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2008-05-30-ddp Bereits mehr als 150 Veranstaltungen beim Kulturtag Thüringens

«Wir sind überwältigt von der Resonanz» ©ddp
30.05.2008 15:05:23 - Für den ersten Kulturtag Thüringens am 6. Juli sind bereits mehr
als 150 Veranstaltungen gemeldet. «Wir sind überwältigt von der
Resonanz, die unser Aufruf in den Thüringer Kultureinrichtungen
ausgelöst hat», sagte der Sprecher der Kulturinitiative und
Koordinator des Tages, Peter Mittmann, am Freitag in Weimar.

Weimar (ddp-lth). Für den ersten Kulturtag Thüringens am 6. Juli sind bereits mehr als 150 Veranstaltungen gemeldet. «Wir sind überwältigt von der Resonanz, die unser Aufruf in den Thüringer Kultureinrichtungen ausgelöst hat», sagte der Sprecher der Kulturinitiative und Koordinator des Tages, Peter Mittmann, am Freitag in Weimar. Die Initiative hoffe nun, dass sich die Thüringer von der Begeisterung der Kulturschaffenden anstecken lassen.
Mit dem ersten Kulturtag Thüringens will die Initiative die Menschen im Freistaat animieren, «den Erlebnis- und Freizeitwert von Kultur zu entdecken und die kulturellen Einrichtungen und ihre vielfältigen Angebote in der jeweiligen Nähe wieder einmal zu nutzen».
(ddp)

Kultusstaatsekretär in der Süddeutschen Zeitung

Süddeutsche, 2. 4. 08
Der nackte Finger der Macht
Thüringens Kultus-Staatssekretär rechnet mit Ingo Schulze ab

Anfang November vergangenen Jahres erhielt der Schriftsteller Ingo Schulze den Thüringer Literaturpreis. Vergeben wird diese Auszeichnung von der Literarischen Gesellschaft Thüringens. Bezahlt aber wird sie nicht vom Land Thüringen, wie man bei diesem Namen hätte erwarten können, sondern von der für dieses Land zuständigen Filiale des Energiekonzerns Eon. Ingo Schulze störte sich daran: “Schon dass ich hier stehe, an diesem Pult mit der Aufschrift E.ON Thüringer Energie AG und fotografiert werde, macht mich zu einer Art Werbeträger, aber immerhin einem, dessen Wert sich mit 6000 Euro bestimmen lässt. Das heißt, mich stört, dass ich über Eon nachdenken muss, wenn ich den Thüringer Literaturpreis annehmen will.” Im Publikum saß der Geschäftsführer der Filiale Thüringen und nahm die Schwierigkeiten des Schriftstellers mit großer Gelassenheit auf. Nicht gelassen aber war Walter Bauer-Wabnegg, Staatssekretär im Kultusministerium des Landes, dem Ingo Schulzes Dankesrede erkennbar peinlich war. Sofort nach dem Ende der Feier sprang er auf den Schriftsteller zu, und dann hörte er nicht mehr auf, ihm mit ausgestrecktem, drohendem Zeigefinger im Gesicht herumzufuchteln.

Die Auseinandersetzung war damit nicht abgeschlossen. Im Januar fand in Weimar eine Podiumsdiskussion statt, auf der alle Beteiligten - und einige neue Akteure - ihre jeweiligen Standpunkte wiederholten. Und in der jüngsten, gerade erschienenen Ausgabe der Zeitschrift Palmbaum (Heft 1, 2008), dem “Literarischen Journal aus Thüringen”, lässt sich lesen, wie empört der Staatssekretär noch immer ist, wenn er an Ingo Schulze und dessen ebenso moralischen wie politischen Zwiespalt denkt. Ingo Schulze, so Walter Bauer-Wabnegg, “sähe es ganz einfach lieber, wenn in der Wirtschaft verdientes Geld erst einmal als staatliches Steuergeld sozusagen veredelt würde, bevor es höheren Zwecken wie etwa künstlerischen Preisgeldern dienen dürfte, und noch lieber wüsste er den einen oder anderen Wirtschaftszweig gleich sowieso in staatlicher Hand.” Nun ist es gewiss ungewöhnlich, dass ein hoher politischer Beamter den Staat, dem er dient, für eine überflüssige Veredelungsanstalt von Gewinnen aus der Wirtschaft hält - was hat dieser Mann für einen Begriff vom Staat? Gravierender noch ist, welchen Vorwurf er dem Schriftsteller macht: Er bezichtigt ihn des Staatsfetischismus. Und furchtbar ist auch der Ton, in dem er diesen Vorwurf vorträgt: ironisch, süffisant, herablassend, so als habe er es nicht nur mit einem ungezogenen Menschen (dem galt das Gefuchtel mit dem Zeigefinger), sondern auch mit einem uneinsichtigen, ja dummen Menschen zu tun.

Vorteile eines Feindbilds

Ingo Schulze, schreibt der Staatssekretär, habe seinen Auftritt als Ermahnungsrede missbraucht. “Und plötzlich wird alles ganz einfach: die Bösen hier, die Guten dort.” Unangebracht sei der Hinweis des Schriftstellers gewesen, die jeweiligen Eigenheiten der staatlichen Kulturförderung fielen am Ende auf die Bürger zurück, die sich gerade diese und keine anderen Volksvertreter gewählt hätten - diese beschlössen schließlich die Gesetze zum Wohl des Gemeinwesens. “Damit gar nicht erst irgendwelche Zweifel an diesem Wohl aufkommen, ordnet Schulze die Welt gleich mit, gewissermaßen als unverhohlene Wahlempfehlung. Es wäre ja auch schlimm, wenn wir am Ende noch Debatten darüber führten, was diesem Gemeinwesen am besten nützt. Da warnen wir doch lieber mal rasch vor einer galoppierenden ,Refeudalisierung der Kultur” - der Historiker möge staunen - oder entdecken in der ,allgemeinen Privatisierung und damit Ökonomisierung aller Lebensbereiche” das Grundübel schlechthin. Das zieht neuerdings immer. Denn einer komplizierten Welt setzt man am besten umso einfachere Lösungen und vor allem ein klares Feindbild entgegen. Das bindet Ängste und erzeugt Gefolgschaft.”

So verwandelt sich die populistische Kritik am Populismus, die in der Regel dem politischen Rivalen gilt, in eine Abrechnung mit einem undankbaren Schriftsteller. Ingo Schulze hatte in seiner Dankesrede nicht nur von Ökonomisierung, sondern vor allem von den Schwierigkeiten gesprochen, die ihm ein Preis bereitet, der sich als staatliche Auszeichnung geriert, aber privat finanziert ist: “Ich fragte mich, warum das Land Thüringen in seinem Kulturhaushalt nicht monatlich 250 Euro beiseite legt, um dann alle zwei Jahre einen Literaturpreis zu vergeben. Wir machen ein Geschenk, wenn es andere bezahlen.” Er suchte, was einem Schriftsteller durchaus ansteht, nach der Bedeutung von Worten. Er wollte wissen, wer ihm gegenübersteht. Er verlangte Klarheit. Aber er bekommt sie nicht.

Der ausgestreckte, drohende Zeigefinger im Gesicht eines anderen ist eine obszöne Geste, eine Intimität, die man nicht erträgt und nicht ertragen muss. Mit gutem Grund heißt es, man zeige nicht mit dem nackten Finger auf angezogene Menschen. In diesem Fall hat diese Geste den Vorteil, wenigstens ehrlich zu sein. Die hämische Herablassung im Ton des Staatssekretärs ist schlimmer. Denn sie ist die Geste einer Macht, die sich nicht befragen lassen will. Wir machen das schon, bedeutet diese Geste, untereinander, im Einverständnis des gegenseitigen Vorteils. Der Mann hat seinen Beruf verfehlt. THOMAS STEINFELD

Abschlussbericht der Enquete-Kommission: Reaktionen der Parteien

DIE GRÜNEN, DIE LINKE, CDU, FDP

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Kompass für die Kultur, 12.12.2007, TA

Kultur soll als Staatsziel im Grundgesetz verankert werden. Das ist eine von 465 Empfehlungen des gestern vorgestellten Schlussberichts der Enquete-Kommission “Kultur in Deutschland”.
BERLIN. Als ein “Leitfaden für die nächsten Jahre” soll der Bericht verstanden werden, so Kommissionsvorsitzende Gitta Connemann (CDU). Es handele sich um einen Kulturkompass, der Orientierung liefern solle. Mit 510 Doppelseiten sei dies die umfassendste Untersuchung des kulturellen Lebens in Deutschland seit 30 Jahren.
Fehlen kann bei der Vorstellung eines solchen Opus nicht die Kritik am Rückgang der Kulturausgaben. Zwischen 2001 und 2005 sanken diese in Bund, Ländern und Gemeinden von 8,4 Milliarden Euro auf 7,8 Milliarden Euro. Ein Grund sei, so Connemann, dass Ausgaben für kommunale Kultureinrichtungen zu den freiwilligen Leistungen zählten. Sie nannte dies eine “absolut falsche Priorität”, die es Haushältern leicht mache, die Kulturmittel zu kürzen. Connemann wies auf das Land Sachsen hin. Im Kulturraumgesetz heißt es dort: “Im Freistaat Sachsen ist die Kulturpflege eine Pflichtaufgabe der Gemeinden und Landkreise.”
Um die Kulturhoheit der Länder nicht zu verletzen, sollen Institutionen der kulturellen Bildung per Staatsvertrag besser vor Mittelkürzungen geschützt werden. Alle Fraktionen des Bundestages sprechen sich dafür aus, Kultur als Staatsziel im Grundgesetz zu verankern. Zudem müssten die vielfältigen ministeriellen Kompetenzen des Bundes stärker “an einer Stelle gebündelt” werden. Dies sei gerade auf europäischer Ebene von Bedeutung. Die Kommission befürchtet “in der Koordinierungspflicht der Länder und des Bundes eine Benachteiligung gegenüber anderen EU-Mitgliedstaaten”. weiterlesen »

Neues Bauhaus-Museum / 130 Millionen Euro für Weimar, 17.11.2007, TLZ/dpa

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KLASSIKERSTADT / 130 Millionen Euro für Weimar
Neues Bauhaus-Museum

Die Klassik Stiftung Weimar kann in den kommenden zehn Jahren mehr als 130 Millionen Euro investieren: in das Schloss, aber auch in ein neues Bauhaus-Museum.
Geldsegen für die Klassik-Stiftung Weimar: Nach der Zusage des Bundes von 45 Millionen Euro hat die Thüringer Landesregierung nochmals die gleiche Summe zugesagt. Hinzu kommen die jährlichen Mittel des Bundes und Landes von 4,4 Millionen Euro. Das macht in zehn Jahren zusammen rund 130 Millionen für Investitionen. Das Geld soll unter anderem für die Sanierung des Stadtschlosses, die Restaurierung von Handschriften sowie den Bau eines Bauhaus-Museums verwendet werden. Bis zum kommenden Frühjahr muss die Stiftung einen Masterplan entwickeln. An erster Stelle steht der Neubau eines Depots, mit dem Ende 2008 begonnen werden soll. Auf 4500 Quadratmetern sollen dort die Schätze der Klassikstiftung aufbewahrt werden. “Erst dann können wir das Schloss zur neuen Mitte Weimars entwickeln”, sagt Stiftungspräsident Hellmut Seemann. “Künftig soll das Schloss nicht verschlossen sein.” Priorität genieße auch die dringend notwendige Sanierung des Goethe- und Schillerarchivs sowie die Wiederbeschaffung von Büchern, die beim Brand der Anna- Amalia-Bibliothek verloren gegangen sind. Mit der Investitionssumme ist aber auch der Neubau eines Bauhaus-Museums gesichert. Impulse dafür könnten die Ausstellungsprojekte an vier Standorten zum 90. Geburtstag des Bauhauses 2009 geben.

Bayreuth: Nike Wagner will gemeinsam mit Cousine kandidieren, 29.09.2007, TLZ/dpa

Nike Wagner schlägt eine gemeinsame Kandidatur mit ihrer Cousine Eva Wagner-Pasquier vor.

München (dpa) - Im Tauziehen um die Nachfolge von Wolfgang Wagner als Leiter der Bayreuther Festspiele hat Nike Wagner eine gemeinsame Kandidatur mit ihrer Cousine Eva Wagner-Pasquier vorgeschlagen.
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Weimar wirbt an der A 4, 19.9.2007, TLZ

Weimar-Werbung: Mit zwei neuen Schildern an der Autobahn A 4 wirbt Weimar seit kurzem für seine Unesco-Weltkulturerbe-Stätten. Foto: Peter Mittmann

Weimar. (tlz) Nach jahrelangem Einsatz stehen seit kurzer Zeit zwei Schilder an der Autobahn, auf denen Weimar mit seinem Status als Unesco-Welterbe wirbt. Die Idee hatte der Freundeskreis Weimar “99 schon vor sechs Jahren, der Antrag beim Ministerium scheiterte jedoch. Der Verein ließ sich nicht abschrecken, Anträge und Entwürfe wurden eingereicht und wieder abgelehnt, Zuständigkeiten der Behörden wechselten im Laufe der Jahre. Ein erneuter Antrag der Weimar GmbH brachte endlich den gewünschten Erfolg. Ein neuer Entwurf, die Befürwortung durch die Thüringer Tourismus GmbH und die Finanzierungszusage der Weimar GmbH ermöglichten das schnelle und unkomplizierte Aufstellen der Schilder.

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hält weiter ihr Versprechen ein, den Kulturetat des Landes innerhalb der Legislaturperiode zu verdoppeln, 31.08.07, FAZ

Der Haushaltsentwurf für das Jahr 2008 sieht eine Steigerung um 15,3 Millionen Euro vor, nachdem sie in den beiden Jahren zuvor 12,7 beziehungsweise 14,3 Millionen Euro betragen hatte. Von 2005 bis 2010 soll schrittweise eine Erhöhung von siebzig auf 140 Millionen Euro erreicht werden. Wie Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff in Düsseldorf mitteilte, liegt ein Schwerpunkt auf dem “kulturellen Dialog”, wo die Mittel für das Landesprogramm “Kultur und Schule”, an dem sich 914 Künstler beteiligen, von 2,5 auf etwas mehr als vier Millionen und für das Projekt “Jedem Kind ein Instrument” von 0,8 auf 1,3 Millionen Euro angehoben werden. Um mehr als eine auf 4,25 Millionen Euro werden die Ansätze für den Substanzerhalt von Kulturgütern aufgestockt, mit denen Dokumente in Archiven und Bibliotheken, beim Film und von Kunstwerken gesichert werden sollen. Um zehn Prozent auf knapp zwanzig Millionen Euro steigen die Positionen für Musikpflege und Musikerziehung, während der kommunale Museumsbau mit zusätzlich fast 1,5 und insgesamt vier Millionen Euro unterstützt wird. aro

Thüringen bietet 1,1 Millionen Euro für Erhalt der Thüringen-Philharmonie an, 25.08.2007, ZDF Theaterkanal

Erfurt/Gotha/Suhl (ddp-lth). In den Streit um die Zukunft der Thüringen-Philharmonie Gotha-Suhl kommt Bewegung. Das Land sei bereit, neben der bislang angebotenen Zuwendung von 800 000 Euro weitere 350 000 Euro zu gewähren, erklärte ein Sprecher des Kultusministeriums am Freitag nach einem Treffen mit Trägerverein und Kommunal-Vertretern in Erfurt. Die zusätzliche Summe solle über eine Kooperation mit dem Erfurter Theater an das Orchester fließen. Wenn nach Stadt und Landkreis Gotha auch die Stadt Suhl ihren Beitrag erhöhe, sei ein Fortbestand des Orchesters gesichert.
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Protest gegen Kulturkürzung, 20.08.2007, dpa/TA

LEIPZIG. Gewandhaus-Kapellmeister Riccardo Chailly hat sich vehement gegen weitere Einschnitte bei der Leipziger Oper ausgesprochen. In einem Gespräch mit der “Leipziger Volkszeitung” schloss er persönliche Konsequenzen nicht aus, sollte es zu weiteren Sparmaßnahmen kommen. Die Stadt Leipzig hatte immer wieder bei der Kultur den Rotstift angesetzt. Im Juni hatte sie sich wegen Differenzen über die Zukunft der Oper von Intendant Henri Maier getrennt. Dessen Vertrag läuft bis 2011, so dass die Stadt nun rund 600 000 Euro an ihn zu zahlen hat.

Prominente fordern Brückenkompromiss, 20.08.2007, dpa/TLZ

Dresden. Dresdner Prominente haben sich erneut für einen Kompromiss im Streit um die Waldschlösschenbrücke ausgesprochen. Sie richteten am Freitag in einem offenen Brief an Sachsens Ministerpräsident Georg Mildbradt (CDU) und Dresdens amtierenden Oberbürgermeister Lutz Vogel (parteilos) einen entsprechenden Appell.
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Deutscher Kulturrat und Deutscher Naturschutzring begrüßen Baustopp der Elbbrücke in Dresden, 10.08.2008, PM

Berlin, den 10.08.2007. Die beiden Dachverbände im Kultur- und Naturschutzbereich, der Deutsche Kulturrat und der Deutsche Naturschutzring (DNR) riefen heute in Berlin dazu auf, den durch das Dresdner Verwaltungsgericht erteilten Baustopp der Waldschlösschenbrücke im Dresdner Elbtal als Denkpause zu nutzen.
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Bühnenverein: Kultur- statt Sportsponsoring, 02.08.2008, PM Deutscher Bühnenverein

Der Deutsche Bühnenverein legt der deutschen Wirtschaft nahe, sich in Zukunft finanziell mehr im Kulturbereich als im Sport zu engagieren. „Wer den Sport und seine Doping-Misere satt hat, sollte an die Kunst denken“, so Rolf Bolwin, Direktor des Bühnenvereins, heute in Köln. Kunst und Kultur stehen für Innovation, Kreativität und Diskursfähigkeit. Kaum etwas kann daher das Ansehen von Unternehmen besser steigern als eine private Förderung des künstlerischen Schaffens in unserem Lande. Dies gilt gerade für die Theater und Orchester, zumal diese einen wichtigen Beitrag für die von allen Seiten mittlerweile geforderte ästhetische Bildung leisten. Auch für die Erschließung ausländischer Märkte kann sich die deutsche Industrie das Kultursponsoring zunutze machen. Im Ausland genießen Theater und Musik aus Deutschland hohes künstlerisches Ansehen. „Wer eine Operntournee nach Japan fördert, findet neue Käufer, egal ob es um Autos oder Gummibärchen geht“, äußerte Bolwin.

Gerettet – Weimar wird Staatstheater, 20. 07. 2007, FAZ

Das Deutsche Nationaltheater Weimar wird Staatstheater. Der Stadtrat hat zugestimmt, das Traditionshaus 2009 unters Dach des Freistaates zu geben. Das Land steigt mit 79 Prozent in das Gesellschaftskapital am Theater und der Staatskapelle ein und bekommt den Vorsitz im Aufsichtsrat. Der Freistaat will seine Förderung um 0,75 Millionen Euro auf 16,6 Millionen erhöhen. Die Stadt wird ihren Anteil um 1,3 Millionen auf 4,4 Millionen Euro erhöhen. Die von Ministerpräsident Althaus und Kultusminister Goebel zuvor favorisierte Fusion der Häuser in Weimar und Erfurt war am Widerstand beider Städte gescheitert, eines der Orchester und Musiktheater aufzugeben. Intendant Stephan Märki sieht jetzt die Zukunft und die Eigenständigkeit seines Theaters gesichert, die lange von den Regierenden so nicht gewollt worden sei. „Es ist in der Politik ein seltener Fall, dass die Landesregierung die Souveränität besitzt, über ihren eigenen Schatten zu springen.“ dpa

Vom National- zum Staatstheater – Eines der traditionsreichsten deutschen Theater wird zum Staatstheater, 20. 07.2007, Deutsche Welle

Das Deutsche National Theater Weimar wird nach jahrelangem Streiten vom Land Thüringen übernommen. Der Stadtrat der thüringischen Klassikerstadt entschied am Mittwochabend (19.7.) mit 39 zu 3 Stimmen, das traditionsträchtige Haus unter das Dach des Freistaates zu geben. Das Land steigt mit 79 Prozent in das Gesellschaftskapital am Theater und der Staatskapelle ein und bekommt den Vorsitz im Aufsichtsrat. Der Freistaat will seine Förderung um 750.000 Euro auf 16,6 Millionen erhöhen. Weimar hat nach hartem Ringen beschlossen, seinen Anteil um 1,3 Millionen auf 4,4 Millionen Euro aufzustocken.
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Das Prinzip Stadttheater, 19.07.2007, RBB

Neben den großen Theater überraschte beim diesjährigen Theatertreffen in Berlin das Deutsche Nationaltheater Weimar mit dem jungen Regisseur Tilmann Köhler. Kein Zufall, findet der Intendant des Hauses, Stephan Märki und verweist auf die kontinuierliche Arbeit mit und für die Klassikerstadt in den letzten Jahren.

Ein Gespräch über Chancen und Grenzen der Arbeit in Weimar, das Harald Asel mit Stephan Märki im Mai geführt hat und das wir wiederholen.

Erstsendung:
13.05.2007

Das Gespräch im Wortlaut:
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Spielen sie eben kleine Bach-Opern, 14.07.2007, Berliner Zeitung


Thüringer Bürger bringen ihren Regenten Kultur bei - aber für das Eisenacher Theater ist es zu spät

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Foto: INITIATIVE ERHALT THÜRINGER KULTUR / P. Mittmann

Thüringer Sommerbild 2007, die Szenerie spricht Bände: Auf dem Eisenacher Karlsplatz das bunte Treiben des Thüringentags mit MDR-Show-und-Talk-Bühne, Auto-Oldtimer-Freuden - üblicher Budenzauber, froh gestimmtes Volk. Nahebei, vor der alten romanischen Nikolaikirche, schwarze Fahnen. Dort sammeln sich Sinfoniker mit ihren Instrumenten. Auf dem Schwarz ihrer Zunftkleidung grellrote Aufkleber und Buttons. “Hier spielt die Musik! Für den Erhalt der Thüringen-Philharmonie Gotha-Suhl”. - “Theater muss LEBEN! Theater Eisenach.” Sie kommen von überall her aus dem schönen grünen Bundesland, das heute hier sein alljährliches Bürgerfest feiert. Musiker aus allen thüringischen Orchestern werden für anderthalb Stunden ein 140-Mann-Orchester sein, zusammen mit ihren Kollegen von der Eisenacher Landeskapelle und solidarisch mit ihnen. weiterlesen »

Musizierende Kinder brauchen gute Instrumente, 04.07.2007, kulturkurier.de

Gemeinsame Presseerklärung des Deutschen Musikrates und des Bundesverbandes der Deutschen Musikinstrumentenhersteller e. V.

Für das Projekt Jedem Kind ein Instrument (JEKI) in Nordrhein-Westfalen werden in Kürze in erheblichem Umfang Musikinstrumente beschafft. Dazu Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates: „Das Projekt Jedem Kind ein Instrument bietet nicht nur eine großartige Möglichkeit, Kindern den Zugang zur Musik zu eröffnen, sondern ist auch eine Chance für die Musikinstrumentenhersteller in unserem Land. weiterlesen »

58 Millionen für Theater und Orchester in Thüringen, 26.06.2007, ZDF Theaterkanal

Nach einem Bericht der “Thüringer Allgemeinen” erreicht Thüringens Kultusminister Jens Goebel seine ursprüngliche Sparvorgabe nicht. Statt die Förderbeträge von derzeit 60 auf künftig 50 Mio Euro abzusenken wird Thüringen für seine Theater und Orchester künftig mindestens 58 Millionen Euro jährlich ausgeben - 55 Millionen sind durch die Verhandlungen mit den kommunalen Trägern bereits vertraglich fixiert, hinzu kommen noch Beträge für Tarifsteigerungen und die Philharmonie Gotha-Suhl, die doch erhalten bleiben soll.

Die jetzige Einsparung beruht auf der “faktischen Schließung” des Eisenacher Theaters, so die Zeitung.
Das Eisenacher Theater wird als Zustiftung an das Meininger Theater angegeliedert und dann weitgehend von dort bespielt.

Stadt Weimar und Landesregierung einigen sich zu Staatstheater, 22.06.2007, ZDF Theaterkanal

Weimar (ddp-lth). Die Stadt Weimar und das Land haben sich am Donnerstag über die Grundzüge eines Staatstheaters geeinigt. Der Gesellschaftervertrag für das Deutsche Nationaltheater als Staatstheater solle bis Mitte Juli erarbeitet werden, teilte das Kultusministerium mit. Kultusminister Jens Goebel (CDU) bezeichnete das Ergebnis als «Durchbruch».

Den Angaben zufolge wird sich der Freistaat an der Theaterbetriebs gGmbH mit einem Anteil von 79 Prozent am Gesellschafterkapital beteiligen, die Stadt Weimar mit 21 Prozent. Sperrminorität und Einvernehmensklausel bei Grundsatzentscheidungen für die Stadt Weimar sollen Bestandteil des Vertrages sein. Der Vorsitz im Aufsichtsrat wird beim Land liegen. Die Stadt erhält drei Sitze in diesem Gremium.

Der Zuschuss für das Staatstheater liegt ab 2009 bei rund 21 Millionen Euro. Die Stadt übernimmt davon 4,41 Millionen Euro. Bisher waren es 3,1 Millionen Euro. Das Land erklärte sich bereit, seine Förderung von derzeit rund 15,8 Millionen auf etwa 16,6 Millionen Euro zu erhöhen.

In den nächsten Tagen werden weitere Gespräche zwischen Stadt und Land stattfinden, um die gefundene Lösung bis zur Sommerpause in einem Gesellschaftervertrag festzuschreiben.
[ Fr, den 22.06.2007 ]

Kommunen hoffen auf mehr Geld, 13.06.2007, ad-hoc-news.de

Thüringen wird in den nächsten Jahren voraussichtlich ohne neue Schulden auskommen. [..] Halte die gute wirtschaftliche Lage an, könne der Freistaat ab 2010 mit dem Abtragen des 16 Milliarden Euro umfassenden Schuldenberges beginnen. […] Mit Mehrausgaben rechnet die Regierung auch auf dem Kultur-Sektor. So könnten Theater und Orchester ab 2009 voraussichtlich mit rund 55 Millionen Euro rechnen. Ursprünglich wollte die Regierung ihre Zuschüsse von derzeit 60 auf 50 Millionen Euro senken. Für die Feiern zum 90. Bauhaus-Jubiläum würden 1,7 Millionen Euro bereitgestellt, auch die Bachwochen könnten mit einer Unterstützung rechnen. Für die regierungstragende CDU-Landtagsfraktion erklärte Fraktionschefin Christine Lieberknecht, die Abgeordneten unterstützten den Haushaltsentwurf.
Den ungekürzten Artikel lesen Sie hier: weiterlesen »

Internationaler Musikverband protestiert gegen Thüringer Kürzungspläne, 22.05.2007, ZDF Theaterkanal

In einer Resolution der International Federation of Musicians vom 20. Mai 2007 schreiben Präsident John Smith und Generalsekretär Benoit Machuel:

“Mit tiefer Sorge nimmt der Vorstand des Internationalen Musikerverbandes FIM anlässlich seiner Jahressitzung in Nashville/Tennessee zur Kenntnis, dass im Freistaat Thüringen, dem Herzen Deutschlands, Jahrhunderte alte Kulturtraditionen zerstört werden. Die einzigartige Finanzierung von Kunst und Musikkultur in Deutschland hat über die Jahrhunderte reiche Früchte getragen und prägt das Bild Deutschlands und seiner Länder im Ausland – nicht nur als Kulturnation, sondern auch als Wirtschaftsstandort. weiterlesen »

Standardwerk der deutschen Theatergeschichte, 21.05.2007, D-Radio Kultur

Das neue Werk von Günther Rühle ist für Theaterkenner und -liebhaber gleichermaßen anregend. Rühle zeigt auf, welch große Tradition und Wirkung das Theater in Deutschland in den Jahren von 1887 bis 1947 hatte.
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Nachhaltigkeit durch aktive Kulturpolitik, KM 05/2007

Die Konferenz „Kulturelle Vielfalt - Europas Reichtum“ in Essen, 04/2007

„Die kulturelle Vielfalt stellt einen großen Reichtum für Einzelpersonen und
Gesellschaften dar. Der Schutz, die Förderung und der Erhalt der kulturellen
Vielfalt sind eine entscheidende Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung
zu gunsten gegenwärtiger und zukünftiger Generationen.“

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Chancen für das Musikland, DMR Newsletter 09/2007

Deutschland in der politischen Diskussion
Der Deutsche Bundestag beschäftigt sich heute in erster Lesung mit den folgenden Anträgen:

- Kulturwirtschaft als Motor für Wachstum und Beschäftigung stärken (Drs 16/5110) Antrag CDU/CSU und SPD

- Populäre Musik als wichtigen Bestandteil des kulturellen Lebens stärken (Drs 16/5111)
Antrag CDU/CSU, SPD

- Die Bedeutung der Kulturwirtschaft anerkennen und ihren Stellenwert auf Bundesebene nachhaltig fördern (Drs 16/5104)
Antrag Bündnis 90/Die Grünen

- Die Kulturwirtschaft als Zukunfts- und Wachstumsbranche in Europa stärken (Drs 16/5101)
Antrag FDP
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Bach war nicht allein, 23. 4. 2007, FAZ

Klingender Leuchtturm: Die Mitteldeutsche Barockmusik
Frisia non cantat? Auch wenn man über manche kulturpolitische Entscheidung zur Finanzierung von musikalischen Einrichtungen hierzulande nur den Kopf schütteln kann, muss man doch feststellen: Deutschland ist mit seinem dichten Netz aus Orchestern, Chören, Opernhäusern, Musikschulen, Festspielen, Archiven und Forschungsstätten immer noch ein widerstandsfähiges Musikland. Ganz Deutschland? Dazu gibt eine kleine Broschüre über Musikermuseen, die kürzlich erschienen ist, eine verblüffende Standortübersicht. Von den fünfunddreißig Museen in Deutschland, die einem bedeutenden Musiker gewidmet sind, befinden sich – von Arnstadt bis Zwickau – nicht weniger als sechzehn in den drei neuen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Selbst Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen verfügen zusammen nur über neun Museen. In sieben Bundesländern, davon vier alten, gibt es überhaupt keine solche Institution.
Die Übersicht mag als Indiz gelten für die Schwerpunkte in der musikalischen Topographie Deutschlands, die allerdings von der breiten Öffentlichkeit, vor allem im Westen, nicht immer angemessen wahrgenommen werden. So ist etwa der seinerzeit noch in Amt und Würden stehende Gewandhauskapellmeister Kurt Masur in Leipzig von einem Kulturmanager neuen Typs, der mehr auf Event als auf gewachsene Strukturen setzte und sich schnell einmal in der Region umgesehen hatte, begeistert darauf aufmerksam gemacht worden, dass man doch auch in Sachsen so etwas Großartiges wie das Schleswig-Holstein Musik Festival einrichten könne. Damals, als die Wende noch so offen war wie die Wunde des Amfortas, meinte Masur lakonisch, das sei durchaus denkbar. Man müsse Sachsen nur in eine analoge Feld-Wald-und-Wiesen-Gegend zurückverwandeln.
In einer der reichsten musikalischen Kulturlandschaften nicht nur Deutschlands, sondern ganz Europas bekam man besonders schnell Hautausschlag, wenn sich Geistesfremde in die inneren Angelegenheiten des regionalen Charakters und der Kunst einmischen wollten.
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Eisenach will und Eisenach hofft…, 11.4.2007, ZDF Theaterkanal

Eisenach/Meiningen (ddp-lth). Die Theater in Eisenach und Meiningen sollen nach dem Willen der Eisenacher Stadtverwaltung fusionieren. Angestrebt werde ein gemeinsames Südwestthüringisches Staatstheater Meiningen-Eisenach unter einer künstlerischen und kaufmännischen Leitung, teilte die Stadtverwaltung
am Mittwoch in Eisenach mit. Dazu solle das Eisenacher Theater in die Meininger Kulturstiftung aufgenommen werden. Eine entsprechende Beschlussvorlage werde dem Eisenacher Stadtrat am 19. April vorgelegt. Die Stadt reagiere damit auf die Sparpläne der Landesregierung, die ihre Zuwendungen für die Theater ab 2009 senken will.

Einem Sprecher zufolge hofft die Eisenacher Stadtverwaltung, dass sich bis Anfang Mai alle Beteiligten auf das Modell verständigen. Allerdings müssten dazu auch die Kreistage von Schmalkalden-Meiningen sowie des Wartburg-Kreises, die Stadt Meiningen und die in der Stiftung vertretene Landesregierung dem Vorschlag folgen. Da wegen der Kürzungen auch Meiningen
einen Partner brauche, hoffe man auf ein «Geschäft auf Gegenseitigkeit».

Dem Vorschlag zufolge soll die Stiftung neben dem Meininger Museum künftig aus den beiden Theaterbetrieben in Meiningen und Eisenach bestehen, die unter einem Unternehmer und Arbeitgeber zusammengeschlossen würden.
Innerhalb eines gemeinsamen Spielplans beider Betriebe sollten Meiningen und Eisenach Leistungsprofile ausbilden, die sich gegenseitig ergänzten. Beide Betriebe unterhielten mit der Meininger Hofkapelle und dem Eisenacher Kammerorchester selbstständige Klangkörper.

Der Eisenacher Anteil soll der Vorlage zufolge in Form einer Zustiftung in die Kulturstiftung Meiningen eingebracht werden. Der Plan ist in Eisenach umstritten, unter anderem fordert eine Bürgerinitiative den Erhalt des
eigenständigen Theaters.

April 2007, KM Nr. 6

KM - Das Monatsmagazin von Kulturmanagement Network

Schwerpunkt Hamburg

KM IM GESPRÄCH
mit Amelie Deuflhard • Seite 3
mit Wibke Kähler • Seite 8
mit Klaus-P.Nebel • Seite 21
THEMEN & HINTERGRÜNDE
Unternehmerische Kulturförderung der
Handelskammer HH • Seite 12
VORGESTELLT … Körber-Stiftung • Seite 14
sculpture@CityNord • Seite 16
Literaturhotel Wedina • Seite 18
KMM Institut +Alumni • Seite 19 und 24
KONFERENZEN & TAGUNGEN
SEITENSPRÜNGE • Seite 26

KM Nr. 6, April 2007

Beeindruckende Spenden-bereitschaft, April 2007, KM Nr. 6

KM - Das Monatsmagazin von Kulturmanagement Network

Fragen an Wibke Kähler-Siemssen, Geschäftsführerin der Stiftung Elbphilharmonie Hamburg

Beitrag von Dirk Heinze, Chefredakteur

KM Magazin: Frau Kähler-Siemssen, wer waren die Initiatoren der Stiftung
Elbphilharmonie, als sie im Oktober 2005 gegründet wurde?
Wibke Kähler-Siemssen: Die Stiftung Elbphilharmonie wurde im Oktober
2005 von den beiden Hamburger Bankhäusern M.M.Warburg & CO und HSH
Nordbank AG als eine Stiftung privaten Rechts gegründet. Damit haben diese
beiden Unternehmen den Grundstein und die organisatorische Voraussetzung
für die breite Bürgermobilisierung gelegt, die wir in den letzten 18 Monaten
für dieses herausragende Projekt entfachen konnten.
KM: Was waren Gründe für diese Initiative, und was sind ihre Ziele?
WKS: Die Bankhäuser und die dahinter stehenden handelnden Personen haben
erkannt, dass ein solches Projekt eine breite Bürgerbeteilung braucht
und verdient. Sie haben mit ihrer Initiative für die Gründung die organisatorische
Grundlage hierfür geschaffen: Eine Organisation, die für die Bürger
und vor allem die Spender da ist und sich um sie kümmert. Die Stiftung versteht
sich als Bürgerinitiative zur Unterstützung des Hamburger Jahrhundertprojekts
Elbphilharmonie und handelt auch so. Das satzungsmäßige Ziel
war es zunächst, die Stadt bei den Baukosten zu entlasten. Jetzt, wo die Finanzierung
gesichert ist und der Bau beginnt, konzentrieren wir uns auf die
Einwerbung von Zustiftungen für den späteren Spielbetrieb. Aus den Kapitalerträgen
des Stiftungskapitals soll dauerhaft der künstlerische Betrieb der
Elbphilharmonie unterstützt werden.
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Mindestlohn für Künstler, April 2007, KM Nr. 6

KM - Das Monatsmagazin von Kulturmanagement Network

Interview mit Amelie Deuflhard, Leiterin und Geschäftsführerin der Sophiensæle, Berlin

Beitrag von Tobias Werner, tw (at) kulturmanagement.net

„…
TW: Sie sprachen von der Suche nach neuen Formen in künstlerischer Hinsicht.
Wie sieht es mit der Förderung der Künstler und der Kunstszene aus?
Bestünden nicht auch hier neue Möglichkeiten? Wie sieht in Ihren Augen
eine sinnvolle Förderung aus?
AD: Man nutzt einfach alle Möglichkeiten, die da sind. Es gibt kommunales
Geld und Geld vom Land. Das ist in Hamburg viel zu wenig: Für Theater und
Tanz insgesamt 400.000. Denn die Künstler müssen, was ich selbst-verständlich
finde, mit ihren Projekten auch Geld verdienen. In der Schweiz
gibt es zum Beispiel inzwischen gesetzlich vorgeschriebene Mindestlöhne für
Schauspieler und Tänzer. Wenn man die nicht zahlt, darf man keine Projekte
machen. Aber gleichzeitig wissen auch die Geldgeber, dass bei einem Stück
mit zehn Tänzern jeder der Tänzer eine bestimmte Summe erhält. Bei uns
können wir nur davon träumen, dass Künstler so etwas wie fest vorgeschrieben
Mindestlöhne erhalten.
In Hamburg ist so wenig Geld für Kultur da, dass man das Gefühl haben
kann, dass die frei produzierenden Künstler nicht mehr als einem Hobby
nachgehen. Das heißt, dass die Projekte, auch wenn sie größer sind, mit
maximal 20.000 Euro gefördert werden. Die meisten versuchen dann wiederum,
sich über Stiftungen oder Privatleute zu finanzieren. Manchmal
funktioniert es, aber es ist eine noch viel mühsamere Geldakquise als in Berlin.
Ich finde es im Prinzip auch richtig, dass die Künstler ihre eigenen Produzenten
sind, mit eigenen Produktionsmitteln arbeiten und sich so auf gleicher
Augenhöhe mit den Intendanten und Festivalleitern befinden. Unser Einfluss
ist eh schon erheblich und wenn wir dann noch das Geld verteilen würden,
wäre er noch größer. Dennoch bräuchten die Häuser Geld, um Koproduktionen
zu finanzieren. Koproduktionsetats haben sich in Deutschland
allerdings nicht durchgesetzt. Es gibt bei uns nur wenige Häuser, das Hebbel
am Ufer in Berlin und der Mousonturm in Frankfurt sind zwei Beispiele, die mit
Koproduktionsetats arbeiten. Alle anderen haben das nicht. Es müsste von
Seiten der Kommunen entsprechende Gelder geben, um insgesamt die Situation
der Künstlergruppen zu verbessern und größere Künstlerbudgets aufstellen
zu können. Was sich dann wieder darauf auswirken würde, dass sich
Künstler ein Einkommen erwirtschaften können, von dem sie auch leben
können. So etwas wie ein Mindestlohn für Darstellende Künstler, die im professionellen
Bereich arbeiten, finde ich durchaus eine überlegenswerte Geschichte.
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