderer der Kunstsammlungen zu Weimar gewarnt.
Mit Sorge habe man die Äußerungen des Kultusministers Jens Goebel vernommen, wonach bis zum 100. Jahrestag der Gründung des Bauhauses 2019 dieses Museum errichtet sein könne. Bis dahin könnten die jetzt bereitstehenden Bundesmittel in Höhe von 45 Millionen Euro für die Klassikstiftung nur noch die Hälfte wert oder in andere Löcher geflossen sein, befürchtete der Verein auf seiner jüngsten Jahreshauptversammlung. Nicht nur der Verein, sondern auch der Bund erwarteten einen Ruck, der durch die Stiftung gehen solle. Deshalb will der Verein bis April 2009 das Projekt “Anmahnmal Bauhaus-Museum” realisieren. Die Laser-Installation soll vom DNT über das Goethe-Schiller-Denkmal durch den Eingang des Kulissenhauses (Provisorium des Bauhaus-Museums) bis zur Herderkirche strahlen, um von dort über einen Spiegel zum Westbalkon des Schlosses umgeleitet zu werden, da beabsichtigt sei, das Schloss als Mitte des Weimarer Kosmos zu prononcieren.
Eisenach/Meiningen. (tlz) “Eine Fusion von Meininger Hofkapelle und Eisenacher Landeskapelle steht nicht zur Debatte”, wird der kommende Eisenacher und weiterhin Meininger Intendant Ansgar Haag nicht müde zu betonen. Denn nur in der Kombination der beiden eigenständigen, wenn auch in Eisenach erheblich abgespeckten Klangkörper sei das Ziel der von der Politik vorgegebenen, verstärkten Zusammenarbeit zu erreichen. “Nur wenn beide Orchester da sind, kann ich an einem Abend Musiktheater in Eisenach und Meiningen anbieten”, so Haag. Wobei nur Meiningen künftig tatsächlich noch ein Musiktheater hat. Ob er bei seinen Überlegungen auf die Mitarbeit von Eisenachs Chefdirigent Tetsuro Ban bauen kann, weiß Haag noch nicht. Er würde ihn gerne halten, “Tetsuro Ban ist in Eisenach sehr beliebt und garantiert Qualität”. Man wolle einen Weg finden, den Wünschen des Dirigenten nachzukommen, allerdings macht Haag auch keinen Hehl daraus, dass Ban, den Vorgaben des Konzeptes folgend, Gehaltseinbußen hinnehmen werde müssen.
Eine noch nicht vollständige Version des Spielplanes 2008/09 hat Haag nun schon einmal vorgelegt (TLZ berichtete). Und er tut dies aus zwei Gründen. Er will alle Vorurteile in Eisenach abbauen, deshalb hat er auch ein paar Bonbons parat.
Und er zielt natürlich darauf ab, das Weihnachtsgeschäft nicht zu verpassen. Vielleicht legt ja doch der eine oder andere jemandem ein Theater-Abo unter den Weihnachtsbaum.
Was die Bonbons betrifft, so werden einige Produktionen explizit ihre Premiere in der Wartburgstadt haben und erst zu einem späteren Zeitpunkt in Meiningen erstmals gezeigt. Zum anderen werden Junges Theater und das Tanztheater personell aufgestockt.
Während er damit zwar dem Willen von Ballettchef Tomasz Kajdanski folgt, bedeutet der Konzeptwechsel beim Jungen Theater einen Aderlass. Die bisherige Chefin Anja Horst hat bereits die Konsequenz gezogen und ihren Weggang aus Eisenach verkündet. Für Haag kein Problem: “Das kommt bei einem Intendantenwechsel häufiger vor.”
Von Peter Rossbach
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KLASSIKERSTADT / 130 Millionen Euro für Weimar
Neues Bauhaus-Museum
Die Klassik Stiftung Weimar kann in den kommenden zehn Jahren mehr als 130 Millionen Euro investieren: in das Schloss, aber auch in ein neues Bauhaus-Museum.
Geldsegen für die Klassik-Stiftung Weimar: Nach der Zusage des Bundes von 45 Millionen Euro hat die Thüringer Landesregierung nochmals die gleiche Summe zugesagt. Hinzu kommen die jährlichen Mittel des Bundes und Landes von 4,4 Millionen Euro. Das macht in zehn Jahren zusammen rund 130 Millionen für Investitionen. Das Geld soll unter anderem für die Sanierung des Stadtschlosses, die Restaurierung von Handschriften sowie den Bau eines Bauhaus-Museums verwendet werden. Bis zum kommenden Frühjahr muss die Stiftung einen Masterplan entwickeln. An erster Stelle steht der Neubau eines Depots, mit dem Ende 2008 begonnen werden soll. Auf 4500 Quadratmetern sollen dort die Schätze der Klassikstiftung aufbewahrt werden. “Erst dann können wir das Schloss zur neuen Mitte Weimars entwickeln”, sagt Stiftungspräsident Hellmut Seemann. “Künftig soll das Schloss nicht verschlossen sein.” Priorität genieße auch die dringend notwendige Sanierung des Goethe- und Schillerarchivs sowie die Wiederbeschaffung von Büchern, die beim Brand der Anna- Amalia-Bibliothek verloren gegangen sind. Mit der Investitionssumme ist aber auch der Neubau eines Bauhaus-Museums gesichert. Impulse dafür könnten die Ausstellungsprojekte an vier Standorten zum 90. Geburtstag des Bauhauses 2009 geben.